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Landfrau durch und durch: Kreisbäuerin Christine Singer auf ihrem Hof in Hofheim.

Christine Singer engagiert sich bei den Landfrauen

Frauenpower auf dem Bauernhof

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Christine Singer brennt für die Landwirtschaft. Die Kreis- und Bezirksbäuerin aus Hofheim mischt auch an der Spitze der bayerischen Landfrauen mit. Ihr geht es um die Wertschätzung von Lebensmitteln – und um Regionalität.

Hofheim – Ihr eigentliches Ziel, Landesbäuerin des Bayerischen Bauernverbandes zu werden, hat zwar die 51-jährige Christine Singer aus Hofheim verpasst. Trotzdem schaffte sie bei den Verbandswahlen in Herrsching einen „kleinen Aufstieg“, wie die Hauswirtschaftsmeisterin anmerkt. Sie ist nun die erste und nicht mehr wie bisher die zweite Stellvertreterin – und gehört somit für weitere fünf Jahre dem Führungstrio der Landfrauen im Freistaat an.

Singer, die mit ihrem Ehemann Gottfried in dem Spatzenhauser Ortsteil einen Milchviehbetrieb hat, ist in dem Spitzenteam die einzige Oberbayerin. „Ich mache das total gern“, sagt sie. Und betont: „Landwirtin ist ein wunderschöner Beruf.“

Die zweifache Mutter engagiert sich seit Ende der 1990er Jahre im Bauernverband, der im Landkreis Garmisch-Partenkirchen fast 800 Mitgliedsbetriebe zählt. Sie ist Orts-, Kreis- und Bezirksbäuerin und bekleidet jetzt auch den besagten Vize-Posten auf Landesebene – alles Ehrenämter, die viel Zeit kosten. Dass sie nicht die oberste Chefin wurde, diese Niederlage nimmt die 51-Jährige sportlich: „Ich bin auch als Stellvertreterin ausgelastet“, meint sie. Enttäuscht sei sie deswegen nicht. Wie berichtet, hatte Singer die amtierende Landesbäuerin Anneliese Göller aus Oberfranken herausgefordert – und verloren. Sie habe nichts gegen Göller, sondern sich als Alternative beworben, erklärt Singer. „Wir sind ein demokratischer Verband.“

Es ist eine breite Palette an Themen, mit denen sich die Landfrauen beschäftigen. „Wir sind gut vernetzt“, berichtet Singer. Die Zeiten, in denen sich die Bäuerinnen nur um die Kinder und den Haushalt kümmerten, sind längst vorbei. Die Frauen gehen teilweise ihren erlernten Berufen nach, bringen sich in die Familienbetriebe mit ein und nehmen Einfluss auf die Agrarpolitik.

Eine „Herzensangelegenheit“ sei es, betont Singer, den Menschen den Wert der landwirtschaftlichen Erzeugnisse und den verantwortungsvollen Umgang mit den Tieren zu vermitteln. Daher setzen sie und ihre Kolleginnen auf Initiativen der Ernährungsbildung. „Das wird immer wichtiger.“ Beispielsweise besuchen die Landfrauen Kindergärten und Schulen, um den Heranwachsenden klarzumachen, dass Milch, Eier und Fleisch nicht aus dem Supermarkt kommen, sondern aufwändig produziert werden müssen. Singer macht sich dabei besonders für die regionale Vermarktung stark. Ihr kommt es darauf an, die heimischen Strukturen mit den vielen Betrieben zu bewahren. Ohne Förderprogramme funktioniert dies ihrer Ansicht nach nicht, denn: „Wir können nicht mit den Weltmarktpreisen konkurrieren.“ Bei der Entwicklung der Höfe spricht sie sich für Vielfalt aus. Tenor: Jeder Betrieb soll das tun, was er am besten kann. So gebe es eine Fülle an Standbeinen, die neben der klassischen Landwirtschaft möglich seien, erklärt Singer – ob nun Ferienwohnungen, Kochkurse oder andere Einnahmequellen. Sie kenne beispielsweise eine gelernte Erzieherin, die auf ihrem Bauernhof einen Kindergarten betreibt – mit Erfolg.

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