Untersuchungen wegen Besitz von kinderpornografischem Material

Staatsanwaltschaft ermittelt - Beschuldigter JUZ-Mitarbeiter entlassen

Seit einigen Wochen ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen einen Mitarbeiter des Jugendzentrums Garmisch-Partenkirchen. Er soll kinderpornografisches Material besessen haben. Nun äußert sich die Gemeinde als Trägerin der Einrichtung. Sie hat bereits reagiert.

Garmisch-Partenkirchen – Man darf niemanden vorverurteilen. Es gilt die Unschuldsvermutung. Besonders in solchen Fällen muss man mit schnellen Schuldzuweisungen vorsichtig sein – weil sie dem Betroffenen auf ewig anhaften. Selbst, wenn sie sich am Ende als falsch erweisen. Der Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd kennt den konkreten Fall nicht, äußert sich nur allgemein. Doch schon das macht klar: Fälle wie diese, wie er sich in Garmisch-Partenkirchen abspielt, sind sensibel zu handhaben. Auch, weil es um Kinder geht.

Die Staatsanwaltschaft München II ermittelt wie berichtet wegen des Besitzes kinderpornografischen Materials. Heikel generell. Heikel insbesondere, weil der Beschuldigte im Jugendzentrum Garmisch-Partenkirchen (JUZ)  gearbeitet hat, ständig also mit Kindern und Jugendlichen in Kontakt stand.

Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer und ihr Team müssen geschockt gewesen sein, als sie von diesen Vorwürfen erfahren haben. Man habe „unverzüglich reagiert“, lässt sie mitteilen. Demnach wurde der Mitarbeiter noch am selben Tag suspendiert und am nächsten Tag mit Einverständnis des Personalrats fristlos entlassen. Die Stellungnahme verschickt die Marktgemeinde am Sonntag, nachdem das Tagblatt zum Wochenende von den Ermittlungen berichtet hatte.

Zuvor hatte sich die Gemeinde als Träger des Jugendzentrums nicht zum Fall geäußert. Meierhofer erklärt nun, warum: Erst durch die Bestätigung der Staatsanwaltschaft habe man an die Öffentlichkeit gehen dürfen. „Wir wollten die Ermittlungen weder gefährden noch behindern.“ Die Kündigung sieht sie als klares Zeichen, „dass wir derartige Verfehlungen und Handlungen in keiner Weise dulden“. Meierhofer dürfte Hintergründe zum Fall kennen und zeigt sich – auch im Namen von JUZ-Leiter Wolfgang Sailer „zutiefst erschüttert, dass wir in unseren eigenen Reihen mit solch abnormen Neigungen konfrontiert sind“. Eine Unschuldsvermutung klingt anders.

Offenbar gibt es bislang keine Erkenntnisse darüber, dass Kinder und Jugendliche, die das JUZ besuchen, in Gefahr waren. Die Bürgermeisterin verspricht, den Fall „umfassend und transparent“ aufzuarbeiten, sobald die Ermittlungen abgeschlossen sind und dem Markt die Ergebnisse vorliegen. Wie berichtet, stehen dies ganz am Anfang und dürften noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

Rubriklistenbild: © dpa

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