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Nach diesem Unfall Ende 2014 stand der ehemalige Bahnhof Kainzenbad als Sonderhalt auf der Kippe.

Zug bringt die Gäste direkt vor die Haustür

Sonder-Haltestelle für Neujahrsspringen gesichert

Garmisch-Partenkirchen - Gute Nachrichten für alle Gäste des Neujahrsspringens: Die Züge halten weiterhin am ehemaligen Bahnhof Kainzenbad. Ein neuer Bahnhof am Partenkirchner Skistadion bleibt Thema.

Erstaunlich, welche Begeisterung man für einen Bahnhalt entwickeln kann. Noch dazu für einen, den es offiziell gar nicht gibt, schon seit 3. Juni 1984 nicht mehr. Doch genau dieser Bahnhof bedeutet Michael Maurer so viel: ein „wahrscheinlich weltweit einmaliges Angebot“. Eine echte Erleichterung. Einen „unbezahlbaren Service“. Und der Präsident des Skiclubs Partenkirchen schwärmt zurecht vom ehemaligen Bahnhof am Kainzenbad, der zweimal im Jahr zum Leben erweckt wird: Am 31. Dezember und 1. Januar halten dort Züge und bringen damit die Gäste des Neujahrsspringens und des Trainings fast direkt ins Olympia-Skistadion.

Nun aber stand dieses einmalige Angebot auf der Kippe. Sonderregelungen für den Zughalt sollten keine mehr erteilt, der Bahnhof endgültig geschlossen werden. Für Maurer, auch Chef des Organisationskomitees, wahrlich keine schöne Vorstellung – die er nun aus seinen Gedanken verbannen kann: Der temporäre Bahnhalt am Kainzenbad für das Neujahrsspringen ist „für die nächsten fünf bis sechs Jahre“ gesichert. Das meldet die Marktgemeinde nach Gesprächen im Bayerischen Innenministerium diese Woche. Daran nahmen Vertreter der Obersten Baubehörde und der Deutschen Bahn, Garmisch-Partenkirchens Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer und Maurer teil. Einmal mehr ging es auch um das liebe Geld.

Michael Maurer findet: "Das ist super gelaufen"

Wie berichtet, fiel die Beleuchtung nach einem Unfall mit einem Lkw am Bahnübergang an der Wildenauer Straße vor dem Springen 2015 komplett aus. Ohne Licht aber gibt’s keinen Halt. Für die Reparatur stand eine fünf- bis sechsstellige Summe im Raum. Die sollte, so schlugen es Bahnvertreter vor, der Markt übernehmen. Im Gegenzug würde das Unternehmen die Haltestelle sanieren und als temporäre Station erhalten. Die notorisch klamme Gemeinde lehnte ab. Nun haben beiden Seiten eine einvernehmliche Lösung gefunden.

Die gefällt Spar-Bürgermeisterin Meierhofer außerordentlich gut: Die Kosten für die neue Beleuchtung liegen ihr zufolge nur im fünfstelligen Bereich. Davon bezahlt Garmisch-Partenkirchen maximal die Hälfte; Bahn und Behörden übernehmen den Rest. „Und unsere Summe ist auch noch gedeckelt“, betont Meierhofer erfreut. Auch Maurer hält die Einigung für gelungen. „Das ist super gelaufen.“

Damit ist das Thema Haltestelle aber nicht beendet; die defekte Beleuchtung wieder in Schuss zu bringen, ist nur ein erster Schritt. Auch über einen Ganzjahreshalt haben sich die Gesprächsteilnehmer noch einmal unterhalten.

Wie berichtet, sieht die Bahn Potenzial für einen regulären Bahnstopp am Skistadion, also einen Neubau in der Nähe des ehemaligen Bahnhofs Kainzenbad. Meierhofer befürwortet dieses Projekt grundsätzlich. Sowohl für Touristen als auch für Klinikums-Mitarbeiter sieht sie darin ein interessantes Angebot.

Noch aber stehen viele offene Fragen im Raum. Eine Machbarkeitsstudie muss erstellt, ein Konzept rund um das Skistadion, das bekanntlich umfangreich saniert werden soll, erarbeitet werden. Zudem sollte der Gemeinderat in einer seiner nächsten Sitzungen eine Absichtserklärung abgeben, dass „wir in die Planung eintreten wollen“, sagt Meierhofer.

Bis ein neuer Bahnhof jenen am Kainzenbad ersetzt, dürfte also noch einige Zeit vergehen. Martin Bader, Sprecher der Gemeinde, stellt ein „mehrjähriges Verfahren“ in Aussicht.

Katharina Bromberger

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