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Politik im Landkreis

Die SPD und das Tal der Tränen

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Die SPD hat nicht nur im Bund ihr schlechtestes Ergebnis eingefahren, desaströs fiel es auch in Garmisch-Partenkirchen bei den Zweitstimmen aus. 

Garmisch-Partenkirchen – Die Bundestagswahl liegt gerade mal eine Woche zurück. Die großen Verlierer CSU und SPD lecken noch immer ihre Wunden. Die Verletzungen für beide Volksparteien waren groß, doch während sich die Christsozialen bayernweit noch immer nahe der 40 Prozent bewegen, haben sich die Sozis mit 15,3 Prozent bei den Zweitstimmen weiter auf Talfahrt begeben. Ein Trend, der schwer auf der roten Seele lastet. „In Bayern waren wir noch nie besonders stark“, sagt Ulrike Bittner-Wolff, Vorsitzende des Ortsvereins Garmisch-Partenkirchen.

Im Markt war die SPD allerdings noch nie so schwach wie heute. Gerade einmal 8,78 Prozent – 2013 kam man noch auf 12,36 Prozent – der 15 045 Bürger, die ihre Stimme abgaben, machten ihr Kreuzchen bei den Sozialdemokraten. Bittner-Wolff nennt das „ein erschütterndes Ergebnis. Wir müssen etwas anders machen, wenn wir als Volkspartei bestehen wollen“. Auch Robert Allmann wählt drastische Worte für das Abschneiden der SPD, die in Garmisch-Partenkirchen mit Dr. Sigrid Meierhofer immerhin die Bürgermeisterin stellt. „Das ist vernichtend“, sagt der Fraktionsvorsitzende der SPD im Gemeinderat.

Viele Gedanken hat sich Allmann in den vergangenen Tagen gemacht, warum seine Partei in der Wählergunst so schlecht abgeschnitten hat und hinter der CSU, der Alternative für Deutschland (AfD) und sogar der FDP nur mehr die vierte Kraft knapp vor den Grünen ist. Den Kopf hat er sich zermartert, warum es so kam, wie es nur wenige Experten prognostiziert hatten. Seine Analyse: Viele Stammwähler seien abgewandert. „Manche zu den Linken, einige sogar zur AfD. Das haben meine Gespräche ergeben.“

Sowohl Allmann als auch Bittner-Wolff glauben, dass den Genossen die Große Koalition, in der die SPD der Juniorpartner von CDU/CSU war, geschadet hat. „Wir sind einfach schlecht weggekommen, obwohl wir viele wichtige Dinge erreicht haben“, sagt Allmann. Er nennt unter anderem den Mindestlohn, für den sich vor allem Ex-Arbeitsministerin Andrea Nahles extrem stark gemacht habe. Ein Weg, der raus aus der Krise führen könnte: Hauptsächlich müsse sich die SPD, Jahrzehnte lang die Partei der Kleinen Leute, Allmann zufolge wieder mehr um jene Menschen kümmern, die keine Akademiker sind, sondern die ihr Brot hart „in einem normalen Beruf“ verdienen und die man in der Vergangenheit vernachlässigt habe. „Diese findet man auch kaum noch in den Ortvereinen.“

Die Krise der SPD im Bund und in Bayern dürfte sich so schnell nicht beenden lassen. Man wird im Tal der Tränen verharren, obwohl einige darunter auch Allmann, glauben, man könne sich in der Opposition erneuern und Kraft tanken. 2018 im Herbst stehen im Freistaat Landtagswahlen an. „Auch da werden wir noch ein Problem haben“, meint Allmann. Nicht ganz so schwarz blickt er den Kommunalwahlen im Frühjahr 2020 entgegen. „Ich glaube, dort werden wir mit Sicherheit besser abschneiden, allerdings war die Bundestagswahl ein Alarmsignal.“ Einen Blick in die Glaskugel, was die Zukunft bringt, möchte Bittner-Wolff nicht wagen. „2020 ist noch zu weit weg. Wir sollten uns jetzt erst einmal auf die Landtagswahl konzentrieren.“

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