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Traditionsgeschäft vor dem Aus?

Zitzmann kündigt seinen Angestellten

Garmisch-Partenkirchen - Das Aus des beliebten Spielwaren-Geschäfts Zitzmann am Richard-Strauss-Platz in Garmisch-Partenkirchen zum Jahresende rückt näher. Wie viel wert ein erneuter Kompromiss-Vorschlag der Politik ist, bleibt fraglich: Denn inzwischen haben die Mitarbeiter ihre Kündigung erhalten.

Für Entspannung in der schwierigen Situation zwischen Rathaus und dem Spielwarengeschäft Zitzmann will der Garmisch-Partenkirchner Gemeinderat mit einem erneuten Kompromissvorschlag sorgen. Demnach könnte der Mietvertrag für die Geschäftsräume am Richard-Strauss-Platz um ein Jahr bis Ende 2017 verlängert werden. Ob das noch dem Traditionsunternehmen weiterhilft, ist aber mehr als fraglich. Denn Max Zitzmann hat Anfang der Woche allen seinen Mitarbeitern gekündigt.

„Zum Ende des Jahres“, sagt der Chef des Spielzeugladens. Dann, wenn der aktuelle Mietvertrag ausläuft. Das sei der Stand der Dinge. „Weitere Informationen habe ich nicht“, betont Zitzmann. Das Rathaus habe ihn „weder mündlich noch schriftlich“ über weitere Optionen in Kenntnis gesetzt.

Um genau diese ging es in der jüngsten Sitzung der Lokalpolitiker – hinter geschlossenen Türen. Da es sich um Vertragsdetails mit einem Dritten handelt, kann Sprecher Florian Nöbauer nur wenig zu der Causa sagen. Nur soviel: „Der Marktgemeinderat hat in seiner Sitzung am 22. Juni beschlossen, das Angebot von Herrn Zitzmann auf ein Mietverhältnis über fünf weitere Jahre abzulehnen.“ Genauso hatte Anfang Juni schon der Finanzausschuss entschieden.

Das Thema beschäftigt die Lokalpolitiker aber bereits seit Anfang des Jahres. Schon im März hat es den Kompromiss-Vorschlag auf Verlängerung bis Ende 2017 gegeben – damals verknüpft mit einigen Bedingungen wie eine um 1000 Euro höhere Monatsmiete. Das Angebot hatte Zitzmann als „sittenwidrige Erpressung“ bezeichnet. Ob es für die jetzige Offerte Bedingungen gibt, will das Rathaus offiziell nicht kommentieren. Aus gut informierten Kreisen heißt es, dass über eine Mieterhöhung um 500 Euro diskutiert wurde.

So oder so: Ob eine zwölfmonatige Verlängerung für Zitzmann überhaupt sinnvoll wäre, ist eine weitere offene Frage. Auf die der Geschäftsmann ohne neue Informationen keine Antwort geben will. Prinzipiell könnte er die Kündigungen für seine 15 Angestellten auch wieder zurücknehmen.

Ihm geht es grundsätzlich darum, längerfristig planen zu können. „Wir brauchen eine Perspektive.“ Nur dann mache es Sinn, in das Geschäft zu investieren. Einige Markisen seien defekt, die Böden müssten dringend erneuert werden. „Es geht darum, wettbewerbsfähig zu bleiben.“ Schließlich ist Zitzmann nicht mehr der Einzige in der Marktgemeinde, der Kinderträume erfüllt. Mit Spielwaren Krömer am Mohrenplatz gibt es inzwischen starke Konkurrenz.

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