Sinfoniekonzert: Orchester und Dirigent finden schwer zusammen

Garmisch-Partenkirchen - Es hat etwas gedauert, bis das Württembergische Philharmonieorchester und der eingesprungene Dirigent Alvaro Albiac sich eingespielt hatten. Doch dann entfachte das spanische Feuer...

Für den verletzten mexikanischen Dirigenten Carlos Miguel Prieto war beim 2. Sinfoniekonzert mit der Württembergischen Philharmonie Reutlingen kurzfristig der Spanier Alvaro Albiach eingesprungen. Das Ensemble hatte in der vergangenen Konzertsaison unter der Stabführung von Ola Rudner eine glänzende Visitenkarte in Garmisch-Partenkirchen abgegeben. Das Problem lag eher beim Dirigenten. War die Probenzeit zu kurz, oder liegt Albiach die Musik Gioacchino Rossinis nicht? Die bekannte und spritzige Ouvertüre zur Oper „Il barbiere di Siviglia“ kam jedenfalls merkwürdig trocken daher. Dirigent und Orchester hatten sichtlich Mühe zusammenzufinden.

Noch vor der Pause wurden die Gäste aber durch das Spiel von Star-Pianistin Lise de la Salle entschädigt. Sie gab den sinfonischen Impressionen für Klavier und Orchester „Noches en los jardines de Espana“ - dem populärsten, 1916 in Madrid uraufgeführten Stück von Manuel de Falla - den nötigen Glanz. Obwohl das Soloinstrument nie solistisch hervortrat, sondern stets in den Orchestersatz eingebettet war, begeisterte de la Salle mit ihrem virtuosen Spiel.

Im zweiten Teil kam schließlich auch der spanische Dirigent besser in Fahrt. Fallas Ballettmusik „El amor brujo“ gelang ihm wesentlich farbiger. Er schien sich in der Musik, die impressionistische Klangelemente und spanisches Kolorit verbindet, zu Hause zu fühlen. Auch Ravels Boléro steigerte sich trotz anfänglich ‚klappernder’ Soloeinsätze fulminant. Spätestens bei der rasanten, mit Kastagnetten-Klängen gespickten Zugabe wurde den Besucher dann doch richtig warm ums Herz.

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