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Essen für den guten Zweck: Franco Viola (l.) verköstigt seine Gäste in der Osteria mit den herzhaften Spaghetti Amatrice.

Essen für den guten Zweck

Italiener hilft Landsleuten

Mittenwald - Das Schicksal seiner Landsleute lässt Franco Viola aus Mittenwald nicht los. Mit seinen Spaghetti Amatrice will er Erdbeben-Opfer helfen.

Diese Katastrophe hat ganz Europa geschockt: Vor über einer Woche wütete ein gewaltiges Erdbeben in Mittelitalien. Das Städtchen Amatrice hat es dabei am schwersten erwischt. Bei insgesamt 292 Toten hat das Beben alleine dort über 231 Menschen das Leben gekostet. Die Infrastruktur ist seither komplett am Boden.

Für den Süditaliener Franco Viola, der in Mittenwald lebt und dort die „Osteria Viola“ betreibt, ist das schlichtweg unfassbar. Auch er kannte das kleine Bergdorf in der Region Latium in der Apennin-Gebirgsregion als impulsives, malerisches Städtchen in den Bergen. „Einfach schrecklich was da passiert ist“, sagt er. Anders kann er es nicht ausdrücken. Eines stand für ihn deshalb schnell fest: Er wollte helfen.

Doch nur wie? Da brachte ihn die Mittenwalder Familie Gerbel auf eine Idee. „Sie schickten mir eine SMS mit einem Link, der zu einem Bericht führte, in welchem italienische Köche weltweit vorgestellt wurden, die einen Teil ihrer Gerichte an die Krisenregionen spendeten“, erzählt er. Diesem Ruf folgt nun auch Viola.

Seit vergangenem Dienstag führt er deshalb zum ersten Mal das bekannte Nationalgericht „Spaghetti alla Amatriciana“ auf seiner Speisekarte. Eine Spezialität, die Viola aus dem kleinen zerstörten Städtchen Mittelitaliens kennt. „Es ist ein deftiges Pasta-Gericht mit Zwiebeln, Speck und einer würzigen Tomatensauce“, beschreibt er. Neun Euro kostet der Teller. Doch der quirlige Italiener will nicht nur einen kleinen Teil davon spenden: „Ich werde jeden Cent dieses Gerichtes für den guten Zweck übergeben.“

Viola weiß auch bereits genau, wer das Geld erhalten soll. „Ich habe im Fernsehen diese eine Familie gesehen, die ihre Tochter verloren hat.“ Tiefgläubige Menschen, wie er beschreibt. „Es zerbrach mir das Herz, als ich das sah.“ Aus diesem Grund macht er sich nun auf die Suche nach dieser Familie und würde ihr gerne den gesamten Reinerlös seiner „Spaghetti Amatrice“ persönlich übergeben. „Denn ich will, das das Geld genau da ankommt, wo es gebraucht wird.“

18 Gäste sind gleich am ersten Tag dieser Aktion gekommen, um den Süditaliener mit ihrer Schlemmerei zu unterstützen – quasi für den guten Zweck zu speisen. Darunter auch die Familie Gerbel. „So gut schmeckt helfen“, da sind sie sich sicher. Die Aktion läuft noch den gesamten September über. „Ich bin sehr gespannt, wie viel Euro zusammenkommen werden“, sagt Viola und hofft auf eine ordentliche Summe. Doch zuerst will er die vom Schicksal gebeutelte Familie aus dem zerstörten Dorf Amatrice finden.

Josef Hornsteiner

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