Immobilie aus dem Jahr 1954: Dieses Haus an der Adalbert-Stifter-Straße soll abgebrochen und durch einen größeren Neubau ersetzt werden. Foto: Lory

Sozialer Wohnungsbau: 14 Unterkünfte zu bezahlbaren Preisen

Murnau - Im Wahlkampf waren sich alle einig: Murnau braucht dringend Sozialwohnungen. Nun macht die Politik Nägel mit Köpfen.

An der Adalbert-Stifter-Straße sollen rund 14 Unterkünfte entstehen. Dies beschloss am Donnerstagabend der Hauptverwaltungsausschuss einstimmig. „Damit ist die Sache aber nicht erledigt“, betonte Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum). Das Projekt sei „ein Tropfen auf den heißen Stein“.

Die Verwaltung hatte im Vorfeld mehrere Gespräche mit der Wohnbau Weilheim GmbH geführt und ausgelotet, welche Möglichkeiten es gibt. Ergebnis: Die Gesellschaft favorisiert eine Nachverdichtung im Bereich des Grundstücks Adalbert-Stifter-Straße 2 im Murnauer Norden. Dieses wurde der GmbH auf Erbbaurechtsbasis zur Verfügung gestellt. An der besagten Stelle steht momentan noch ein Haus mit vier Wohnungen aus dem Jahr 1954. Dieser Bau soll abgerissen werden. Wie Geschäftsführer Felix Nuss am Freitag dem Tagblatt mitteilte, will sich die Wohnbau Weilheim bemühen, die Mieter in GmbH-eigenen Immobilien in Murnau unterzubringen. Zudem soll es für die aktuellen Bewohner die Option geben, in den Neubau einzuziehen, wenn gewisse Voraussetzungen erfüllt sind.

Es ist geplant, dass bestimmte Teile als Sozialwohnungen deklariert und andere Unterkünfte freifinanziert werden. Letztere könnten an Bewerber vergeben werden, deren Einkommen über den Verdienstgrenzen für Sozialwohnungen liegt. Bei diesen geht man von einer Miete von fünf Euro pro Quadratmeter aus. Bei den freifinanzierten Wohnungen könnte mit 8,50 Euro kalkuliert werden.

Die Wohnbau Weilheim - der Markt Murnau ist einer der Gesellschafter - soll das Projekt abwickeln und finanzieren. Zu den Kosten konnte Geschäftsführer Nuss noch keine Angaben machen. „Wir stehen noch ganz am Anfang.“ Allerdings hat die Gesellschafterversammlung schon zugestimmt, dass das Vorhaben in den Investitionsplan aufgenommen wird.

2015 soll nach Beutings Angaben die Planung vorangetrieben werden. Im Jahr darauf sollen dann die Bagger südlich des Kasernenareals anrollen. „Es gibt eine ganze Reihe von Förderprogrammen“, sagte der Rathauschef. Außerdem seien die Zinsen niedrig. „Wenn nicht jetzt, wann dann“, fragte der Bürgermeister.

Wie Nuss betonte, soll das Objekt „kein typischer sozialer Wohnungsbau werden“. Bezüglich der Ausstattung der Wohnungen teilte er mit: „Das wird kein Glump sein, es werden aber auch keine Marmorböden.“ Abstellmöglichkeiten für Autos sollen oberirdisch auf den betreffenden Grundstücken ausgewiesen werden. Der Platz reicht allerdings nicht ganz aus. CSU-Gemeinderat Michael Hosp regte, an eine Tiefgarage zu bauen. Damit würden die Gesamtkosten freilich deutlich ansteigen. Für Holger Poczka (ÖDP/Bürgerforum) steht fest, dass das Projekt nur ein Anfang sein kann. „Wir müssen weiter Flächen suchen, wo wir so etwas bauen können.“ Jeder Gemeinderat solle sich darüber Gedanken machen. Vier bis fünf Jahre darf es aus Poczkas Sicht nicht dauern, bis ein weiterer Sozialbau realisiert ist. Es wird davon ausgegangen, dass so viel Zeit nötig ist, bis der neue Flächennutzungsplan unter Dach und Fach ist.

Michael Manlik (ÖDP/Bürgerforum) hatte bereits vor einem Jahr beantragt, ein Grundstück für sozialen Wohnungsbau zur Verfügung zu stellen. „Murnau ist ein schöner, attraktiver Ort, gleichzeitig aber auch ein Ort, den sich viele Bürger nicht mehr leisten können“, argumentierte der Politiker. Ein wesentlicher Grund sei der Mangel an bezahlbaren Wohnungen. „Deshalb braucht Murnau eine aktive Wohnungspolitik.“ Der Marktgemeinderat muss am Donnerstag, 20. November, den Beschluss des Hauptausschusses noch bestätigen. (roy)

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