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"Unser Trinkwasser im Loisachtal"

Entschädigungen für Grundeigentümer

Farchant - Solide Finanzlage: Jahresbeitrag ruht. Bauern sollen Geld aus dem Naturschutzfond erhalten

Schon 216 Mitglieder zählt der Verein „Unser Trinkwasser im Loisachtal“. Und das nach erst knapp zweijährigem Bestehen. Zur Erinnerung: Die Initiative wurde damals von engagierten Farchantern, Garmisch-Partenkirchnern und Oberauern ins Leben gerufen, um sich gegen die von den Münchner Stadtwerken geplante Ausweitung der Wasserschutzzonen stark zu machen. Diese sollten sogar teilweise bis in die Baugebiete reichen und hätten vor allem die Gemeinde Farchant in seiner Ortsentwicklung erheblich eingeschränkt. Doch das Engagement der Bürger zahlt sich aus. Denn wie Landrat Anton Speer (Freie Wähler) nun bei der Jahreshauptversammlung in Farchant verkündete, sei durch den Einsatz des Vereins „ein so großer Erfolg“ möglich geworden, dass das Schutzgebiet von den bebauten Ortsteilen ferngehalten werden könne. Im Rahmen der Zusammenkunft, an der 47 Mitglieder, darunter auch zwei des Miesbacher Partnervereins, teilgenommen haben, waren die Finanzen ein großes Thema. Vorsitzender Anton Grünauer machte klar, dass der Verein mit den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln zurechtkomme. Der Grund hierfür sei die Unterstützung durch die Gemeinde Farchant. „Wir sind kein Sparverein“, betonte Grünauer, außerdem „scheinen in naher Zukunft keine weiteren intensiven Ausgaben in Sicht“. Deshalb wurde einstimmig beschlossen, dass Neumitglieder künftig nur einmalig ihren Jahresbeitrag zahlen sollen.

Wer schon länger dabei ist, ist bis auf weiteres fein raus. Aktuell befinden sich nach Angaben des Kassiers Andreas Leitenbauer rund 4800 Euro in der Vereinskasse. Ebenfalls ein wesentlicher Aspekt war die Entschädigungsproblematik. So wurde laut Schriftführer Joachim Herrmann zum Beispiel bemängelt, dass die betroffenen Grundeigentümer keine Vergütung erhalten, „obwohl deren Grundstücke unmittelbar für Naturschutz und Wasserentnahme zur Verfügung gestellt werden“. Der amtliche Naturschutz hingegen bekommt entsprechend der entnommenen Wassermenge Zahlungen aus einem Naturschutzfond. Grünauer schlug daraufhin vor, den Landwirten Gelder aus diesem Fond zu geben. Die Mitglieder beantragten deshalb beim Landratsamt, dass eine Regelung gefunden wird, die den Betroffenen eine „angemessene Entschädigung zuspricht“. Dem Farchanter Bürgermeister Martin Wohlketzetter (SPD) zufolge hätten die Gemeinde und die Weidegenossenschaft bereits Kontakt mit dem Landratsamt in dieser Angelegenheit aufgenommen.

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