Einer von mehreren Unfällen: Im Januar werden an der B2-Kreuzung vier Menschen verletzt, zwei davon schwer.
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Einer von mehreren Unfällen: Im Januar werden an der B2-Kreuzung vier Menschen verletzt, zwei davon schwer.

B2-Kreuzung bei Spatzenhausen gerät in den Fokus

Unfallzahlen steigen steil an: Jetzt greifen Ämter ein

  • Silke Reinbold-Jandretzki
    vonSilke Reinbold-Jandretzki
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Diese Zahl spricht für sich: Fünf zum Teil folgenschwere Karambolagen haben sich innerhalb der ersten vier Monate dieses Jahres an der B2-Kreuzung bei Hofheim und Waltersberg ereignet. Ein neuer Unfallschwerpunkt, der nun – das ist ausgemachte Sache – entschärft wird.

Spatzenhausen – Die Bilanz Mitte Januar: zwei Schwer- und zwei Leichtverletzte sowie mindestens 10 000 Euro Schaden; Mitte April standen drei Verletzte und mehr als 20 000 Euro Schaden zu Buche. Die zwei folgenschweren Karambolagen auf der B2 im Süden von Spatzenhausen stehen exemplarisch, immer wieder zeigt sich ein identisches Muster. In beiden Fällen wollten Autofahrerinnen aus der Region die Bundesstraße von Hofheim kommend in Richtung Waltersberg queren und übersahen einen Pkw auf der B2. Tempo 70 ist an dieser Stelle auf der übergeordneten Straße erlaubt; die Kollisionen fielen entsprechend heftig aus.

Insgesamt fünfmal innerhalb von vier Monaten krachte es an genau dieser Kreuzung, bei der Mehrzahl der Karambolagen wollten die Verursacher die Bundesstraße queren – eine Häufung, die Vertreter von Landratsamt, Polizei und Staatlichem Bauamt Weilheim, die als Unfallkomission des Landkreises Garmisch-Partenkirchen in Kontakt stehen, aufmerken ließ. Sie analysierten die Situation bei einem Ortstermin und beschlossen schnell umzusetzende Schritte, die weitere Unfälle an dieser Kreuzung, an der sie keine baulichen Defizite feststellten, vermeiden sollen.

Unfallserie auf der B2 bei Spatzenhausen: Nun sollen Markierungen und Beschilderungen erneuert werden

Konkret werden die abgenutzte Markierung und die Beschilderung an der Kreuzung – auf der einen Seite der B2 führt die Kreisstraße GAP1 nach Hofheim, auf der anderen die Gemeindestraße in Richtung Waltersberg – erneuert. Zudem stellt man auch an der Gemeindestraße ein Stopp-Schild auf, wie es an der GAP1 bereits vorhanden ist. Die Stopp-Zeichen beidseitig der B2 ergänzt künftig der Zusatz „bis zur Haltelinie vorfahren“.

Allen bleibt schleierhaft, warum es zu dieser augenfälligen Zuspitzung gekommen ist. „Es wundert mich, dass da so viel passiert“, sagt Spatzenhausens Bürgermeisterin Aloisia Gastl. Julia Feigl ergeht es nicht anders: „Wir können uns diese Häufung eigentlich nicht erklären, sie ist uns ein Rätsel“, sagt die für den Landkreis zuständige Gebietsinspektorin am Staatlichen Bauamt. „Hier wurde seit Jahren nichts verändert, weder bei der Geschwindigkeit noch bei der Beschilderung.“ Trotzdem stiegen die Unfallzahlen sprunghaft an.

Unfallserie auf der B2: Experten stehen bei der Ursachenforschung vor einem Rätsel

Dieses Phänomen war Feigl zufolge bereits vor einigen Jahren an der selben Stelle aufgetreten. Daraufhin hatte man Sträucher entfernt, um die Sicht zu verbessern – mit Erfolg. Die Kreuzung blieb fortan als Unfallort eher unauffällig – bis heuer. Was sich aktuell zeigte: Verkehrsteilnehmer, die aus Waltersberg oder Hofheim an die B2 gelangen, fahren nach Angaben Feigls immer wieder nicht bis zur vorgesehenen Haltelinie, sondern stoppen früher. Das kann dazu führen, dass sie keine optimale Sicht auf die B2 haben – und ein anderes Auto nicht oder erst dann bemerken, wenn es zu spät ist.

Zu durchschnittlich etwa zwei Unfällen pro Jahr, schätzt Rudi Schedler, Mitarbeiter Verkehr bei der Polizeiinspektion Murnau, war es vor 2020 an dieser Stelle gekommen, in einem Jahr krachte es seiner Erinnerung nach gar nicht. Auch Schedler kann sich die Häufung nicht wirklich erklären. „Eigentlich ist es dort recht übersichtlich“, sagt der Polizeibeamte. Er geht davon aus, dass die beschlossenen Schritte fruchten werden. Für den Fall, dass eine Wende zum Guten wider Erwarten ausbleibt, will die Unfallkommission im Rahmen ihrer Möglichkeiten weitere Maßnahmen umsetzen.

Einheimische kennen die generelle B2-Crux: Auf der Bundesstraße fließt seit jeher jede Menge Verkehr. Wolle man diese überqueren, sagt Bürgermeisterin Gastl, „muss man in jede Richtung zwei-, dreimal schauen“.


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