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Trostlose Bilder von der Kandahar: Wo die alpinen Weltcup-Rennen stattfinden sollten, stehen die Schneekanonen still.

OK-Chef Fischer: Schaden ist enorm

Weltcup-Absagen: Jetzt drohen finanzielle Sorgen

Garmisch-Partenkirchen – Die Weltcup-Ausfälle sind für Garmisch-Partenkirchen ein Debakel. OK-Chef Fischer versucht den wirtschaftlichen Schaden in Grenzen zu halten.

Die Weltcup-Rennen in Garmisch-Partenkirchen sind abgesagt, die Ersatzorte mit Cortina d’Ampezzo für die Frauen (23. bis 26. Januar) und St. Moritz für die Männer (1. und 2. Februar) stehen fest. Doch damit ist die Angelegenheit für Peter Fischer, Chef des Weltcup-Organisationskomitees in der Marktgemeinde, nicht erledigt. Im Gegenteil. Seine Arbeit geht jetzt erst los. Er will und muss versuchen, den wirtschaftlichen Schaden zu begrenzen. Der ist enorm.

Peter Fischer hat seinen eigenen Wetterexperten. Auf ihn vertraut der Chef des Skiclubs Garmisch, auch wenn andere Wetter-Gurus mal eine andere Prognose erstellen. Doch dieser Tage waren sich alle einig: Es kommt wenig bis kein Schnee, es bleibt relativ mild. Das Todesurteil für den Ski-Weltcup auf der Kandahar in Garmisch-Partenkirchen. Am Sonntag musste Fischer als Chef des Organisationskomitees (OK) nach dem Weltcup der Damen auch die Herrenrennen absagen. Selbst ein Grund-Optimist wie Fischer musste einsehen: Es hat keinen Sinn.

Diese „sehr, sehr bittere, sportliche und schwerwiegende wirtschaftliche Entscheidung“ habe „nicht absehbare Folgen“, schrieb er am Sonntagvormittag. Um 10.48 Uhr verschickte er seine E-Mail, in der er Medien, Helfer und Kollegen über die Absage informierte. Wie gravierend die Auswirkungen tatsächlich sind, konnte und wollte er nicht beziffern. Seine vagen Prognosen allein aber reichen, um zu erkennen: Fischers Sorgen sind groß. So verursachte allein der Ausfall des Damen-Weltcups mit Abfahrt und Super-G, der am kommenden Wochenende hätte stattfinden sollen, Kosten im sechsstelligen Bereich. Hinzu kommt nun ein weiterer sechsstelliger Betrag durch die Absage der Herrenrennen, die für 1. und 2. Februar im Kreuzeckgebiet geplant waren. „Wie hoch dieser Betrag jetzt insgesamt ausfällt, muss sich zeigen.“ Fischer nennt nur eine Summe: Alleine für die Rückerstattung der bereits verkauften Tickets werden 120 000 Euro fällig.

Fischer will nun alles dafür tun, um den Kostenpunkt irgendwie im Rahmen zu halten. Wie? Da setzt der Garmisch-Partenkirchner zunächst auf persönliche Gespräche mit vielen Partnern wie etwa Hotelbetriebe. Auf vertragliche Einzelheiten geht er nicht ein, doch klar ist: Vielen stehen Entschädigungen zu. „Jetzt ist die Frage: Wie verhält sich jeder Einzelne? Kommen wir da vielleicht jeweils auf eine gute Einigung?“

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Was Fischer ebenfalls nicht abschätzen kann: Wie verhalten sich die Versicherungen im kommenden Jahr? Stehen sie wieder zur Verfügung? Und wenn ja: Zu welchen Konditionen? Der OK-Chef muss sich mit vielen Unbekannten auseinandersetzen.

Dazu gehört auch der Schaden für den Tourismusort Garmisch-Partenkirchen. Ohne ihn jemals in Euro angeben zu können: Er ist ebenfalls enorm. „Wir verlieren sechs Stunden TV-Zeit. Diese Werbung ist weg.“

Nur eines glaubt Fischer nicht: Dass der Weltcup-Ort einen Imageschaden davonträgt. „Sowohl das Fernsehen als auch die FIS wissen, dass sie in uns einen super Partner haben. Das haben sie auch nochmals betont.“ Unmittelbare Auswirkungen auf den Weltcup-Kalender hat die Absage nicht: Der steht bis 2017. Mit Garmisch-Partenkirchen und der Kandahar als Austragungsort von vier Rennen.

Katharina Bromberger

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