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Rund 200 Musikanten versammelten sich auf den Aufgängen zur Basilika – welch’ ein imposantes Bild für die Zuschauer.

Großer Auftritt im Rahmen der Landesausstellung

So schön klingt’s im Kloster Ettal: Acht Blaskapellen geben ein Massenkonzert

Ein unvergleichliches Klangspektakel hat sich im Kloster Ettal geboten: 200 Musiker der Ammertaler Blaskapellen traten zum ersten Mal gemeinsam auf.

Arndt Detter organisierte das Blasmusiktreffen.

Ettal – Der Maier Seppl vom Lötschmüllerhof in Bad Bayersoien war ganz aus dem Häuschen: „So a bärige Sach! Vor so einer Kulisse, es gibt nichts Schöneres.“ Wie der Soier Landwirt empfanden auch die rund 500 Besucher am Donnerstagabend im Innenhof des Benediktinerklosters Ettal, als zu einem Gemeinschaftskonzert aller Blaskapellen des Ammertals sowie jener aus Oberau geladen wurde. Der Kulturverein Oberammergau um dessen Vorsitzenden Arndt Detter hatte dieses Klangspektakel im Rahmen der Bayerischen Landesaufstellung auf die Beine gestellt und bei Mitwirkenden wie Zuhörern dafür vollstes Lob geerntet. In dieser Form mit allen Musikkapellen hatte es dies bislang noch nicht gegeben.

Der Organisator, der sich seit Herbst vergangenen Jahres um das Zustandekommen dieses Konzerts gemüht hatte, erhielt nur positive Rückmeldungen: „Ob Musikanten oder Besucher, alle haben geschwärmt. Es war phantastisch, einzigartig.“ Auch Landrat Anton Speer, der zur Begrüßung kurz das Wort ergriff und ohne Mikro (!) im weiten Rund des Innenhofs seine Stimme erhob, zeigte sich begeistert von diesem Ambiente: „Das ist einmalig, in einem solchen Rahmen bayerische Blasmusik genießen zu dürfen.“ Im Überschwang des Augenblicks versprach er jedem Musikanten als kleine Anerkennung eine Brotzeit und zwei Halbe Bier („Die zahlt der Landkreis“) und gemeindete kurzerhand die Oberauer Kapelle ein: „Ihr gehört’s jetzt a zum Ammertal.“

Jede Blaskapelle spielt erst 25 Minuten allein auf

Pünktlich mit dem Glockenschlag der Basilika um 18.30 Uhr begannen die Mitwirkenden, die sich auf den Zugängen zur Klosterkirche platziert hatten, mit dem Programm. Vier Stücke waren angekündigt: König-Ludwig-Marsch, Bayerischer Defiliermarsch, Laridah-Marsch und Bayernhymne. Gerne hätten das immer mehr strömende Publikum noch weitere Werke gehört, um der großartigen Akustik in dem Karree der Klosteranlage zu lauschen. Doch noch war ja bei weitem nicht Schluss: Im Festzelt auf dem Schulsportplatz ging’s weiter. Jede Blaskapelle durfte sich 25 Minuten lang mit ausgewählten Stücken hören lassen, die Reihenfolge war ausgelost worden. Nicht nur Arndt Detter war sichtlich angetan von dem Gebotenen: „Es ist ja der Wahnsinn, was wir mittlerweile für ein hohes Niveau bei den heimischen Blaskapellen haben. Das ist Spitzenklasse. Voll Würde und Stolz können die Orte auf ihre Kapellen blicken.“

Mit langanhaltendem Applaus und Bravo-Rufen entließ das Publikum die einzelnen Ensembles, ehe am Ende noch einmal der Macher des Konzerts, der für die perfekte Organisation viel Lob einheimste, ans Mikrofon trat, und dabei den Gästen im Zelt kund tat, dass sie gerade Augenzeuge einer historischen Veranstaltung geworden seien: „Dass alle Ammertal-Kapellen gemeinsam musizieren, hat’s bislang noch nicht gegeben.“ Nur einen Wermutstropfen im Freudenbecher fand Arndt Detter: Dass nämlich die Einheimischen sowie die politischen Repräsentanten weitgehend spärlich zu diesem einmaligen Konzert erschienen waren. Aus Oberammergau ward weder ein Bürgermeister noch ein Gemeinderat gesehen. Die politischen Fahnen hielten nur die Gemeindechefs Josef Pössinger (Ettal) und Gisela Kieweg (Bad Bayersoien) hoch. Wer fehlte, hat etwas Wunderschönes verpasst.

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