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Gezählte Tage: Die Sparkassen-Filiale an der Zugspitzstraße 1 in Garmisch-Partenkirchen schließt im April.

Ist dieser Schritt erst der Anfang?

Sparkasse schließt Filiale

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Garmisch-Partenkirchen - Sparkassen haben’s schwer, verdienen weniger Geld. Darauf reagiert die Kreissparkasse Garmisch-Partenkirchen und schließt eine Filiale. Es dürfte nicht die letzte gewesen sein.

In den letzten Monaten des vergangenen Jahres stand die Kreissparkasse Garmisch-Partenkirchen häufig in den Schlagzeilen. Die geplante und dann letztlich gescheiterte Fusion mit den Vereinigten Sparkassen Weilheim und der Kreissparkasse Schongau hatte ein Rauschen im Blätterwald verursacht. Jetzt steht das Kreditinstitut wieder im Fokus der Öffentlichkeit. Diesmal ist die Schließung der Filiale in der Nähe des Garmischer Marienplatzes Thema. Ab 11. April wird die Geschäftsstelle an der Zugspitzstraße 1 geschlossen und nur noch als SB-Einheit weiter betrieben. „Verbunden mit den wirtschaftlichen Folgen der Niedrigzinspolitik sind wir gezwungen, uns der Situation anzupassen“, heißt es in einem Schreiben, das bei den Kunden am Dienstag im Briefkasten lag.

Dass sich bei der Sparkasse etwas ändern würde, war nach dem geplatzten Zusammenschluss mit Weilheim und Schongau klar gewesen. „Egal, ob mit oder ohne Fusion. Kosten müssen gespart werden“, hatte Garmisch-Partenkirchens Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD), die auch im Verwaltungsrat der Sparkasse sitzt, schon vor Wochen erklärt. Und zu dieser Aussage steht sie heute noch. Die beiden Vorstände Georg Fink und Peter Lingg machen klar, dass es zu einer Schließung der Filiale Zugspitzstraße keine Alternative gibt. „Die Digitalisierung stellt ein neues Anforderungsprofil an Banken“, sagt Fink, der zum 31. Mai als Vorstandsvorsitzender ausscheidet. Ihm ist es wichtig, dass die Umstrukturierung noch in seine Amtszeit fällt, Lingg und Grit Fugmann, die am 1. Juni in den Vorstand aufrückt, unbelastet sind. „Nicht, dass es irgendwann heißt: Unter Fink war alles besser“, erklärt der 63-Jährige diese (noble) Geste. Er macht klar, dass sich sein Geldhaus in Zeiten, in denen sich „der Kunde anders verhält als noch vor zehn Jahren“, neu aufstellen muss. „Daran führt kein Weg vorbei“, sagt Fink. Und Lingg sieht einfach „die betriebswirtschaftliche Notwendigkeit“.

Vier Angestellte werden in der Zentrale weiterbeschäftigt

Die zunehmende Regulatorik und die anhaltende Fast-Null-Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) haben den Sparkassen und Kreditinstituten ähnlichen Zuschnitts das Geschäftsmodell und damit die Bilanzen verhagelt. Ausbaden müssen das wahrscheinlich vor allem die älteren Kunden, die sich dem Online-Banking verweigern und lieber ihr Geld an der Kasse als am Automaten bekommen und denen der direkte Kontakt zur ihrem Berater lieb und teuer ist. Die Mitarbeiter kommen (noch) ungeschoren davon. Die vier Angestellten, die derzeit in der Filiale an der Zugspitzstraße arbeiten, werden in der Zentrale weiterbeschäftigt. Allerdings gibt es Pläne, den Personalstand zu reduzieren – nicht durch betriebsbedingte Kündigungen sondern durch Fluktuation. Außerdem versucht die Sparkasse durch verschiedene Modelle, älteren Mitarbeitern einen vorzeitigen Ruhestand schmackhaft zu machen. Dieses Vorhaben kostet zunächst einmal Geld, dürfte aber auf längere Sicht eine Entlastung bringen.

In Garmisch-Partenkirchen betreibt die Sparkasse neben der Zentrale in der Bahnhofstraße weiter die Dependance in Partenkirchen. Für die gibt Fink eine Bestandsgarantie. „Das ist schon allein dem Ortsteildenken verpflichtet“, sagt er. Anders sieht’s in der Region aus. Noch ist die Sparkasse in der Fläche vertreten. Doch wie lange noch? Fink teilt mit, dass man über die Schließung einiger kleinerer Filialen nachdenke. Derzeit laufen Gespräche, die in „etwa acht bis zehn Wochen“ abgeschlossen sein sollen. Mittenwald und Oberammergau werden davon aber nicht betroffen sein. Aus ihnen dürften Beratungscenter für das Ammertal und das Obere Isartal werden.

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