Sozialer Wohnungsbau - ein erster Schritt

Murnau - Der Ruf nach bezahlbarem Wohnraum ist in der politischen Debatte in Murnau allgegenwärtig. Jetzt kommt Bewegung in die Sache.

Der Gemeinderat hat in der jüngsten Sitzung eine Grundsatzentscheidung getroffen, um den Weg frei zu machen für ein neues Projekt des sozialen Wohnungsbaus. Die Volksvertreter sprachen sich einstimmig dafür aus, dass die Kommune hierfür ein Grundstück zur Verfügung stellt. Welche Fläche in Frage kommt, in welcher Größenordnung gebaut werden soll und wann es losgeht, das steht alles noch nicht fest. Als potentieller Träger ist die Wohnbau GmbH Weilheim im Gespräch. An dieser gemeinnützigen Gesellschaft ist neben anderen Kommunen der Landkreise Weilheim-Schongau und Garmisch-Partenkirchen auch der Markt Murnau beteiligt.

Den Anstoß zu dem Beschluss hatte Michael Manlik mit einem Antrag gegeben. „Das Thema brennt auf den Nägeln“, sagte der ehemalige Sozialdemokrat, der zum ÖDP/Bürgerforum gewechselt ist. Es sei höchste Zeit, tätig zu werden. Die letzten Sozialwohnungen seien vor zehn Jahren entstanden. Die Nachfrage übersteige bei weitem das Angebot.

Es ist kein Geheimnis, dass Wohnen in Murnau mittlerweile ein Luxus ist. Gerade einkommensschwache Familien können häufig nicht mithalten - und müssen wegziehen. Sozialwohnungen, die nach strengen Kriterien vergeben werden, sind vergleichsweise günstig. Die Kaltmieten bewegen sich zwischen vier und sieben Euro pro Quadratmeter, auf dem „normalen“ Mietmarkt sind acht bis zehn Euro fällig.

„Dieser Antrag hat seine Berechtigung“, pflichtete Bürgermeister Dr. Michael Rapp (CSU) bei. Wie bereits berichtet, sieht auch der Rathaus-Chef Handlungsbedarf. Sein Wunschpartner für das Vorhaben ist die besagte Wohnbau GmbH, in deren Aufsichtsrat Rapp derzeit sitzt. Mit dieser habe man „gute Erfahrungen“ gemacht. Rapp erklärte, dass die Gesellschaft in Murnau noch ein freies Grundstück in der Hinterhand habe. Auch brachte er die Möglichkeit ins Spiel, die bestehende Anlage im Lindenthal zu erweitern. In Murnau gibt es rund 160 Sozialwohnungen. Die meisten davon, nämlich 130, betreibt die Wohnbau GmbH.

Die Räte waren sich in der Sache einig, nur die Vorgehensweise wurde kontrovers diskutiert. Einige Kommunalpolitiker wünschten sich mehr Informationen. Die Verwaltung hatte vorgeschlagen, zuerst den Bedarf zu ermitteln. Dies ging jedoch jedoch mehreren Rednern nicht weit genug. Sie forderten einen konkreten, ersten Schritt - und konnten offenbar mit dieser Sichtweise das Gremium überzeugen.

Elisabeth Hoechner (SPD) betonte, dass das beschlossene Vorhaben im Rahmen der Wohnraum-Debatte nur „ein Mosaiksteinchen“ sei. Es müsste viel mehr passieren. Schließlich könnten sich viele, die kein Anrecht auf eine Sozialwohnung hätten, ebenfalls nicht die teuren Murnauer Immobilien leisten. (as)

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