Privates Grundstück in Spatzenhausen vorgesehen

Gedenkstein für B2-Unfallopfer: Pfarrer Walters Wunsch soll in Erfüllung gehen

  • Silke Reinbold-Jandretzki
    vonSilke Reinbold-Jandretzki
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Für Dekan Robert Walter war’s eine Herzens-Angelegenheit: Ein Gedenkstein soll an die Menschen erinnern, die auf der B2 ihr Leben verloren haben. Nun könnte Walter dieser Wunsch in Spatzenhausen erfüllt werden – posthum.

War selbst begeisterter Motorradfahrer: Pfarrer Robert Walter bei einer seiner Motorradsegnungen.
  • Auf der Bundesstraße 2 rund um Spatzenhausen sind bereits viele Menschen bei Verkehrsunfällen gestorben.
  • Pfarrer Robert Walter, der im März einer schweren Krankheit erlag, wünschte sich seit Jahren einen Gedenkstein für die Opfer.
  • Nun könnte Bewegung in die Sache kommen: Es gibt einen möglichen - privaten -Standort in Spatzenhausen.

Spatzenhausen – Immer wieder starben Menschen auf der Bundesstraße 2 bei Spatzenhausen. Tragische Verkehrsunfälle rissen sie aus dem Leben – 2011 etwa einen 26-jährigen Familienvater und eine junge Frau. In der Folge machte das Staatliche Bauamt Tabula rasa: Die Behörde ließ an dem Unfallschwerpunkt auf mehreren Kilometern Länge eine Vielzahl an Bäumen fällen – eine damals heftig kritisierte Aktion.

Gedenkstein in Spatzenhausen: Pfarrer Robert Walter war leidenschaftlicher Motorradfahrer

In der Folge nahm auf kirchlicher Seite eine Idee Formen an, die Pfarrer Robert Walter zeitlebens nicht mehr losließ und die nun Menschen in „seiner“ Pfarreiengemeinschaft Staffelsee weiter bewegt: ein Gedenkstein für die vielen Menschen, die bei Unfällen auf der B2 den Tod fanden. Dekan Walter erlebte die Umsetzung nicht mehr. Er starb Ende März nach langer, schwerer Krankheit. Der Geistliche war selbst leidenschaftlicher Biker, segnete jedes Jahr Motorradfahrer und ihre Maschinen. Der Motorradclub „Crazy Devils“, der auch in Hofheim sitzt, hatte ihm vor vielen Jahren geholfen, dieses besondere Ereignis in Seehausen zu etablieren. Von den Motorradsegnungen blieb auch das Geld, das nun in die Aufstellung eines Gedenksteins fließen soll.

Gedenkstein für B2-Unfallopfer: Bürgermeisterin Gastl spricht von einer „schönen Sache“

Diese Idee überdauerte die Jahre – und scheint nun so gute Chancen auf Verwirklichung zu besitzen wie nie zuvor. Der Gemeinderat Spatzenhausen beschäftigt sich in seiner Sitzung am Donnerstag, 12. November, mit dem Antrag, einen Gedenkstein in Spatzenhausen aufzustellen: auf Privatgrund an einem nichtöffentlichen Weg Richtung Hofheim, auf dem sich nach Angaben von Bürgermeisterin Aloisia Gastl bereits ein Feldkreuz befindet; die Stelle liegt im Bereich der Spatzenhauser Senke. Die Eigentümerin habe ihre Zustimmung signalisiert. Der geplante Standort liege „zurückgesetzt von der B2“, erklärt Gastl. Das scheint eine wichtige Voraussetzung zu sein – das lässt die Bürgermeisterin anklingen. Seit Jahren werde nach einem Standort für den Gedenkstein gesucht, „aber vom Staatlichen Bauamt kamen immer wieder Einwände“. In Gastls Augen ist die anvisierte Stelle gut geeignet: Wollen Menschen, die einen Angehörigen auf der B2 verloren haben, an dem Erinnerungsmal verweilen, können sie im Bereich des Gasthofs Weiß parken und sich auf den Weg machen. Ein passendes gemeindeeigenes Grundstück „haben wir nicht“, sagt Gastl. Sie spricht von einer „schönen Sache“, käme der Gedenkstein neben das Feldkreuz in Spatzenhausen – eines der Dörfer, in denen Robert Walter als Seelsorger wirkte. „Der Gedenkstein war sein Wunsch.“ Er solle nun „im Sinne von Pfarrer Walter realisiert werden“.

Der katholische Geistliche hatte bereits 2013 erzählt, dass er in dieser Sache in Kontakt zu Kollegen in der Region stehe – und offengelegt, warum ihm ein Gedenkstein so wichtig ist: „Er soll ein Mahnmal werden, damit den Menschen bewusst wird, wie gefährlich die Strecke ist.“

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Rubriklistenbild: © Thomas Sehr

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