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„Da geht einem das Herz auf“: Der Partenkirchner Pfarrer Karl Hofherr und der evangelische Diakon Klaus Lobenhofer zelebrieren am Gipfelkreuz des Wanks den Gottesdienst. Foto: Munz

Ein steiniger, aber erfolgreicher Weg: 100 Jahre Wankhaus

1911: Prinzregent Luitpold feiert seinen 90. Geburtstag, der "Rosenkavalier" von Richard Strauss seine Uraufführung - und das Wankhaus seine Eröffnung. Am Sonntag beging der Alpenverein das Jubiläum am Partenkirchner Sonnenberg.

Zum ökumenischen Berggottesdienst ließ am Sonntagvormittag der Wind nach, der Himmel riss auf, und sogar einzelne Strahlen waren auf dem Partenkirchner Sonnenberg zu spüren. „Da geht einem das Herz auf“, sagte der Partenkirchner Pfarrer Karl Hofherr, als er mit dem evangelischen Diakon Klaus Lobenhofer am Gipfelkreuz vor die Alpinisten, Bergfexe und Trachtler trat.

In seiner Predigt pries Hofherr den Rundblick vom Altar aus zu den umliegenden Gipfeln. Angesichts der Eindrücke richtete er an die Teilnehmer auch den Glaubensappell, „Vertrauen zum Herrgott und Schöpfer zu haben“.

Bei der weltlichen Feier ließ zunächst Hüttenreferent Peter Anzenberger senior die Geschichte des „Alois-Huber-Hauses“ Revue passieren. Demnach hatte die örtliche Alpenvereins-Sektion bereits im Jahr 1894 den wegweisenden Entschluss gefasst, auf dem Partenkirchner Hausberg eine Schutzhütte zu errichten. Das Gesuch eines Baukostenzuschusses lehnte der damalige Deutsch-Österreichische Alpenverein jedoch ab.

Der Zulauf für den Wank nahm derweil zu und ließ den Volkstrachtenverein „Werdenfelser Heimat“ 1904 das Gipfelkreuz errichten. In den Jahren 1909/1910 ging es allerdings voran. Der damalige Schatzmeister und Hüttenreferent der Sektion, Alois Huber, plante den Bau und schuf als Schnitzschul-Fachlehrer selbst die Inneneinrichtung. Am 15. Mai 1911 empfing die einst 45 Personen fassende Berggaststätte mit Gaststube und Veranda Gottes Segen.

Die erste Pächterin war damals und für die folgenden drei Jahrzehnte Susanne Riesch. Alois Huber aber starb 1922. Ihm zu Ehren wird das Wankhaus künftig als „Alois-Huber-Haus“ geführt. 1968 begann auf dem Wank – mittlerweile war das Haus bereits wesentlich vergrößert und mit einem Saalanbau versehen worden – die Ära von Georg Vogl. Bis zu seinem Tode im Jahre 2000 sollte es so bleiben.

Heute sind Jürgen Stoll und Marion Becker die Wirtsleute am Wank.

Klaus Munz

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