Wahl am 29. Oktober - Doch nach Georg Wagners Tod gibt es noch keinen Nachfolger

Schwierige Bürgermeister-Suche in Spatzenhausen

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Der Termin steht fest: Am 29. Oktober wird ein Nachfolger für den überraschend gestorbenen Spatzenhauser Bürgermeister Georg Wagner gewählt. Doch die Kandidatensuche ist offenbar alles andere als einfach.

Spatzenhausen – Die Trauer sitzt noch tief in Spatzenhausen: Völlig überraschend war Anfang August der langjährige Rathaus-Chef Georg Wagner aus dem Leben gerissen worden – mit nur 64 Jahren. Doch der Verwaltungsbetrieb muss weiterlaufen. Spatzenhausen braucht einen neuen Bürgermeister – und zwar möglichst schnell. Der Gesetzgeber setzt nämlich im Rahmen eines komplizierten Verfahrens strenge Fristen. Innerhalb von drei Monaten muss ein Nachfolger für die restliche Legislaturperiode (bis März 2020) gewählt werden. Am Sonntag, 29. Oktober, sind daher voraussichtlich 570 bis 580 Wahlberechtigte aufgerufen, ihr neues Gemeinde-Oberhaupt zu bestimmen.

Die Zeit drängt: Denn der oder die Bewerber müssen laut Auskunft der Verwaltungsgemeinschaft Seehausen, zu der Spatzenhausen gehört, bis zum 7. September feststehen. Zur Not besteht noch eine Nachfrist bis zum 14. September. Doch bislang haben sich noch keine Aspiranten aus der Deckung und an die Öffentlichkeit gewagt.

„Das Ganze ist in der Schwebe“

Hinter den Kulissen wird fieberhaft nach potentiellen Wagner-Nachfolgern Ausschau gehalten – doch anscheinend ohne handfeste Ergebnisse. „Das Ganze ist in der Schwebe“, sagt die Zweite Bürgermeisterin Aloisia Gastl, die derzeit kommissarisch die Rathaus-Geschäfte führt. Es gebe noch keine konkreten Bewerber, nur vage Interessensbekundungen. Das ist nicht verwunderlich, denn solch ein zeitaufwändiges Ehrenamt muss mit der Familie und dem Beruf vereinbar sein. Sie selbst habe kein Interesse an dem Chefposten, stellt Gastl klar. Diese Aufgabe komme für sie „aus privaten Gründen“ nicht in Frage, sagt die 59-jährige Nebenerwerbslandwirtin und Hausfrau. Sie bleibe gerne Vize und werde in dieser Funktion den neuen Bürgermeister unterstützen.

In dem rund 750 Einwohner starken Dorf ganz im Norden des Landkreises Garmisch-Partenkirchen trat zuletzt bei der Kommunalwahl 2014 nur die so genannte Freie Wählergemeinschaft mit einer gemeinsamen Liste auf. Vermutlich wird dies jetzt bei der Bürgermeisterwahl wieder der Fall sein. Zumindest wurde bislang nur dieser Zusammenschluss aktiv. Er lädt für Montag, 28. August, zur Aufstellungsversammlung ein. Beginn ist um 20 Uhr im Haus des Gastes.

„Wir müssen zusammenhalten“

Der Abend, zu dem alle Bürger eingeladen sind, dürfte spannend werden. Gastl hofft, dass sich bis dahin Anwärter finden. „Ich bin zuversichtlich. Wir müssen zusammenhalten. Es geht um unser Dorf“, sagt sie. Selbstverständlich können auch aus den Reihen der Bürger Vorschläge gemacht werden. Auf der Versammlung wird ein Kandidat nominiert. Dieser steht dann – sofern sich neben der Freien Wählergemeinschaft keine weitere Gruppe bildet – am 29. Oktober als Einziger namentlich auf dem Wahlzettel. Der Wähler kann in diesem Fall – sollte er mit dem personellen Angebot nicht einverstanden sein – auch den Namen einer anderen „wählbaren Person“ auf das Dokument schreiben. Es ist aber nicht auszuschließen, dass sich doch noch weitere Wählergruppen gründen und eigene Kandidaten ins Rennen schicken.

Und was passiert, wenn sich niemand findet, der die Nummer eins im Rathaus werden will? Dann kommt es zu einer „wilden Wahl“. Das heißt: Jeder kann frei seinen Favoriten nennen. Dieser muss nur eine „wählbare Person“ sein, also unter anderem in Spatzenhausen wohnen, deutscher Staatsangehöriger und mindestens 21 Jahre alt sein.

Der Bürgermeister von Spatzenhausen ist ein Ehrenbeamter, der für seine Dienste eine Entschädigung erhält, die der Gemeinderat festlegt. In Orten dieser Größenordnung liegt diese monatlich zwischen 1142 und 2971 Euro brutto.

Rubriklistenbild: © dpa

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