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Auf dem Standortübungsplatz „Am Esel“ üben Soldaten der Bundeswehr Gefechtssituationen und Orientierungsmärsche.

Konflikte am Standortübungsplatz "Am Esel"

„Das Gelände ist kein Abenteuerspielplatz“

Garmisch-Partenkirchen - Dass die Bundeswehr wieder am Standortübungsplatz „Am Esel“ aktiv ist, gefällt nicht jedem. Immer wieder kommt es zu Vorfällen. Dabei werden Soldaten beschimpft und angefeindet. Allerdings gibt es auch ein Miteinander mit den Weidegenossen und dem Tierheim.

Beleidigungen und Sachbeschädigungen. Mit beidem müssen sich Bundeswehrsoldaten auf dem Garmisch-Partenkirchner Truppenübungsplatz „Am Esel“ herumschlagen, seit sie dort wieder üben. „Das kann ja wohl nicht sein“, sagt ein verärgerter Oberstabsfeldwebel Oliver Weiß, der als Kasernenfeldwebel für die Verwaltung des Übungsplatzes zuständig ist. Glücklicherweise sind derlei Vorfälle nicht an der Tagesordnung.

Seit Oktober 2014 ist die Bundeswehr wieder auf dem Gelände zwischen dem Tierheim und dem Herrgottschrofen aktiv (wir berichteten). Es sind die „Jager“ des Ausbildungsstützpunktes Gebirgs- und Winterkampf aus Mittenwald, die dort ihr militärisches Handwerk perfektionieren wollen. So werden beispielsweise Gefechtssituationen, Orientierungsmärsche, Durchschlageübungen und Abseilen trainiert. „Wir stehen mehr und mehr in Einsätzen, demnächst vielleicht sogar im Inland“, sagt Presseoffizier Matthias Rehse mit Blick auf die aktuelle Diskussion. „Darum muss auch mehr geübt werden.

Da dieses Areal lange nicht genutzt wurde, muss sich mancher erst an die Präsenz der Truppe gewöhnen. „Wir streben ein gesundes Miteinander an“, sagt Weiß. Das klappe mit der Weidegenossenschaft, die dort zeitweise ihre Tiere hält, sehr gut. Auch mit dem Tierheim gibt es keine Probleme. „Es scheint so, als würden die gar nicht üben“, sagt Tessy Lödermann, die Leiterin der Einrichtung an der Schmalenau. „Wir kriegen hier nicht viel mit.“

Bei Wanderern sieht es manchmal anders aus. Viel Kontakt gibt es zwar auch da nicht, doch manchmal schlagen den Soldaten extreme Ablehnung und Anfeindungen entgegen. Mancher Gebirgsjäger wurde schon wüst beschimpft oder mit obszönen Gesten belegt. „Wir verstehen, dass der eine oder andere Tourist etwas verwundert ist, wenn hier im Urlaubsgebiet plötzlich die Bundeswehr präsent ist“, äußert sich Hauptmann Rehse, aber wüste Beschimpfungen seien nicht zu tolerieren. Schließlich geht die Armee nur ihren Verpflichtungen nach.

Sogar vor Sachbeschädigung wird nicht zurückgeschreckt. Oft werden die Schlösser der Schranke an der Zufahrtsstraße geknackt, Warnschilder abmontiert oder Schlüssellöcher an der Keans Lodge mit Sekundenkleber ausgespritzt. „Damit wird letztlich vor allem der Steuerzahler belastet“, sagt Rehse. Die Verantwortlichen gehen von einem sehr kleinen Personenkreis aus. Es gebe durchaus Menschen, die das Militär akzeptieren und sich anständig verhalten, meint Weiß.

Das Gelände ist aber in erster Linie ein militärischer Bereich. Da liegen natürlich auch Patronenhülsen herum. Allerdings handelt es sich dabei immer nur um Manövermunition, nie um scharfe Patronen. Auch gibt es dort keine Großübungen. Wer glaubt, dass es sich bei dem Areal um ein Naturschutzgebiet handelt, der irrt. „Dieses beginnt erst ab dem Übungsplatz und erstreckt sich in Richtung Kramer“, informiert Weiß. Lediglich am Herrgottschrofen gebe es ein kleines Landschaftsschutzgebiet.

Nun werden zusätzliche Schilder angebracht, die extra auf die Truppe aufmerksam machen. Kinder sollten in diesem Gebiet allerdings nicht alleine unterwegs sein.„Das Gelände ist kein Abenteuerspielplatz“, sagt Weiß.

Magnus Näbauer

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