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Diskussion: Frith jof Finkbeiner (r.) befürwortet umweltfreundliche Stromerzeugung vor Ort. 

Alternative Energien in Schöffau?

Solarstrom-Projekt entzweit Bürgerversammlung in Schöffau

Bei einer Bürgerversammlung in Schöffau gehen die Meinungen über eine beantragte Photovoltaikanlage auseinander. Die einen sind dafür, die anderen dagegen. 

Schöffau – „Ich weiß nicht, ob ich jetzt schlauer bin.“ So lautete das persönliche Fazit von Uffings Bürgermeister Rupert Wintermeier (WGU), das er zum Abschluss der Bürgerversammlung in Schöffau zog, zu der rund 60 Bürger in das Gasthaus Lieberwirth gekommen waren. Der Abend drehte sich thematisch um eine Freiflächen-Photovolatikanlage. Konkret ging es dabei um einen Antrag des Mühldorfers Alexander Sommer, der sich für die Energiewende engagiert und schon zwei Windräder in Norddeutschland betreibt. Im März hatte er bei der Gemeinde angefragt, ob er auf einer ehemaligen Deponie an der Straße zwischen Uffing und Schöffau eine Solaranlage errichten darf (wir berichteten). Der Gemeinderat hatte das Thema schon einmal nichtöffentlich und zweimal öffentlich behandelt, wollte aber keine Entscheidung über die Köpfe der Einheimischen hinweg treffen. Die Bürgerversammlung sollte Klarheit schaffen. Das tat sie aber nicht, die Meinungen der Anwesenden gingen nämlich weit auseinander.

Nach der recht nüchternen Vorstellung über technische Details der Stromerzeugung und der Einspeisung ins Netz kam beim Diskussionsteil Leben in die Versammlung. Dabei bildeten sich zwei Lager. Zahlreiche Bürger aus Uffing und der Schöffau waren der Ansicht, dass es keine Photovoltaik-Anlagen braucht, die die Optik der Landschaft beeinträchtigen. Andere sahen wiederum in der ortsnahen und umweltfreundlichen Stromerzeugung einen Vorteil für die heimische Wirtschaft und die Gemeindefinanzen. Die Anlage solle nämlich laut Sommer von örtlichen Unternehmen gebaut werden und während einer Betriebszeit von 30 Jahren 250 000 bis 300 000 Euro Gewerbesteuer bringen.

Auch der Tourismus werde von der Anlage profitieren, weil es immer mehr Menschen gebe, die auf ökologisches Bewusstsein in der Urlaubsregion achten würden. Zudem könnten die Bürger der Gemeinde profitieren, indem sie eine Energiegenossenschaft gründen und eine der drei geplanten PV-Anlagen mit je 750 Kilowatt Spitzenleistung selbst betreiben.

Befürworter und Skeptiker des Projekts brachten die Vor- und Nachteile, die das von Sommer geplante Vorhaben mit sich bringen würde, zum Ausdruck. Aber auch Kompromissvorschläge waren zu hören. Ein Bürger schlug vor, zuerst alle in Frage kommenden Dächer mit PV-Anlagen zu bestücken, bevor Freiflächen-Anlagen gebaut werden. Ein anderer hielt es für sinnvoll, nur auf Energiesparen und den Einsatz von Geräten mit hoher Energieeffizienz zu setzen – und dafür auf die Erzeugung von umweltfreundlichem und regenerativem Strom zu verzichten.

Mehrere Besucher sprachen sich schließlich für eine Abstimmung unter den Anwesenden im Gasthaus aus. Dies lehnte Rathaus-Chef Wintermeier jedoch ab. Immerhin waren nicht alle Bürger der Gemeinde vor Ort. Diese wären also von der Wahl ausgeschlossen gewesen. „Wir sollten noch ein bisschen darüber reden“, riet der Bürgermeister. Als sich die Veranstaltung dem Ende neigte, wusste er immer noch nicht so recht, wie die Mehrheit der hiesigen Bevölkerung zu Sommers Plänen steht. Darum bat er die Anwesenden und wohl auch die Nicht-Anwesenden: „Sagt’s mir eure Meinung.“ Dies könnten die Bürger jederzeit tun. Ihre Ansicht über das Projekt soll in die Entscheidung einfließen, die der Gemeinderat im Januar treffen will.

Alfred Schubert

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