Der Komponist: In seiner Villa in Garmisch-Partenkirchen arbeitete der gefeierte Künstler auch noch im hohen Alter.

Startschuss für Strauss-Jahr

Garmisch-Partenkirchen - Als Startschuss für das Richard-Strauss-Jahr wird zum 150. Geburtstag des Komponisten eine große Ausstellung in München eröffnet. Die zweite Station ist Garmisch-Partenkirchen.

Er war ein Mann mit vielen Facetten - Komponist und Dirigent, Weltbürger und Familienmensch. „Jeder hat sein eigenes Bild von Richard Strauss im Kopf“, sagt Anita Bauer. All diese Bilder hat die Musikwissenschaftlerin nun zusammen mit Dr. Christian Wolf und Dr. Jürgen May vom Strauss-Institut in Garmisch-Partenkirchen zu einer Ausstellung zusammengefasst. Diese wird am Donnerstag, 23. Januar, im Gasteig in München eröffnet. „Das ist auch der Auftakt zu allen Aktivitäten im Strauss-Jahr“, erklärt May. Zum 150. Geburtstag des weltberühmten Künstlers steht sein Werk nämlich in ganz Bayern im Fokus.

„Der Schwerpunkt ist natürlich das Festival in Garmisch-Partenkirchen“, betont Herbert Hillig vom Kunstministerium. Dieses findet unter dem Motto „Happy Birthday, Mr. Strauss!“ vom 11. bis 19. Juni statt. Neben den Aktivitäten in der Wahlheimat des Komponisten widmen sich seine Geburtsstadt München und zahlreiche weitere Orte seinem Schaffen. „Sehr schön und wirklich interessant“ nennt Hillig das Angebot, das von Konzerten über Vorträge und Jugendaktionen bis zu Theaterprojekten reicht. Das komplette Programm wurde in einer eigenen Broschüre zum Strauss-Jahr zusammengefasst, die ebenfalls am kommenden Donnerstag präsentiert wird. Für all diese Vorhaben hat das Ministerium einen Sondertopf in Höhe von 250 000 Euro aufgelegt. Davon profitiert auch die Ausstellung, die nach München in Garmisch-Partenkirchen und dann noch in Bamberg sowie Würzburg zu sehen ist.

„Wir haben die Bilder in acht Stationen unterteilt“, erklärt Kuratorin Bauer. Neben seinem Leben, seiner Familie, der Arbeit und seinen Reisen - „erstaunlich, wo Strauss überall war“ - geht es auch um Zeitbilder: „Als er geboren wurde, regierte König Ludwig II., er hat zwei Weltkriege miterlebt und hat unter Adolf Hitler gearbeitet.“ Wie der Künstler damit zurechtkam, ist ein Aspekt, den die Ausstellungsmacher ausgesprochen spannend finden. „Wir haben Material gefunden, das ein widersprüchliches Gesamtbild ergibt“, verrät May. „Da bleibt Raum für Besucher, sich eigene Gedanken zu machen.“

Neben den historischen Aufnahmen sorgen aktuelle Bühnenbilder, wie die von Christoph Waltz’ Rosenkavalier-Inszenierung in Antwerpen, für einen Blick in die Gegenwart. Strauss gilt schließlich weltweit als der am meisten aufgeführte deutsche Komponist. Mit seinem Werk beschäftigen sich auch heute, fast 65 Jahre nach seinem Tod, noch Sänger, Musiker und viele andere. Hörbeispiele und Filmmaterial komplettieren die Schau, die am 13. April in der Galerie des Marktes im Michael-Ende-Kurpark eröffnet wird. „Dieser Ort wurde auch im Hinblick aufs Festival gewählt“, betont May. (tab)

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