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Besiegeln die Farchanter Lösung: (v. l.) Peter Lingg, Alexandra Roos-Teitscheid, Monika Ott, Bürgermeister Martin Wohlketzetter und Walter Beller. 

Kompromiss für Bankkunden - Aber keine Servicezeiten

Bald kommt das rote Logo: Sparkasse und VR-Bank in Farchant unter einem Dach

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Bürgermeister und Bürger in Farchant haben gekämpft. Mit Unterschriftenlisten und einer Demonstration. Sie wollten einen Wegfall der Schalterzeiten in der VR-Bank und Sparkasse verhindern. Das haben sie nicht geschafft. Doch steht jetzt ein Kompromiss, mit dem alle Beteiligten zumindest leben können.

Farchant – Einen Vertrag haben die Männer noch nicht unterzeichnet. Ein Handschlag genügt. „Wir vertrauen uns“, sagt Peter Lingg, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Garmisch-Partenkirchen. Er spricht für seinen VR-Bank-Kollegen Walter Beller. Künftig werden sie in Farchant unter einem Dach ihre Kunden versorgen – mit einem umfassenden elektronischen Angebot. Auf der einen Seite Ein- und Auszahlungs-Automaten sowie Kontoauszugdrucker der Sparkasse, auf der anderen solche der VR-Bank Werdenfels. Diese Lösung – zu der wochentags von 7.30 (VR-Bank) beziehungsweise 8 bis 18 Uhr auch ein telefonischer Kundenservice mit heimischen Mitarbeitern gehört – präsentierten die Vorstände am Mittwoch. Sie entstand nach Protest der Bürger unter der Unterstützung von Bürgermeister Martin Wohlketzetter, die sich gegen eine Schließung der Banken beziehungsweise einen Wegfall der Schalterzeiten gewehrt hatten. Unter anderem mit einer Demo und einer Unterschriftensammlung

Von Anfang an hatten die Banken betont: Persönliche Ansprechpartner zu festen Zeiten bieten sie in Farchant nicht länger an – sie müssen sparen. Dabei bleiben Lingg und Beller. Deshalb sieht Gemeinderätin Monika Ott, die sich mit der Garmisch-Partenkirchner Kommunalpolitikerin Alexandra Roos-Teitscheid für den Verbleib der Filialen eingesetzt hatte, den Kompromiss „mit einem lachenden und weinenden Auge“. Als positiv wertet sie vor allem, dass VR-Bank-Mitarbeiter in Farchant bleiben.

Eine komplette Schließung war, anders als bei der Sparkasse, nie geplant. Das Gebäude gehört dem Kreditinstitut, die IT ist dort untergebracht. Zudem bieten Berater Gespräche an – jedoch nur nach Terminvereinbarung. In einer Übergangszeit helfen sie Kunden bei Problemen im Umgang mit den Geräten. Roos-Teitscheid bat, diese Zeit „flexibel zu gestalten“ und die Hilfe nicht nach einer Woche einzustellen – für Beller selbstverständlich. Charmant nahm sie die Banken in die Pflicht. Man könne unterm Strich mit dem Ergebnis leben. „Weil wir darauf vertrauen, dass wir eine dauerhafte, zumindest mittelfristige Lösung gefunden haben.“ Wie lange das Angebot bleibt, liege an den Kunden, sagte Beller. „Wir hoffen, dass sie es annehmen.“ Werden sie, betonte Ott. Damit sie „erkennen, dass bei uns die Sparkasse zu Gast ist“, kündigte Beller Änderungen an der Fassage an. Wie das rote Logo platziert wird, steht noch nicht fest. kat

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