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Staatsgestüt Schwaiganger: Olympia 2018 als Investitionsschub

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Die Pferdezucht ist sein Leben: Dr. Eberhard Senckenberg – hier mit dem Trakehner-Hengst „Idamantes“ – ist seit 1994 Leiter des Staatsgestüts Schwaiganger, wo die Biathlon- und Langlauf-Wettbewerbe stattfinden sollen. Foto: Herpen
Die Pferdezucht ist sein Leben: Dr. Eberhard Senckenberg – hier mit dem Trakehner-Hengst „Idamantes“ – ist seit 1994 Leiter des Staatsgestüts Schwaiganger, wo die Biathlon- und Langlauf-Wettbewerbe stattfinden sollen. Foto: Herpen

Schwaiganger - Für Leiter Dr. Eberhard Senckenberg steht fest: Das Haupt- und Landgestüt Schwaiganger kann von den Olympischen Winterspielen 2018 nur profitieren.

Senckenberg (58) hat einen Traum: Darin finden 2018 olympische Wintersport-Wettkämpfe in Schwaiganger statt - und Millionen von Fernsehzuschauern bestaunen die traumhafte Kulisse mit der herausgeputzten Vorzeige-Einrichtung für Pferdezucht. Die perfekte Werbung für den Staatsbetrieb, dem Senckenberg zu etwas mehr öffentlicher Aufmerksamkeit verhelfen will. „Das wäre für uns der Super-Gewinn“, sagt er. Sollten die Spiele nach Deutschland kommen, dann wäre das gut 750 Hektar große Gelände am Fuße des Heimgartens der Austragungsort für die Biathlon- und Langlauf-Rennen - und würde mit einem Schlag im Blickwinkel der Weltöffentlichkeit stehen. Die Entscheidung fällt am 6. Juli im südafrikanischen Durban.

Senckenberg weiß genau: Mit Olympia wäre die Zukunft des Zuschussbetriebs gesichert, der dem Steuerzahler jedes Jahr rund zwei Millionen Euro kostet. Und die Genehmigung der notwendigen Mittel für die Sanierung der Gebäude und Modernisierung der Stallungen, für die er schon seit Jahren wirbt, wäre vermutlich nur noch Formsache.

Schwaiganger ist in Bayern das einzig noch verbliebene staatliche Zentrum für Pferdezucht - ein „lebendiges Kulturgut“, wie Senckenberg betont. Doch trotz des hohen Renommees, das das Gestüt international genießt, und der vielen Auszeichnungen geht die Befürchtung um, es könnte eines Tages dem Spareifer der Landesregierung zum Opfer fallen.

Senckenberg, ein gebürtiger Münchner, mag Olympia. Als 19-Jähriger war er 1972 von den Sommerspielen in der Landeshauptstadt ganz angetan. „Das war ein sensationelles Erlebnis“, schwärmt er noch heute. Biathlon und Langlauf wären seiner Ansicht nach in Schwaiganger bestens aufgehoben. Ökologische Bedenken, die Kritiker aufgrund der Eingriffe in die Natur anführen, hat der Pferde-Experte nicht. Die Aktivitäten beschränkten sich nur auf einen kleinen Teil des weitläufigen Areals, argumentiert er. Dies sei zu verkraften. Aus der öffentlichen Debatte hielt sich jedoch Senckenberg weitgehend heraus.

Viele Bauten könnten später weitergenutzt werden, spekuliert er: beispielsweise der Untergrund eines Stadions für eine Pferde-Rennbahn oder die Loipen-Strecken für Forstwege. Der Gestütschef geht davon aus, dass der Olympia-Trubel kaum Einfluss auf den Betrieb hätte. „Dieser kann ganz normal weiterlaufen.“ Notfalls könne man auf ein anderes Staatsgelände ausweichen, etwa nach Achselschwang am Ammersee, wo Rinder gehalten werden. Für Senckenberg steht fest: Schwaiganger kann mit Olympia nur gewinnen. (as)

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