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Rechnet mit spitzer Feder: VR-Bank-Vorstandsvorsitzender Walter Beller. 

VR-Bank setzt Sparkurs fort

Sparen und investieren

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Im Nachbarlandkreis Weilheim Schongau schließt die VR-Bank Werdenfels drei Filialen. Der Landkreis Garmisch-Partenkichen ist vom Sparkurs diesmal nicht betroffen.

Landkreis – Der Spardruck wird immer größer. Deshalb setzt die VR-Bank Werdenfels ihre Restrukturierung fort – moderat im Landkreis Garmisch-Partenkirchen, massiv im Nachbarlandkreis Weilheim Schongau.

Der Druck, der durch die Niedrigzinsphase der Europäischen Zentralbank (EZB) entstanden ist, veranlasst den Vorstandsvorsitzenden Walter Beller (57), weiter mit spitzer Feder zu rechnen. „Es ist unabdingbar, neue Wege zu gehen“, sagt er. „Kosten müssen dort gesenkt werden, wo es möglich ist.“ Und er zwingt die VR-Bank, weiter den Rotstift anzusetzen. Das Geldhaus schließt in Weilheim den Standort „Am Kirchplatz“ sowie die Filialen in Eberfing und Sindelsdorf.

Die Kunden informierte das Finanzinstitut am vergangenen Wochenende per Brief über die Veränderungen, die Mitarbeiter erhielten am Mittwoch reinen Wein eingeschenkt. Sie kommen ungerupft davon. Kündigungen schließt Beller kategorisch aus. „Wir entlassen niemanden.“ Was natürlich nicht heißt, dass die Belegschaft in den kommenden Jahren nicht schrumpfen wird. Die VR-Bank setzt auf Fluktuation und auf Modelle, die es älteren Arbeitnehmern erlauben, früher in Ruhestand zu gehen.

Was die VR-Bank 2017 im Landkreis Weilheim-Schongau, wo sie derzeit (noch) mit 17 Geschäftsstellen vertreten ist, plant, hat sie im Landkreis Garmisch-Partenkirchen schon hinter sich. Auch dort setzt sie allerdings weiter auf Umbau. Die Filiale Partenkirchen wird zum Beratungszentrum ausgebaut, die Zentrale bleibt im Ortsteil Garmisch. Geld steckt das Finanzunternehmen auch in die Telefon-Service-Bank, die in Bad Kohlgrub untergebracht ist, in Oberammergau und in Grainau, wo sie in Zukunft gemeinsam mit der Kreissparkasse Garmisch-Partenkirchen einen Geldautomaten betreibt.

Vor allem die Telefon-Service-Bank, die aus zwölf Mitarbeitern besteht, boomt. „Viele Kunden haben sie für sich entdeckt“, sagt Beller. „Im Monat verzeichnen wir an die 10 000 Anrufe.“ Um den Bedarf zu decken, wird die Technik massiv ausgebaut. Beller spricht von 100 000 Euro. Das gesamte Investitionsvolumen, das die Bank heuer stemmen möchte, beläuft sich auf 1,5 Millionen Euro, allein 750 000 Euro entfallen auf den Umbau des Altstadt-Centers in Weilheim, 350 000 Euro flossen in die Filiale Oberammergau. „Wir bauen unsere Bank um und bieten damit unseren Mitgliedern und Kunden eine Perspektive für die Zukunft“, sagt Beller. Allerdings will er weitere Sparmaßnahmen nicht ausschließen. „Wenn das Umfeld so bleibt, werden das nicht die letzten gewesen sein.“ peter reinbold

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