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Skitouren-Streit eskaliert erneut

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So einfach geht’s: Am Kolben bei Oberammergau gibt es eine eigene Route für Tourengeher. © Hutter

Garmisch-Partenkirchen - Der Skitouren-Streit ist erneut eskaliert: Die Gemeinderäte können keine Lösung um eine zweite Aufstiegsspur beschließen, weil die Bayerische Zugspitzbahn (BZB) plötzlich ihr Einverständnis zurückzieht.

Eigentlich sollte die Hauptausschuss-Sitzung des Garmisch-Partenkirchner Gemeinderates am Mittwoch um 17.15 Uhr beginnen. Die Türen zum Saal im Jugendzentrum, wo das Gremium diesmal tagte, öffneten sich aber erst mit dem 18-Uhr-Läuten der benachbarten Kirchenglocken. 45 Minuten länger als geplant wurde also nicht-öffentlich über ein Thema gestritten, das die Marktgemeinde schon das ganze Jahr beschäftigt: eine zweite Skitouren-Route. Der Plan, eine Einigung mit dem verärgerten Skitourensportler-Verein zu erzielen, musste aufgegeben werden - weil die Bayerische Zugspitzbahn (BZB) kurzerhand einen Rückzieher gemacht hat. Die Folge: Nun steht das ganze Classic-Gebiet offen.

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„Die Verwaltung muss zunächst ihre Hausaufgaben machen“, sagte Ausschuss-Vorsitzende und Zweite Bürgermeisterin Daniela Bittner (CSB) über die Vorberatungen, als sie den Tagesordnungspunkt nach wenigen Minuten in der öffentlichen Sitzung abschloss. Die Kirchenglocken waren noch nicht verstummt, als die Abstimmung über den „Erlass einer Anordnung über die Sperrung von Skipisten“ vertagt wurde.

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Worum es in dem Tagesordnungspunkt ging, erfuhren die Zuhörer in einem Nebensatz: Der Ausschuss sollte entscheiden, ob neben der bewährten Standard-Tonihütten-Route auch die Olympia-Abfahrt für die Tourengeher geöffnet wird - und das ganztägig (außerhalb der Hochsaison-Zeiten). Ein Vorschlag, der in dieser Form überrascht. Denn noch Ende November hatte der ehemals Kommissarische Vorstand der BZB, Wotan Lichtmeß, erklärt, dass die Olympia-Route Tourengeher nur bis 10 Uhr zur Verfügung steht.

Nachdem dieser Vorschlag von den Vereinsmitgliedern um den Vorsitzenden Robert Herz als „inakzeptabel“ zurückgewiesen worden war, galt es, eine neue Lösung zu finden. Der jetzige Kompromiss, teilt Rathaussprecher Florian Nöbauer mit, sei im Vorfeld der Ausschuss-Sitzung mit allen Beteiligten abgestimmt worden. Dann habe die BZB die Lösung, die Olympia komplett zu öffnen, „kurzfristig doch nicht mehr mittragen“ können. Warum das so ist, bleibt unklar. Der neue Kaufmännische Vorstand Matthias Stauch wollte sich auf Tagblatt-Anfrage gestern nicht zu den Gründen äußern. Er verwies darauf, dass sein Vorstandskollege Peter Huber der bessere Ansprechpartner sei. Huber, nebenbei erklärter Gegner des Ausbaus, weilt derzeit aber im Urlaub in Indien. Was Marktgemeinde und BZB (die zu 100 Prozent den Gemeindewerken gehört) mit diesem Verhalten bezwecken, fragt sich auch Robert Herz vom Skitourensportler-Verein. „Wir hätten den jetzigen Vorschlag akzeptiert“, stellt er klar.

Das Chaos hat für ihn und Gleichgesinnte jedoch einen großen Vorteil: Die umstrittene Anordnung der Gemeinde, die lediglich einen Aufstieg auf der Tonihütten-Strecke erlaubt hat, war nur in der vergangenen Saison gültig. Das heißt: Nach aktuellem Stand stehen den Tourengehern in diesem Winter alle Pisten offen.

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