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Gefragter Mann: Peter Fischer mit Ehefrau Frauke (M.) und FIS-Generalsekretärin Sarah Lewis.

Vertrag des Weltcup-Organisator läuft aus

Ist es Zeit, zu gehen? Peter Fischer erwägt Rücktritt

Garmisch-Partenkirchen - Seit Monaten bewegt Peter Fischer eine Frage: Wann ist es Zeit, als Weltcup-Organisationschef zurückzutreten? Ende dieses Jahres läuft sein Vertrag aus. Ob er ihn verlängert, ist keineswegs sicher.

Was wäre, wenn. . .? Kaum einer scheint sich die Frage aussprechen, geschweige denn, sich das Szenario ausmalen zu trauen. Aber man muss sich damit auseinandersetzen. Darum die Frage, klipp und klar gestellt: Was wäre, wenn sich Peter Fischer als Geschäftsführer des Organisationskomitees für den Skiweltcup in Garmisch-Partenkirchen zurückziehen würde? Eine irrwitzige Idee? Keineswegs. Zum 31. Dezember 2016 läuft sein Fünf-Jahres-Vertrag aus. Die meisten dürften nun sagen: Ach, der Fischer macht eh weiter. Aber genau das ist nicht gesagt. „Ich habe das Amt nicht auf Lebenszeit gepachtet.“ Im Gegenteil. Er will nicht zu denen gehören, die den Absprung nicht schaffen. „Dass ich als OK-Chef mit dem Krückstock hier herumspaziere, wird es nicht geben.“

62 Jahre ist Fischer alt, seine Beine tragen ihn bestens. Aber er spürt das Alter; die physische und psychische Dauerbelastung rund um die Weltcups steckt sein Körper nicht mehr so einfach weg wie früher.

Intensiv hat er in den vergangenen Monaten in sich hineingehorcht, eine Frage hat ihn begleitet: „Wann ist der richtige Zeitpunkt, zu gehen?“ Seine Antwort: zwiegespalten. Der Verstand sagt: jetzt. „Körperlich war es schon ein paar Mal soweit.“ Gesundheitliche Probleme haben ihn, den Fels in der Weltcup-Brandung, ins Wanken gebracht. Kaum einer weiß davon. Solche Schwächen trägt ein Mister 200 Prozent wie Fischer nicht nach außen. Eine aber kennt sie genau, erlebt die Tiefen mit – und sorgt sich: Ehefrau Frauke. Jahrelang hat sie ihren Mann geteilt – mit dem Skiclub Garmisch, 1997 wurde er Vorsitzender, und dem Weltcup, 1999 übernahm er das Amt des OK-Chefs von Hubert Ostler. Jetzt aber sagt sie „rigoros nein“. Ihr Mann soll nach 17 Jahren aufhören. „Für sie gibt es da keine Diskussion.“

Aber Peter Fischers Herz sträubt sich noch dagegen. Sein Lebenswerk gibt man nicht so einfach in andere Hände.

Nun stellt Fischer die Frage, mit der sich seiner Meinung nach auch andere befassen sollten: „Was ist, wenn ich weg bin?“ Wie geht es weiter mit den vier Weltcuprennen in Garmisch-Partenkirchen? Wer kümmert sich um eine mögliche Bewerbung um Alpine Ski-Weltmeisterschaften 2023? Für unersetzlich hält sich der 62-Jährige nicht. „Schmarrn. Das ist doch keiner. Freilich geht’s ohne mich weiter.“ Aber wie?

Ein Peter Fischer als OK-Chef hinterlässt keine großen Fußstapfen. Es sind die Abdrücke eines Riesen-Mammuts, in die sein Nachfolger treten müsste. Nur Perfektion ist dem Garmisch-Partenkirchner gut genug. Beim Internationalen Skiverband FIS und dem Deutschen Pendant DSV pflegt er beste, vertrauensvolle Kontakte, über viele Jahre aufgebaut. „Das kann ich niemandem lernen.“ Er braucht einen Mann oder eine Frau mit Charisma, betriebswirtschaftlichem Wissen, mit dem Mut, Verantwortung für weitreichende Entscheidungen zu übernehmen, und jemanden, der sich dem Wind und Orkan entgegenstellt, der ihm entgegenbläst. „Den Nervendruck muss man aushalten.“ Fischer hat jemanden im Blick, der die Voraussetzungen erfüllt. „Der könnte das. Aber die Person braucht noch ein bisschen Zeit.“ Ein Name fällt nicht – nur einen schließt der OK-Chef kategorisch aus, der unweigerlich in der Nachfolge-Suche fällt: Florian Fischer, der aktuell beim Weltcup als TV-Koordinator fungiert. Fähig wäre er, sagt sein Vater. „Aber beruflich ist das bei ihm nicht möglich.“ Zudem: „Er würde immer der Sohn bleiben.“ Der Neue aber müsse eigene Wege gehen, sich sein Standing erarbeiten.

Natürlich stünde Fischer als Berater zur Verfügung, wenn er gebraucht wird. „Aber wenn ich nein sage“ – nein zu einem neuen Vertrag als Geschäftsführer – „dann bedeutet das nein. Und dann muss auch Ende sein.“

Wann das nun der Fall sein wird? Fischer lächelt und schaut sich im Pressezentrum an der Kandahar um. Er zuckt mit den Schultern. Sollte er dem Wunsch seiner Ehefrau nachkommen, „sag’ ich es sehr, sehr bald“.

Und sollte er seinem Herz folgen? Auch dafür gibt’s einen Plan: „Wenn ich weitermache, muss ich Regeln einhalten, die ich bislang ignoriert habe.“ Regeln wie: mal Urlaub machen, Kraft tanken. Ein Szenario, mit dem sich die Weltcup-Organisatoren, Helfer und Fans sicher anfreunden könnten.

Katharina Bromberger

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