Urteil im Inzest-Fall nochmal verschoben

Anklage wegen Vergewaltigung: Staatsanwalt fordert sieben Jahre Haft

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Ammertal/München - Er sitzt seit über einem Jahr in U-Haft: Der 33-Jährige aus dem Ammertal muss sich wegen einiger Vergehen vor dem Gericht verantworten. Das Urteil steht noch aus. 

Sie haben ihre Aussagen vor dem Landgericht München II gemacht: Vermeintlicher Täter, Opfer, Zeugen. Viele Details kamen ans Tageslicht. Im Prozess um einen Kfz-Mechanikern (33), der seine Halbschwester (28) vergewaltigt haben soll, hat der Staatsanwalt sieben Jahre Haft für den Münchner, der im Ammertal lebt, gefordert. Eine viel zu hohe Strafe, wenn es nach dem Verteidiger des Angeklagten geht. Er plädierte auf ein Jahr und zehn Tage. Doch wie die Justiz entscheidet, bleibt spannend. Eigentlich war die Urteilsverkündung für den vergangenen Freitag geplant gewesen. Doch der Termin wurde verschoben – auf den Mittwoch. Und auch der Termin wackelt. Denn das Gericht muss vorher noch über einen Beweisantrag des Anwalts entscheiden.

Bereits seit über einem Jahr sitzt der 33-Jährige mittlerweile in Untersuchungshaft. Er selbst zeigte sich reumütig, sagte am Ende der Verhandlung: „Die Sachen, die ich getan habe, tun mir Leid, auch wenn es mir niemand glaubt.“

Das ist aus Sicht des Angeklagten, der sich unter anderem wegen Beischlafs zwischen Verwandten, Vergewaltigung, Körperverletzung und Freiheitsberaubung verantworten muss, jedoch allenfalls die Brandstiftung, die er in der Münchner Haftanstalt angezettelt hatte. Er wollte  sich im August 2015 angeblich umbringen. Dafür barrikadierte er sich in seiner Zelle, entzündete Papier, Aktenordner und Kleidungsstücke und entfachte so ein Feuer. Doch der Plan, an den Gasen zu ersticken, ging nicht auf. Er musste rasch das verschlossene Fenster öffnen, weil ihn der Qualm so heftig in der Kehle kratzte. Den Rauch sah der Zellennachbar und schlug Alarm. Der 33-Jährige konnte noch rechtzeitig gerettet werden und bezeichnete die Brandstiftung als „Kurzschlussreaktion“.

Seine Gewalttaten gegenüber seiner Halbschwester stritt er ab oder verstand sie als Aktionen im gegenseitigen Einvernehmen. Nur einmal – als sie ihn zu Unrecht beschuldigt habe – räumte er ein, ihr einen Schlag verpasst zu haben. Vom Würgen keine Spur. Gegenüber einer Gutachterin hatte er im Laufe der Ermittlungen allerdings mehr Übergriffe zugegeben. Demnach hätte er sie öfters schlagen und auch beleidigen müssen. Wenn er freundlich gewesen sei, sei sie aufsässig geworden, hatte er behauptet. Dass er Sex-Praktiken mit seiner 28-jährigen Halbschwester ausprobierte, die bei ihr Erstickungsängste sowie schlimmste Empfindungen des Ekels ausgelöst haben sollen, schien der 33-Jährige völlig verdrängt zu haben.

Rubriklistenbild: © dpa

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