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Neuer Zielbereich bietet „mehr Stadionatmosphäre“

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Ein Gerichtsurteil hat das Organisationskomitee zum Umplanen gezwungen: Es musste die Tribüne versetzen und einen Teil drehen, damit die Zuschauer von allen Plätzen einen guten Blick haben. Die Lösung überzeugt. © Thomas Sehr

Garmisch-Partenkirchen - Ein Gerichtsurteil hat die Weltcup-Verantwortlichen gezwungen, einen neuen Platz für die Tribüne im Zielbereich der Kandahar zu suchen. Mit so einer guten Lösung, wie sie nun umgesetzt wurde, aber hat kaum einer gerechnet. Nicht einmal die Verantwortlichen selbst.

Plan B. Das klingt nach einem Kompromiss. Und ein Kompromiss klingt nach Abstrichen, nach einer Lösung, die nicht zu 100 Prozent zufriedenstellt. Ein Plan B also ist nicht das, was Mister 100 Prozent Peter Fischer gerne sieht. Das sagte er auch vor knapp fünf Monaten. „Ein Plan B ist immer ein Plan B.“ Damals kam er gerade aus dem Landgericht München II. Es hatte ihm und seinem Organisationskomitee (OK) des Ski-Weltcups in Garmisch-Partenkirchen untersagt, die Tribüne wie bisher aufzubauen. Landwirt Peter Lipf wollte sein Areal nicht mehr zur Verfügung stellen und bekam Recht. Also arbeitete der OK-Chef am Kompromiss. Und schickte voraus: Optisch – nicht sportlich – werde das Ganze an Qualität verlieren.

Jetzt ist Plan B umgesetzt. Die neue Tribüne steht auf dem Grundstück von Hans Maurer, Besitzer des ehemaligen Osterfelder Hofs, heute „Hannibal“. Sie wurde also Richtung Osten verschoben und gedreht. Wo früher, seit 1999, die Tribüne stand, stehen nun zum Teil die Zuschauer. Denn die Nutzung als Zieleinlauf bleibt von dem Gerichtsurteil unberührt, nur das Eisengerüst musste weg.

„Ja, ich find’s gut“

Und selbst Fischer gefällt die Lösung. „Ja, ich find’s gut.“ Auch die Verantwortlichen des Internationalen

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Gefeiert wird in der neuen Hütte im Zielbereich der Kandahar auch noch nach dem Weltcup. © Christian Fellner

Skiverbands haben sie gelobt. Helfer ebenso. „Man hat jetzt mehr Stadionatmosphäre“, sagt Fischer. Zudem sieht das Publikum besser. Beim ersten Damentraining gestern haben sich vereinzelte Fans davon schon überzeugt.

Da könnte man Landwirt Lipf doch glatt dankbar sein. Wäre er nicht so unnachgiebig gewesen, hätten Fischer und Co. ihren Zieleinlauf schließlich nicht umgestaltet. Fischer schnaubt verächtlich bei dieser nicht ganz ernst gemeinten Bemerkung. Findet er nicht lustig. Viel zu sehr hat er sich geärgert über all die erfolglosen Gespräche, den Rechtsstreit, das Urteil. Nach wie vor macht ihn das Ganze grantig. Er weigert sich, darüber zu reden. „Das lass’ ma, das Thema ist erledigt.“ Zumal es das OK viel Geld gekostet hat und kostet. Unter anderem bezahlte es 2015 knapp 11 000 Euro nebst 6000 Euro Anwaltskosten. Damals hatte Lipf versucht, die Rennen in letzter Minute zu verhindern.

Kosten für Infrastruktur steigen

Auch jetzt muss das OK investieren, etwa in neue Leitungen und Anschlüsse für Strom und Wasser sowie zusätzliche Bodenplatten. Um wie viel die Kosten für die Infrastruktur steigen und mit welchem Betrag der Zielbereich-Aufbau überhaupt zu Buche schlägt, sagt Fischer nicht. Wie gewohnt. Er spricht nicht über Geld.

Von einem notdürftigen Plan B, einem halbscharigen Kompromiss spricht er aber ebenfalls nicht mehr. Man habe die bestmögliche Lösung gefunden. „Das war auch meine Aufgabe.“ Für die nächsten fünf Jahre bleibt die Tribüne an ihrem neuen Platz. So lange läuft der Vertrag mit Maurer. Der Gastronom bringt sich in einem weiteren Punkt ein: der Stimmung.

Stimmung nach den Rennen bei Hannibal und in der Hütte

Auf der Terrasse des Hannibal im Osten des Zielbereichs wird auch nach den Rennen gefeiert. Ebenso wie im Westen. Dafür hat das OK-Team Geld in die Hand genommen. Wie viel, sagt Fischer – natürlich – nicht. Billig jedenfalls war die gemütliche Holzhütte nicht. Etwa 250 Menschen finden Platz, die Bewirtung übernimmt Peter Messerschmitt. Während der Rennen bekommen Gäste Getränke und Essen, nach dem Rennen Party. DJ Jürgen Kaul von Bayern 1 legt auf. Bis etwa zwei Stunden nach den Rennen, schätzt Fischer, wird gefeiert.

Entscheidend für gute Fernsehbilder aber ist nicht die Stimmung danach. Wehende Fahnen, Applaus und Jubel sollen die besten Skifahrer der Welt an diesem Wochenende bei den Damen und nächsten Freitag, Samstag und Sonntag bei den Herrenwettbewerben empfangen. Animieren werden die Zuschauer DJ Elmar, DJ Tonic und Stadionsprecher Andre Siems vom Bayerischen Rundfunk. Das Trio hat sich im vergangenen Jahr bewährt. Ein A-Team quasi.

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