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Auf dem Gelände des ehemaligen PX sollen für mehr als drei Jahre Container für die St.-Irmengard-Schulen stehen.  

Griff in die Trickkiste

Container-Schule auf PX-Gelände?

Garmisch-Partenkirchen - Das brach liegendende Gelände an der Bahnhofstraße, wo das ehemalige PX stand, ist problembehaftet. Ausgerechnet dort wollen die St.-Irmengard-Schulen für mehr als drei Jahre Container errichten, weil ihr Gebäude saniert wird. Die Marktgemeinde versucht jetzt, dafür die Voraussetzungen zu schaffen.

Temporäre Schulcontaineranlage. Mit diesem Begriff, der sich fast wie ein Unwort des Jahres anhört, musste sich der Bauausschuss des Marktgemeinderats in seiner Sitzung befassen. Es geht um den Fast-Neubau einer der größten weiterführenden Schulen des Landkreises: Die 1930 gebaute St.-Irmengard-Schule der Erzdiözese München und Freising, die im Gymnasium und der Realschule derzeit 1120 Mädchen unterrichtet, ist nämlich „in die Jahre“ gekommen und soll darum total modernisiert werden. Es steht eine Generalsanierung an (wir berichteten). Doch weil diese laut Gemeinde-Bauamtsleiter Jörg Hahn „den alten Kasten bis in den Rohbauzustand versetzt“, kann sie nicht neben dem Unterricht passieren: „Vielmehr muss der gesamte Schulbetrieb für zweieinhalb bis dreieinhalb Jahre ausgelagert werden in eine temporäre Schulcontaineranlage.“

Für diesen riesigen Containerbau, dessen Haupthaus drei Geschosse hoch sein wird, hat das Erzbistum als Bauherr auch schon eine benachbarte Fläche ausersehen. Ein Grundstück, das allerdings recht problematisch ist: Es ist das an der Bahnhofstraße gegenüber dem Werdenfels-Gymnasium gelegene 11 000 Quadratmeter messende und derzeit unbebaute Areal, auf dem ein paar Jahre vor dem Krieg das Stabsgebäude der Gebirgsdivision gebaut wurde, ehe es dann nach 1945 von den Amerikanern als PX-Einkaufszentrum genutzt wurde. Vor ein paar Jahren wurde es schließlich abgetragen und per Bebauungsplan zum größten Teil als „Sondergebiet Hotel“ sowie im südlichen Bereich als Wohnbaugelände ausgewiesen. Doch weil es dann die Firma „V-Markt“ erwarb, um dort ein von der Marktgemeinde unerwünschtes Einkaufszentrum zu planen, belegte es die Gemeinde mit einer Veränderungssperre.

Soweit der jetzige Status des Geländes. Für die Irmengard-Containerschule hatte der Bauausschuss jetzt eine Voranfrage zu behandeln. Doch die hat ihre Tücken, denn auch für dieses nur ein paar Jahre stehenden temporäre Gebäude ist ein Bebauungsplan nötig. Die Kommune will keinesfalls, dass V-Markt-Chef Josef Kaes das nutzt, um auf diesem Pfad sein seit Jahren geplantes Einkaufszentrum zu realisieren. Darum lag auch dem Bauausschuss jetzt ein juristisch ausgepolstertes Konzept vor, wie die Irmengard-Schule einerseits zu ihrem Containergelände kommt, und andererseits nicht trickreich ein V-Markt „passiert“.

Das derzeit noch immer laufende Bebauungsplanverfahren sieht auf dem Gelände zum Großteil ein „Sondergebiet Hotel“ vor, im südlichen Bereich ein allgemeines Wohngebiet. Dieser Plan muss deshalb wegen des Containerbaus ausgesetzt werden. Für den Zeitraum dazwischen, zweieinhalb bis dreieinhalb Jahre, soll ein beschleunigt vorbereiteter Bebauungsplan gelten, der ein „Sondergebiet Bildungseinrichtung“ vorsieht. Verbunden damit wird ein „Durchführungsvertrag“ geschlossen, in dem geregelt wird, dass diese zeitweise Einrichtung zwar zunächst gebaut, aber dann auch wieder rückgebaut wird. „Es ist uns nämlich ganz wichtig, dass der Container danach wieder verschwindet“, sagt Hahn. Ohnehin müsse vertraglich geregelt werden, dass das Bebauungsziel Hotel nur für eine gewisse Zeit ausgesetzt werde. Dieses Konstrukt müsse jetzt auf vier Jahre beschränkt zwischen der Erzdiözese als Bauherr, dem V-Markt-Eigner als Grundbesitzer und der Marktgemeinde vertraglich geregelt werden, erklärte der Bauamtsleiter. „Schließlich geht es uns darum“, verdeutlichte Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD), „dass aus dieser provisorischen Bebauung kein Baurecht abgeleitet werden kann, das wir nicht haben wollen“. Einstimmig segnete der Ausschuss diesen Vertragsentwurf ab.

Wolfgang Kaiser

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