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Die Spielbank stärker in der Region etablieren wollen künftig (v.l.) Direktor Peter Eursch, Lotto-Bayern-Präsidentin Friederike Sturm, Dr. Sigrid Meierhofer und David Schwinghammer. 

Damit will das Casino punkten

„Runder Tisch“ soll für Aufschwung in der Spielbank sorgen

Garmisch-Partenkirchen - Vertreter aus verschiedensten Branchen trafen sich in der Spielbank Garmisch-Partenkirchen zum ersten „Runden Tisch“. Gemeinsam mit Direktor Peter Eursch und der Führungsriege der staatlichen Lotterieverwaltung diskutierten sie über die Zukunft des Casinos.

„Die Spielbank Garmisch-Partenkirchen ist eine besondere Einrichtung in und für die Region und soll dies auch bleiben“, sagt Friederike Sturm. Die Präsidentin von Lotto Bayern ist eine von 23 Teilnehmerinnen beim ersten „Runden Tisch“ im Alpencasino am Kurpark. Auf Initiative des Bayerischen Staatssekretärs Albert Füracker (CSU) kamen Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Sport und Tourismus mit der Führungsriege der Staatlichen Lotterieverwaltung zusammen. Das Ziel: Die Spielbank in Garmisch-Partenkirchen als Impulsgeber für den Landkreis zu erkennen, fest zu etablieren und für die Zukunft zu stärken.

Mithelfen will dabei Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD). Als „touristische Attraktion“ möchte sie die Spielbank den Menschen in Garmisch-Partenkirchen verkaufen. Ist das Casino doch eines von lediglich neun in ganz Bayern. Die Ambitionen Meierhofers sind dabei leicht nachzuvollziehen. Die Marktgemeinde profitiert von steigenden Spielerzahlen und wachsendem Umsatz. 15 Prozent des Brutto-Spielertrags, also die Differenz zwischen den Spieleinsätzen und den an die Spieler ausgezahlten Gewinnen, beträgt die Spielbankabgabe. 1,3 Millionen Euro flossen im vergangenen Jahr auf ihr Konto. „Ein warmer Geldregen“, betont Meierhofer.

Bei den Gästezahlen ist noch Luft nach oben

Bei etwa 120 000 spielenden Gästen pro Jahr sieht Josef Müller, Vizepräsident bei Lotto Bayern, durchaus noch Steigerungspotenzial. Das Problem: Durch das für deutsche Spielbanken geltende Verbot für Eigenreklame fällt es oft schwer, neue Kunden auf sich aufmerksam zu machen. Mundpropaganda statt Werbetrommel lautet daher die Devise. „Es ist sehr wichtig, dass die Menschen gut über uns sprechen“, verdeutlicht Müller.

Eine bedeutende Rolle kommt hierbei der Hotellerie zu. Viele Gäste im Landkreis wissen oft nicht oder nur sehr vage über das Angebot der Spielbank Bescheid. Das soll sich ändern. Auch David Schwinghammer, Zweiter Bürgermeister von Grainau, möchte die Zusammenarbeit verbessern. „Die Mitarbeiter in unseren Hotels werden die Touristen künftig besser über die Spielbank informieren und ihnen dieses zusätzliche Angebot schmackhaft machen.“

Mit langen Öffnungszeiten junge Menschen anlocken

Dass in der Spielbank auch Gäste willkommen sind, die mit Roulette, Black Jack oder Poker nichts anzufangen wissen, betont Müller. Er hebt das „Gesamterlebnis Casino“ mit Restaurant, verschiedenen Events und einer Bar hervor. Besonders Letztere müsse mehr in den Fokus gerückt werden. Punkten will Müller vor allem mit der langen Öffnungszeit. Bis um 3 Uhr morgens gibt es dort Snacks und Getränke. Junge Leute könnten beispielsweise zu später Stunde noch auf einen Absacker vorbeischauen. Das passende Outfit soll dabei nicht zum Problem werden. Sakkos gibt es in allen Größen kostenlos zum Ausleihen. „Davon weiß bisher leider nur kein Mensch“, sagt Meierhofer.

Rundum zufrieden mit den Ergebnissen des ersten „Runden Tisches“ zeigt sich Spielbank-Direktor Peter Eursch. „Solche Gespräche sind wichtig, um die Vernetzung zu vertiefen“, unterstreicht er. Weitere Kooperationen schweben ihm vor. Für Eursch und seine Gäste soll es bei weitem nicht die letzte Zusammenkunft dieser Art gewesen sein. Denn mit einem ist er sicher: „Jeder kann hier von jedem profitieren.“

Simon Nutzinger

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