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Voller Einsatz: Mitglieder der Musikkapelle Unterammergau geben vor der Kirche St. Johannes den Ton an.

Musikanten strömen nach Hofheim

Großer Tag für kleines Dorf

Hofheim - Da hatten die Organisatoren des 23. Bezirksmusikfests echt Glück: Wie in den vergangenen Tagen herrschte am Sonntag Bilderbuchwetter. Der Festzug war ein Augenschmaus für Brauchtums- und Musikfreunde.  

Hubert Schwingshandl läuft am Sonntagmittag relativ entspannt durchs Festzelt. Dabei steht der Höhepunkt des 23. Bezirksmusikfests – nämlich der Festzug – noch bevor. Dass der Chef des Musikvereins Spatzenhausen die vergangenen Nächte im Schnitt nur drei oder vier Stunden geschlafen hat, sieht man ihm nicht an.

Jeden Moment kann Schwingshandls Handy klingeln, denn Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hat sich angesagt. Im Zelt verspeisen die Gäste Schweinsbraten und Hendl. Draußen schlecken zwei Trachtenmädchen unterm Sonnenschirm Eis. Schatten und Abkühlung tun gut an diesem Sonntag, denn die Temperaturen erreichen fast 30 Grad. Es ist also ähnlich warm wie an den vergangenen Tagen. Kein Wunder, dass die Teilnehmer und Gäste durstig sind. „Wir haben mehr Getränke gebraucht als gedacht“, sagt Schwingshandl. Die Organisatoren bestellen am Freitag nach und dann am Sonntag noch einmal.

Auch beim Gemeinschaftschor am Strauß-Anger und beim Festzug durch Hofheim ist jeder froh um ein kühles Plätzchen. Zum Glück stehen im Ortszentrum ein paar große Bäume.

Josef Felix, Bezirksleiter des Bezirksmusikverbands Werdenfels, steht derweil auf einer großen Holzkonstruktion und begrüßt die Musikanten. „Uns freut es, dass so viele Kapellen teilnehmen.“ 1600 aktive Musiker sind in den Spatzenhauser Ortsteil gekommen. Darunter die aus dem Bezirk Werdenfels, aber auch viele aus dem Nachbarbezirk Oberland. „Die haben heuer kein Bezirksmusikfest“, sagt Schwingshandl.

Bemerkenswert: Auch ein Vertreter des chinesischen Blasmusikverbands hat sich auf den Weg nach Hofheim gemacht. Hinzu kommen natürlich noch zahlreiche Zuschauer, die das schöne Wetter für einen Sonntagsausflug nutzen oder einfach ein Faible für solche Brauchtumsveranstaltungen haben.

So wie Irmgard Hiebler aus dem Riegseer Ortsteil Hagen. „Ich schau mir das gern an.“ Auch Franz Holzner lässt sich den Festzug durch das herausgeputzte Dorf nicht entgehen. Danach sitzt er auf einer Bank und blinzelt bestens gelaunt in die Sonne. Dem Wolfratshauser haben die „begeisterten Musikanten“ gefallen und die „große Zahl an wunderbaren Kapellen“, die alle auch noch „exakt spielen“. Das Fest sei außerdem hervorragend organisiert.

Bezirksmusikfest in Hofheim: Das sind die Bilder

Nicht nur Dobrindt lässt sich beim Fest blicken. Auch der Landtagsabgeordnete Harald Kühn (CSU) und Landrat Anton Speer (Freie Wähler) schauen vorbei. „Es ist bewundernswert was, eine kleine Gemeinde mit 750 Einwohnern musikalisch alles auf die Beine stellt“, betont der Unterammergauer am Strauß-Anger. Danach darf er zusammen mit Dobrindt, Kühn sowie Bürgermeister und Schirmherr Georg Wagner in der Ehrenkutsche Platz nehmen. Der Rathauschef ist überzeugt, dass die Festwoche die Dorfgemeinschaft „noch weiter zusammengeschweißt“ hat. Den Beteiligten zollt er großen Respekt. Sie hätten bei den Vorbereitungen „beachtlichen Idealismus und Engagement“ bewiesen.

Engagiert zeigen sich auch die Teilnehmer des Marschmusikwettbewerbs am Sonntagvormittag. Über die Ergebnisse berichten wir noch.

Roland Lory

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