20 Prozent der Autofahrer sind an der Dorfstraße in Spatzenhausen, wo Bürgermeisterin Aloisia Gastl steht, zu schnell unterwegs.
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20 Prozent der Autofahrer sind an der Dorfstraße in Spatzenhausen, wo Bürgermeisterin Aloisia Gastl steht, zu schnell unterwegs.

Beitritt zu Zweckverband geplant

Kampf gegen Raserei: Gemeinde Spatzenhausen will Verkehr überwachen lassen

Die Gemeinde Spatzenhausen will Rasern und Wildparkern entgegentreten. Schon bald könnten Kontrolleure unterwegs sein.

  • Die Gemeinde Spatzenhausen will etwas gegen Raser und Wildparker unternehmen.
  • Kontrolleure sollen in den drei Ortsteilen tätig werden.
  • Zunächst muss die Gemeinde aber einem Zweckverband beitreten.

Spatzenhausen – Rasern auf den Ortsdurchfahrten von Spatzenhausen, Hofheim und Waltersberg sowie Wildparkern soll künftig das Leben schwer gemacht werden. Nachdem sich immer wieder Anwohner bei Bürgermeisterin Aloisia Gastl (Freie Wählergemeinschaft) über solches Fehlverhalten beschwert hatten, beschloss der Gemeinderat, dem Zweckverband Kommunales Dienstleistungszentrum Oberland beizutreten. Dieser soll künftig für eine konsequente Überwachung des ruhenden und fließenden Verkehrs in den drei Gemeindeteilen sorgen.

Antrag wird am Freitag behandelt

Die zuständige Verwaltungsgemeinschaft (VG) Seehausen stimmte in ihrer Versammlung dem Anliegen der Kommune zu. Ein entsprechender Antrag wurde beim Zweckverband eingereicht. Am morgigen Freitag wird er bei der Verbandssitzung in Bad Tölz behandelt (10 Uhr, Festsaal des Kurhauses).

Viele sind zu schnell unterwegs

Allein die Zahlen der aufgestellten Geschwindigkeitsmessanlagen überzeugen: Im Juli wurden pro Woche in der (ohnehin verkehrsberuhigten) Dorfstraße von Spatzenhausen über 8000 motorisierte Fahrzeuge in beiden Richtungen gemessen, wovon 20 Prozent mit höherer Geschwindigkeit unterwegs waren als erlaubt. In Waltersberg ergab sich eine noch höhere Quote: Rund 30 Prozent der wöchentlich rund 8000 registrierten Autos, Lastwagen und Motorräder lagen über dem vorgegebenen Limit. „Wir müssen das Tempo der Fahrzeuge aus Gründen der Sicherheit runter bringen“, sagt Gastl im Tagblatt-Gespräch. In Hofheim ist es hingegen weniger die gefahrene Geschwindigkeit, die ihr Sorgen bereitet, sondern eine ungezügelte Parkerei – sowohl im Dorfzentrum als auch an der vor allem an sonnigen Sommertagen stark frequentierten Seestraße. „Eine Verkehrsüberwachung ist deshalb zweckmäßig“, ist sie sich sicher. „Wir haben aber noch kein Konzept dafür erarbeitet, wir sind noch ganz am Anfang.“ Gastl hofft, dass auch die B 2 von den Kräften des Zweckverbandes kontrolliert werden kann. Seit Jahren gibt es immer wieder Vorstöße der Gemeinde für die Installation einer Querungshilfe oder gar Fußgängerampel, die aber stets im Sande verliefen. „Solche Pläne sind sehr schwer umzusetzen“, seufzt die Rathauschefin.

Die Kompetenzen der Kontrolleure

Welche Kompetenzen haben nun die Mitarbeiter des Zweckverbandes? Das Ordnungsamt der VG Seehausen teilt hierzu Folgendes mit: „Sie dürfen normale Verwarnungen aussprechen, wie das in Seehausen und Riegsee ja auch schon der Fall ist. Die Messstellen werden in Zusammenarbeit mit der Gemeinde und der Polizeiinspektion Murnau festgelegt, etwa an Unfallschwerpunkten. Wann die Kontrollen beginnen können, steht noch nicht fest, erst muss die Verbandsversammlung den Antrag auf Mitgliedschaft der Gemeinde Spatzenhausen billigen. Dann muss die Satzung geändert und im Amtsblatt veröffentlicht werden.“ Wie von der VG weiter verlautet, gibt es keinen Mitgliedsbeitrag, dafür werden die Kräfte des Zweckverbandes stundenweise bezahlt. Der Stundensatz für den ruhenden Verkehr beträgt 30 Euro. Trotzdem ist die Mitgliedschaft finanziell für die Kommune nicht uninteressant: „Verwarnungsgelder, die während dieser Zeit erhoben werden, gehen eins zu eins an die Gemeinde.“ Auch die Verwarnungsgebühren von jeweils sechs Euro werden nach der Abrechnung am Jahresende auf die Kommunen verteilt.

Heino Herpen

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