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Zugriff: Im Oberen Isartal werden 2015 30 Prozent mehr Straftaten verzeichnet.

Straftaten um 30 Prozent gestiegen

Polizeichef erläutert Sicherheitslage

Oberes Isartal - „Stabile Fallzahlen bei steigender Aufklärungsquote“ – diesen positiven Trend in puncto Sicherheit im Oberen Isartal hat Polizeichef Michael Weber vermeldet. 

Zuerst klingt die Zahl erschreckend: 2015 stiegen die Straftaten im Vergleich zu 2014 von 652 auf 850 – ein erhebliches Anwachsen von über 30,4 Prozent. „Diese erneute Steigerung ist wie im Vorjahr ausschließlich auf die steigenden Flüchtlingszahlen und die damit einhergehende irreguläre Migration zurückzuführen“, erläuterte Polizeichef Michael Weber bei seinem jährlichen Bericht zur Sicherheitslage im Oberen Isartal dem Mittenwalder Marktgemeinderat. Die Flüchtlingswelle brach eben auch über die beschauliche Alpenwelt Karwendel herein.

„Diese Zahlen sind aber kein Vergleich zu anderen Grenzübergängen“, ergänzte Weber. Beispielsweise mit den bayerischen Orten Wegscheid, Neuhaus am Inn, Simbach am Inn, Freilassing oder Laufen. Dort haben zuletzt täglich mehr als 8000 Asylsuchende die Grenzen überschritten. Nichtsdestoweniger lässt die Steigerung im Oberen Isartal aufhorchen. Zumal nicht festgestellt werden kann, „wie hoch die Dunkelziffer ist“. So wurden 2015 insgesamt 438 Straftaten gegen das Aufenthaltsgesetz begangen – ein Jahr zuvor waren es noch 249 Fälle. „Das ist ein Anstieg von 76 Prozent.“

Doch Weber konnte auch schnell Entwarnung geben: Die Kriminalität durch Ausländer in der Alpenwelt Karwendel ist aufgrund der Flüchtlingswelle nicht gestiegen. Wird die Statistik um die Fälle irregulärer Migration bereinigt, wurden insgesamt 46 Delikte von Ausländern begangen. „Die übrigen Zahlen der Phänomen-Bereiche sind nahezu stabil geblieben.“ Ein „minimaler Anstieg“ von 2,2 Prozent (Anm. der Red.: neun Staftaten) ist somit zu verzeichnen. Nach wie vor zählen Diebstähle in 118 Fällen, Körperverletzungen in 54 Fällen, Sachbeschädigungen und Betrügereien in jeweils 43 Fällen sowie 33 Rauschgiftdelikte zu den meist begangenen Straftaten. Die Aufklärungsquote sei „durchaus vorzeigbar“, verkündete Weber stolz. Mit 80,4 Prozent konnten von insgesamt 850 Straftaten im Oberen Isartal „683 geklärt und 661 Tatverdächtigen zugeordnet werden“.

Auch die Bundespolizei hatte im Oberen Isartal 352 Fälle zu bearbeiten und dadurch zu „einem großen Anteil an der positiven Aufklärungsquote“ beigetragen. Somit „lässt sich summa summarum ein positiver Trend bilanzieren“, versichert Weber: „Stabile Fallzahlen bei steigender Aufklärungsquote.“ Und wieder darf er seinen Spruch „Wer hier lebt, der lebt sicher!“ wie im Vorjahr zum Besten geben.

Nach wie vor sind die meisten Tatverdächtigen Männer. 555 der 661 Straftaten wurden vom maskulinen Geschlecht begangen, nur 106 Mal wurden Frauen zur Rechenschaft gezogen.

Doch auch Sorgenfalten machen sich bei Weber bemerkbar, wenn es um das Thema „Gewalt gegen Polizeibeamte“ geht: Denn „wo im Vorjahr noch die Null stand, sind es im Jahr 2015 insgesamt zwei Fälle gewesen, bei denen Polizeibeamte Opfer von körperlicher Gewalt wurden“ – Delikte wie Beleidigungen unberücksichtigt. Auch wenn der Anstieg im Oberen Isartal alles andere als bedeutsam ist, hält der Hauptkommissar diese Gewalt gegen Polizeibeamte als „prinzipiell bedenklich“.

Erfreulich war die Nachricht, dass im vergangenen Jahr kein Verkehrstoter beklagt werden musste – „trotz des Anstiegs der Gesamtunfallzahlen“. Diese ist auf insgesamt 375 angestiegen.

Josef Hornsteiner

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