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Voll fokussiert: Thomas Dreßen will in diesem Winter seine Ergebnisse bestätigen.

ski alpin

Dreßen sieht Olympia als „schöne Zugabe“

Abfahrer Thomas Dreßen legt seinen Fokus erst einmal auf den Weltcup, will dort seine Ergebnisse aus der vergangenen Saison bestätigen, bevor der Mittenwalder (23) an Olympia in Korea denkt.

Mittenwald – Olympia? „Ja, wäre cool, wenn es sich ausgehen würde“, sagt Thomas Dreßen. Dann aber überrascht der Mittenwalder: „So unglaubwürdig das klingen mag, mein primäres Ziel ist es nicht. Ich sehe eine Saison als Ganzes, ich möchte im Weltcup meine Ergebnisse bestätigten und in einer Disziplin beim Finale dabei sein.“ Oha. Ein verdammt vernünftiger Ansatz. Einem wie Dreßen, dem glaubt man es. „Ich bin erst 23, ich denke, dass ich noch mehrere Chancen bekommen werde, zu Olympia zu fahren.“ Sollte es mit Pyeongchang im Februar 2018 schon klappen, „wäre das eine schöne Zugabe“. Ein Muss aber keinesfalls.

Der zweitbeste deutsche Abfahrer der vergangenen Ski-Saison ist ein bodenständiger Typ. Zweimal ist er Junioren-Vize-Weltmeister gewesen. Zu Kopf ist ihm das nie gestiegen. Nein. Er macht sein Ding. Vertraut auf sich selbst. Sein Motto ist ganz einfach: „Ich will jeden Tag das Maximum herausholen. Wenn ich am Ende des Tages sagen kann, ich hab’ alles gegeben, muss ich mit dem Resultat zufrieden sein.“ Eine gesunde Einstellung. Eine, die den 23-Jährigen schon ziemlich weit hat kommen lassen. Vor zwei, drei Jahren kannten seinen Namen höchstens die Insider. Der Mittenwalder, der in Österreich das Skigymnasium besuchte. Das war’s.

Die Zeiten haben sich geändert. Bei der Ski-WM in St. Moritz im Februar rauschte er in der Kombinations-Abfahrt auf Rang drei. Zwar reichte es nur zu Rang 14, aber auch in der Spezialabfahrt konnte er sich als 12. sehen lassen. Ergebnisse, die er hinterher in Kvitfjell und beim Saisonfinale in Aspen bestätigte. Nur darum geht es ihm nun. Er will zeigen, dass es vorwärtsgeht.

Im Sommer hat das Projekt bereits recht hoffnungsvoll begonnen. Beim Trainingslager in Chile überzeugte er mit Top-Resultaten im Südamerika-Cup, gewann seinen ersten Super-G, war in zwei Abfahrten Zweiter. Dreßen selbst tritt jedoch wieder auf die Bremse. „Die Ergebnisse im August sind nicht extrem aussagekräftig.“ Mag sein. Doch zeigen sie, wer gut gearbeitet hat. Darauf lässt er sich dann doch ein. „Ja, es ist nicht verkehrt, wenn man vorne dabei ist.“ Vor allem hat er die Rennen genutzt, um bereits die ersten FIS-Punkte einzusammeln, die seine Resultate des Vorwinters bestätigen. Wichtig, wenn es um Startplätze geht, sollte Dreßen doch einmal aus den Top-30 herausfallen. „Was ich natürlich nicht vorhabe“, sagt er und grinst.

Die Vorbereitung auf die neue Saison beginnt so richtig in diesen Tagen. Heute steigt das deutsche Speed-Team in den Flieger und macht sich auf in Richtung Colorado. Die Zeit bis zum Auftakt am 25. November im kanadischen Lake Louise verbringen Dreßen und Co. in Copper Mountain. „Die Bedingungen dort waren für uns immer super.“

Extrem viele Schneetage hat er seit Chile nicht gehabt. „Wir haben genau einmal Super-G trainiert.“ Ist auch nicht einfach in Europa. Den Fokus haben die Trainer und er den Sommer über mehr auf Fahrtechnik gelegt. „Ich denke, ich habe da wirklich einen Schritt nach vorne gemacht“, betont er. Auch die technischen Disziplinen gehörten dazu. Der Isartaler will die Kombination nämlich nicht aus den Augen verlieren. „Ich bin total dafür, ich finde sie einen Super-Wettbewerb und nehme sie genauso ernst wie die Abfahrt.“ Ein paar Slalom-Einheiten hat er schon hinter sich. Im Mölltal. „Und es geht schon besser als im vergangenen Winter.“ Was ihm helfen könnte: Technik-Spezialist Linus Strasser hat ebenfalls Gefallen an der Kombi gefunden. Logisch: Auch über sie ist eine Qualifikation für Olympia möglich. „Er ist sogar nach Chile nachgereist. Für mich ist das perfekt, einen starken Slalomfahrer im Training dabei zu haben, ein Top-Vergleich.“

Dreßen steckt voller positiver Energie. „Ich freue mich brutal, jetzt nach Amerika zu fliegen.“ Auch wenn er seine Freundin wieder viele Wochen nicht sehen wird. Und den kleinen Hund, den sich die beiden angeschafft haben. Der Jack-Russell-Terrier hielt Dreßen den Sommer über ordentlich auf Trab. „Er braucht unheimlich viel Zeit und Aufmerksamkeit, denn du musst ihn beschäftigen und auch erziehen.“ Ein neuer Trainingskollege also neben den üblichen Verdächtigen. Vielleicht macht er Dreßen am Ende ja sogar fit für Olympia.

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