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Müdes Lächeln bei den Isartalern über Fahimis Fauxpas.

Nach Kritik am "Disneyland" bei G7-Gipfel

Nächster Fauxpas: SPD-Generalsekretärin Fahimi verwechselt Wallgau mit Allgäu

Isartal - Peinlicher geht's kaum: Erst spricht SPD-Generalsekretärin Fahimi vom "Disneyland" und erntet heftige Kritik aus dem Isartal. In ihrem Erklärungsversuch zeigt sie erneut Unwissenheit.

Der Druck war wohl zu hoch, die Öffentlichkeit zu groß – ebenso wie die Angst vor Wählerschwund aus Bayern. Nach mehr als fünf Wochen hat sich SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi erklärt.

In einem Antwortschreiben an Krüns Trachtenchef Josef Winzinger junior versucht sie, ihre Aussage, der Empfang von Obama und Merkel beim G7-Gipfel in Krün sei ein ein „inszeniertes Disneyland“ gewesen, dass sie an ein „Asterix-Comic-Buch erinnerte“, abzuschwächen. Diese Aussagen von Fahimi und ähnliche von Grünen-Bundesfraktionschef Anton Hofreiter – ausgerechnet ein Bayer – hatten die Isartaler Trachtler, Gebirgsschützen und Musiker sehr empört. Die drei Trachtenvereine, die Wallgauer Gebirgsschützenkompanie und die Krüner Musikkapelle setzten einen Beschwerdebrief – inklusive Einladung zum 110-jährigen Bestehen des Krüner Trachtenvereins 2016 – auf, adressiert an zahlreiche SPD- und Grünen-Politiker, allen voran Generalsekretärin Fahimi und Hofreiter.

Fahimis Antwortschreiben bezeichnete Winzinger bei einer Zusammenkunft der Unterzeichner als „dürftig“. Die SPD-Generalsekretärin schreibt: „Sie haben sich darüber beklagt, dass ich mit meiner Kritik am G7-Treffen im Juni auf Schloss Elmau Sie (Josef Winzinger, Anm. d. Red.), Ihren Trachtenverein sowie die Bürgerinnen und Bürger von Krün herabgewürdigt und missbraucht hätte, um eigentlich die Bundeskanzlerin zu kritisieren. Das habe ich nicht getan und nichts lag mir ferner.“ Denn in einer Pressekonferenz vom 8. Juni habe sie das Treffen gelobt und hervorgehoben, „wie wichtig solcher Austausch auf höchster politischer Ebene ist“. Sie habe sich „lediglich an Teilen der Inszenierung etwas gestoßen“ und fühlte sich „eher an ein Klischee von Deutschland erinnert und an Disneyland“. . . Zur Lederhose „gehören bei uns selbstverständlich auch der Laptop, das Windrad oder der Flugzeugbau“, betont sie. Das sei bei der Inszenierung auf Schloss Elmau „etwas zu kurz gekommen“.

Doch bei ihren Erklärungsversuchen leistet sich Fahimi gleich den nächsten peinlichen Fauxpas: Kenntnisse der Region – Fehlanzeige. Denn nach wie vor ist die Rede vom „Allgäu“ statt von „Wallgau“. Auch wenn diese Tatsache bei den Trachtlern eher ein Schmunzeln auslöst, ist dies für Musikkapellen-Chef Franz-Paul Reindl ein Zeichen dafür, dass sich „die Dame nicht mit dem Thema auseinander gesetzt hat“. Der Fehler beweise, dass sie sich „einfach nicht in unserer Region auskennt“ – weder mit der Geografie noch mit der Tradition.

Der Hauptmann der Gebirgsschützen, Hans Baur, will nun mit Winzinger gemeinsam ein weiteres Schreiben aufsetzen. „Es ist ja schön, dass sie überhaupt eine Reaktion zeigte“, stimmt er versöhnlich. Das habe Hofreiter noch nicht fertig gebracht.

Der Mittenwalder SPD-Gemeinderat Rudolf Rauch kann sich mit den Aussagen seiner Parteigenossin keinesfalls identifizieren: Fahimi kenne sich mit „gelebter Tradition nicht aus.“ Wenn sie öfters her käme, „würde sie unseren Brauchtum kennen“. Deshalb verwies Winzinger nochmals auf die Einladung für das 110-jährige Fest des Trachtenvereins. „Wenn ich in der Gegend bin, komme ich gerne auf ein Getränk bei Ihnen vorbei“, verspricht Fahimi in ihrem Brief. „Sollten Sie Interesse daran haben, einem Nordlicht Ihre Sitten und Gebräuche näher zu bringen.“ Bleibt nur zu hoffen, dass sie am 17. Juli 2016 Krün und Wallgau nicht im Allgäu suchen.

joho

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