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Drei Nebelmaschinen haben die Einsatzkräfte in der Oströhre am Nordportal aufgebaut. Dafür blieb der Tunnel Farchant am Donnerstagabend etwa zwei Stunden gesperrt. Fotos: sehr

Sicherheitstest im Tunnel Farchant

Der Rauch bleibt, wo er hingehört

Farchant - Zwei Stunden war der Tunnel Farchant am Donnerstagabend gesperrt. Der Grund: jede Menge Rauch. Die Einsatzkräfte mussten ein Sicherheitsrisiko ausschließen. Darauf haben sie Experten aus der Schweiz aufmerksam gemacht.

Nichts zu sehen. Überall Rauch. Eine undurchdringbare Wand steht im Tunnel Farchant. Ein schwerer Unfall? Nein. Nebelmaschinen.

Alle bereit? Farchants Kommandant Thomas Joner (l.) und Vize-Kommandant Michael Sexl aus Partenkirchen.

Drei der Geräte sowie Rauchpatronen haben die Einsatzkräfte extra aufgebaut. Denn sie mussten wissen: Wie funktioniert die Belüftungsanlage, wenn im Tunnel ein Feuer ausbricht und sich dichter Rauch entwickelt? Bleibt dieser wirklich in der einen Röhre oder zieht er in die andere hinüber? Ein Risiko, das den Verantwortlichen bislang nicht bewusst war.

Im Mai hatten Atemschutzträger der Farchanter, Lermooser und Ehrwalder Feuerwehr im Balsthal im Kanton Solothurn an einer speziellen Tunnelbrand-Ausbildung teilgenommen. Die Experten der International Fire Academy (IFA) wiesen die Einsatzkräfte unter anderem auf die Gefahr hin, dass Rauch am Tunnelende in die eigentlich unfallfreie Röhre überschlagen könnte.

Gleich nach dem Seminar meldeten sich die Farchanter um ihren Kommandanten Thomas Joner bei der Autobahndirektion Südbayern, die für den Tunnel zuständig ist. Dort hieß es sofort: „Das müssen wir testen.“ Joner hebt in diesem Zusammenhang die gute Kooperation mit der Direktion hervor, die sich stets aufgeschlossen gegenüber Anregungen der Einsatzkräfte zeigte.

Am Donnerstagabend, 19 Uhr, nun startete der Rauchtest, für den der Tunnel zwei Stunden für den Verkehr gesperrt wurde. Von einer Übung spricht Joner nicht. Denn im Grunde haben die rund 40 Einsatzkräfte 90 Minuten lang nur den Nebel beobachtet - und nur Positives gesehen. Denn: Die Belüftungsanlage läuft einwandfrei. Der Rauch bleibt, wo er hingehört. „Das ist optimal gelaufen“, sagt Joner. 

Test geglückt: Die rechte Röhre in Fahrtrichtung Garmisch-Partenkirchen ist rauchfrei, die Belüftung funktioniert.

Die Nebelmaschinen hatten die Einsatzkräfte etwa 50 Meter vor Tunnelausgang in der Oströhre am Nordportal postiert. Denn dort war besagtes Risiko besonders hoch, nachdem die beiden Röhren auf einer Höhe abschließen. Im Süden dagegen sind sie versetzt gebaut.

Mit diesem ersten Versuch ist es nicht getan. Die Farchanter geben ihr Wissen aus dem Lehrgang in der Schweiz weiter. In den kommenden Monaten wollen sie jene Einsatzkräfte schulen, die neben ihnen bei einem Unfall im Tunnel alarmiert werden: die Feuerwehren Garmisch, Partenkirchen, Grainau und Oberau. Einige ihrer Mitglieder waren am Donnerstag beim Rauchversuch dabei, ebenso wie Vertreter der Wehren aus Lermoos und Ehrwald, der Kreisbrandinspektion, der Autobahndirektion und der Straßenmeisterei Oberau.

Bald schon werden sie sich wiedersehen. Denn für das Frühjahr ist eine große Einsatzübung im Tunnel Farchant geplant, bei der ein Unfall samt Brand simuliert wird. Joner kündigt an: „Da ist dann richtig Action geboten.“

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