Ein Richter muss klären, wie es nun weitergeht. foto: dpa

Sportflieger auf Kollisionskurs

Eschenlohe - Der Verein klagt dagegen, die frühere Startbahn in Weghaus zurückzubauen - und fordert zeitgleich Fördergelder für das Projekt.

Die Sportfliegergruppe Werdenfels muss den Flugplatz Weghaus möglicherweise in seinen ursprünglichen Zustand versetzen. Das Luftamt Südbayern hat dem Verein einen entsprechenden Bescheid zugeschickt. Die Flieger klagen jedoch dagegen.

Der Verein müsse die Start- und Landebahn bis spätestens September 2014 zurückbauen, erklärt Ines Schantz, Sprecherin der Regierung von Oberbayern. Die Flieger haben zwar gegen den Bescheid bereits Klage beim Bayerischen Verwaltungsgericht eingelegt. Zudem strengen sie am Landgericht München eine Zivilklage an. Nichtsdestotrotz beantragen sie beim Kreistag einen 95 000-Euro-Zuschuss für die Renaturierung. In dem Schreiben erhebt Vereinschef Herbert Stoess schwere Vorwürfe. Das Landratsamt Garmisch-Partenkirchen stehe nicht zu Zusagen aus den 1990er Jahren „und windet sich aus der Verantwortung“. Der Verein zitiert aus einem Schreiben, das die Behörde ihm 1995 schickte. Darin heißt es: „In der Frage einer Beteiligung des Landkreises an den Kosten der Flugplatzverlegung kann Ihnen jedoch die erfreuliche Auskunft gegeben werden, dass eine Beteiligung aus Mitteln des Naturschutzprojektes definitiv möglich ist.“

Weiterer Kritikpunkt des Vereins: Das Landratsamt verlange „abweichend von früheren Aussagen Baumaßnahmen, die weit über die Herstellung des ursprünglichen Zustands hinausgehen“. Dazu zählen offenbar die Anlage von Magerrasenflächen auf ehemaligen Moorwiesen oder auch die Rückverlegung der Rechtach in den alten Verlauf.

Diese wesentlich weitreichenderen Forderungen ließen den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit außer Acht, moniert Stoess. „Wir sind gerne bereit, die Umsetzung dieser Maßnahmen zu organisieren.“ Deren Kosten wolle und könne der Verein aber nicht übernehmen.

Die vom Luftamt verlangten Punkte seien weder neue Forderungen, noch „Extremforderungen“, stellt Landratsamtssprecher Stephan Scharf klar. Richtig sei, dass die Kreisbehörde 1995 „zunächst und in Absprache mit dem Bundesamt für Naturschutz davon ausgegangen ist, dass das Bundesförderprojekt eine Beteiligung an den Kosten für den Umzug des Segelfluggeländes ermögliche“. Etwaige „Zusagen“ bezüglich einer Kostenbeteiligung konnten sich laut Scharf „auch damals aus förderrechtlichen Gründen aber stets nur auf Rekultivierungsarbeiten beziehen, zu welchen die Sportfliegergruppe nicht schon aufgrund anderer öffentlicher oder zivilrechtlicher Regelungen zwingend verpflichtet war“.

Dem Landratsamt sei 1995 aber nicht bekannt gewesen, dass der Pachtvertrag zwischen dem Freistaat Bayern und der Sportfliegergruppe gerade eine solche Verpflichtung zur Wiederherstellung des ursprünglichen Zustandes enthielt. „Dieser Umstand machte eine spätere Bereitstellung von Fördermitteln für diesen Zweck schwierig und letztlich unmöglich.“ Dies habe der damalige Landrat dem Verein schon 2001 auch so mitgeteilt.

Unabhängig davon habe die Kreisbehörde dem Verein bereits im August 2012 angeboten, bestimmte Rekultivierungsarbeiten aus Naturschutzmitteln zu übernehmen. „Die Sportfliegergruppe lehnt diesen Vorschlag jedoch ab und fordert, der Freistaat solle auch die Beseitigung des Hangars übernehmen“, sagt Scharf.

Rückendeckung bekommt der Verein von Johann Neumeier, Kreischef des Bayerischen Landes-Sportverbands (BLSV). „So kann doch nicht mit einem gemeinnützigen Sportverein umgegangen werden“, schimpft der ehemalige Landtagsabgeordnete aus Unterammergau in einem Schreiben an Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU). „Bei diesem Verhalten ist doch die Frage erlaubt, wie weit man sich auf Aussagen der staatlichen Dienststellen und Behörden verlassen kann.“

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