Wollen Gemeinschaft in den Mittelpunkt stellen und Reibereien unter der Geschäftsleuten abschaffen: Das Organisationsteam der Vereinegemeinschaft, hier um Sepp Bierling (stehend), versammelt. F: Kolb

"Es soll nicht jeder sein eigenes Süppchen kochen"

Murnau - Nur wenig besinnlich lief es in den vergangenen Jahren hinter den Kulissen des Murnauer Christkindlmarkt ab. Der Wirtschaftsförderverein gab jetzt die Organisation ab.

Advents-Beleuchtung, wohin das Auge reicht. Der Duft von Glühwein, Jägertee und Bratwürsten weht durch die Straßen, wenn sich am Samstag, 10., und Sonntag, 11. Dezember, der Murnauer Obermarkt wieder von seiner weihnachtlichen Seite präsentiert. Wie ein Magnet zieht der Christkindlmarkt mit seinem Angebot und Flair zahlreiche Besucher an.

Doch in den vergangenen Jahren trügte der Schein der friedlichen Stimmung, nur wenig besinnlich lief es hinter den Kulissen ab. Der Wirtschaftsförderverein, dem die Organisation oblag, musste viel Kritik einstecken - von Geschäftsleuten, Wirten und der Bevölkerung. Es bestand also Handlungsbedarf. Lange und intensive Gespräche führten nun zu einem Ergebnis: Der Wirtschaftsförderverein tritt seine Aufgabe an die Vereinsgemeinschaft Murnau, einem lockeren Zusammenschluss der ortsansässigen Vereine, ab.

Ein Umschwung, der einige Neuerungen mit sich bringt. Dazu gehört vor allem, den Markt, der sich bisher in etwa vom Angerbräu bis zur Bäckerei Erl erstreckte, zu verkleinern. „Die Bevölkerung war von der Größe nicht begeistert“, weiß Sepp Bierling vom Organisationsteam. „Deshalb wollen wir ihn nicht mehr unnötig aufbauschen und aufblähen.“ Den Händlern müsse klar gemacht werden, dass es sich um keinen Kramermarkt handle.

Aber vor allem ein Aspekt steht im Mittelpunkt: die Gemeinschaftlichkeit der Vereine. „Es soll nicht mehr jeder sein eigenes Süpplein kochen“, betont das Mitglied des Sportverein Hechendorf. Deshalb entstehen heuer zum ersten Mal fünf „Gemeinschaftsstände“, bei denen sich die Vereine beteiligen und dessen Erlös untereinander aufgeteilt wird. Auch 2000 Tassen mit einheitlichem Motiv sowie eine zentrale Geschirrtauschstelle sind Bestandteil des neuen Konzepts. „Es wird ein riesen Service geboten“, verdeutlicht Michael Montag, Vorsitzender der Freiwilligen Feuerwehr Murnau. Die Zusammenarbeit der Vereine sei ein positives Signal nach außen, glaubt auch Bierling. Konkurrenzdenken untereinander - Fehlanzeige. Eigens dafür hat sich das zehnköpfige Organisationsteam mit den Wirten auf einheitliche Preise geeinigt, „Dumpingpreise“ am Markt stehen nicht zur Diskussion. Und auch der Abstand zu der Verkaufsbuden zu den Läden wird rigoros eingehalten, um deren Geschäft nicht zu schädigen.

„Das ist unser Wunschdenken, die Reibereien mit den Geschäftsleuten abzuschaffen“, hofft Bierling. Er ist sich aber über eines im Klaren: „Vielleicht müssen wir dieses Jahr Lehrgeld zahlen, aber daraus können wir für die Zukunft nur lernen.“ Doch solange die Vereine an einem Strang ziehen, herrscht nicht mehr nur auf dem Christkindlmarkt, sondern auch bei allen Beteiligten eine besinnliche Weihnachtsstimmung.

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