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Skitourensportler bereiten Klage vor

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Er trägt die Verantwortung: Robert Herz, Sprecher der Skitourengeher. Foto: Forster
Er trägt die Verantwortung: Robert Herz, Sprecher der Skitourengeher. Foto: Forster

Garmisch-Partenkirchen - Sind Pistensperrungen zulässig? Das soll ein Gericht klären. Denn die Skitourensportler in Garmisch-Partenkirchen bereiten eine Klage vor. Das Urteil könnte große Auswirkungen haben.

Das ungeliebte Wort mit K wie Klage wurde ersetzt: durch K wie Klärung. Das klingt positiv und wie konstruktiv. Deshalb taugt das Wort Robert Herz, dem Vorsitzenden des Skitourensportlervereins Garmisch-Partenkirchen. Geklärt wird zunächst intern, welche rechtlichen Schritte die Mitglieder einleiten können, um für kommenden Winter ihr Ziel zu erreichen: eine alternative Aufstiegsspur im Classic-Skigebiet in Garmisch-Partenkirchen. Dann werden sie ihre Klage (man kommt nicht drum herum) einreichen, und ein Gericht muss ist für die Klärung zuständig. Es geht um eine Grundsatzentscheidung: Ist eine Sperrung von Pisten durch Liftbetreiber, wie sie die Bayerische Zugspitzbahn (BZB) verhängt hat, zulässig oder gilt das freie Betretungsrecht der Natur (siehe Kasten)? Das Urteil könnte Auswirkungen auf Skigebiete in ganz Deutschland haben.

Dass der Streit zwischen BZB und den Pistentourengehern vor Gericht enden würde, hatte sich abgezeichnet. Denn die Vereinsmitglieder hatten den Schritt angekündigt, sollte das Landratsamt Garmisch-Partenkirchen nicht bis Mitte Juni tätig werden und die Pistensperrungen durch die BZB für unzulässig erklären. Diese hatte im Dezember 2011 alle Abfahrten im Classic-Gebiet - außer der ausgewiesenen Aufstiegsroute und der Olympia-Abfahrt bis 10 Uhr - für aufsteigende Skifahrer gesperrt. Die Behörde aber ließ die Frist - wie erwartet - verstreichen. Denn schon Mitte Mai hatte Sprecher Stephan Scharf gegenüber dem Tagblatt erklärt: „Nach vorläufiger Einschätzung ist davon auszugehen, dass bis zum Beginn der nächsten Skisaison keine Beseitigungsanordnung bezüglich der Sperren-Schilder für Skitourengeher ergehen wird.“ Das Landratsamt hat für weitere rechtliche Klärung die Regierung von Oberbayern eingeschaltet und wartet auf Antwort.

Herz und seine Mitstreiter aber wollen nicht länger warten. Sie werden jetzt „alles tun, um uns durchzusetzen“. In etwa zwei Wochen will der Verein nach Prüfung der Möglichkeiten die Klage einreichen. Nach wie vor ist nicht klar gegen wen: die BZB oder beteiligte Behörden? Oder beide? „Alles ist möglich.“ Auch eine Niederlage. Und eine solche würde im schlimmsten Fall bedeuten: Sperrungen durch Liftbetreiber sind zulässig, und das Pistenmarschieren wird womöglich generell verboten - nicht nur partiell und nicht nur in Garmisch-Partenkirchen, sondern auch am Brauneck, Sudelfeld, Spitzing, Herzogstand und den anderen Gebieten, in denen das Thema die Gemüter erregt hat und erregen wird.

Herz nimmt dieses Risiko in Kauf. „Dann haben wir wenigstens endlich Rechtssicherheit.“ (kat)

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