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Auf einer Fläche von 4500 Quadratmetern soll das neue Seniorenheim am Lachenbach in Unterammergau entstehen.

Schweizer Investor "will etwas zurückgeben"

Seniorenheim: Warten auf den Spatenstich

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Unterammergau - Alt neben Jung: Am Lachenbach in Unterammergau sollen ein Baugebiet für Einheimische und ein Seniorenwohnheim nebeneinander entstehen.

2016 könnte für die Gemeinde Unterammergau ein spannendes und wegweisendes Jahr werden. Da ist zum einen das Einheimischen-Bauprojekt Junges Wohnen am Lachenbach. Den gut 20 Bewerbern, die Interesse für einen Bauplatz (Preis pro Quadratmeter 160 Euro) signalisiert haben, sind die Vergaberichtlinien (mit Punktesystem) mittlerweile zugesandt worden, innerhalb der nächsten Wochen müssen sie nun verbindlich ihre Kaufabsicht erklären oder verzichten.

In unmittelbarer Nachbarschaft plant die Gemeinde ein Seniorenwohnheim mit 14 Einheiten für betreutes Wohnen und 91 Zimmern. Als Investor für dieses Projekt tritt der Schweizer Geschäftsmann Werner Rixen aus Teufen nahe St. Gallen (Kanton Appenzell Ausserrhoden) auf. Auch hier steht wohl ein Baubeginn im Frühjahr unmittelbar bevor. „Wenn es nach Herrn Rixen ginge, so müsste auf dem Gelände schon die Baugrube ausgehoben sein“, erklärt dessen rechte Hand, Geschäftsführer Hans-Joachim Maier von der REAL Baumanagement AG. Woran es derzeit noch hakt, seien die laufenden Gespräche mit zukünftigen Betreibern: „Die Voraussetzungen sind noch nicht alle definitiv geschaffen. Solange diese Verhandlungen nicht abgeschlossen sind, kann der Spatenstich nicht erfolgen.“

Uni München erwägt Demenzforschung

Weitere Angaben zu seiner Person und seinen Beweggründen, ausgerechnet im kleinen Unterammergau eine solche Investition zu tätigen, will der 86-jährige Rixen nach Angaben seines Geschäftsführers nicht machen: „Er ist ein bescheidener Mensch und möchte nicht im Rampenlicht stehen.“ Den Verhandlungspartner für das Seniorenwohnheim, das auf einem 4500 Quadratmeter großen Areal an der Scherenauer Straße entstehen soll, Bürgermeister Michael Gansler, beschreibt Geschäftsführer Maier als „bodenständigen Menschen, mit dem man gerne zusammenarbeitet“. Die Verhandlungen konnten daher konstruktiv angegangen werden „und führten in der Folge zum Erfolg“. In der Ansiedlung eines Seniorenwohnheims sieht Gansler, wie er mal in einem früheren Gespräch erklärte, „einen großen Gewinn für unser Dorf“.

Nach dem Willen des Investors soll die Einrichtung zur Betreuung älterer Menschen wissenschaftlich begleitet werden. Dazu nochmal Hans-Joachim Maier: „Die UNI München, die Forschungen im Bereich Demenzerkrankungen betreibt, möchte sich eventuell engagieren und entsprechende Untersuchungen im geplanten Senioren- und Altersheim vornehmen. Herr Rixen hat sich mir gegenüber einmal wie folgt geäußert: Er sei dank der Medizin so alt geworden. Jetzt habe er die Gelegenheit, der Menschheit etwas zurückgeben zu können, indem er die Wissenschaft auf diesem Gebiet unterstützen möchte.“ Weitere Fragen von Seiten der Redaktion, wie etwa über die Investitionssumme, weitere Projekte und den Umstand, warum er ausgerechnet in Unterammergau „hängenblieb“, wollte Werner Rixen über seinen Geschäftsführer nicht mehr beantworten. Auch ein Bild stellte er nicht zur Verfügung. Vielleicht kommt der Schweizer ja persönlich zum Spatenstich. In jedem Fall ist ein spannendes Frühjahr zu erwarten.

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