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Geehrt: Von Hauptmann Georg Mair (2.v.l.) ausgezeichnet werden (v.l.) Regina Mair, Mathias Perfahl, Christina Finsterwalder-Naumayr, Michael Lutz und Veronika Ott. Mit im Bild ist Oberleutnant Robert Schnitzler (r.).

Mehrheitlicher Entschluss

Darum fliegen die Murnauer Gebirgschützen nach New York

Murnau - Es ist nicht das erste Mal: 1991 nahm die Murnauer Gebirgsschützenkompanie an der Steuben-Parade teil. Im kommenden Jahr will sie wieder beim Festzug auf der Fifth Avenue mitmarschieren. 

Der traditionsreiche Festzug auf der Fifth Avenue in New York gilt als eines der größten Ereignisse im deutsch-amerikanischen Festkalender – und die Gebirgsschützenkompanie Murnau will im September 2017 an der Steuben-Parade teilnehmen. Dies wurde bei der Gerneralversammlung der Kompanie am Samstag mehrheitlich beschlossen.

Bereits im September 1991 waren 180 Murnauer – darunter 120 Schützen sowie ein Teil des Jugend- und Blasorchesters – zu diesem Zweck in die USA gereist und hatten eine Menge interessanter Eindrücke gesammelt. Die Parade findet jeweils am dritten Samstag im September auf der Fifth Avenue statt und ist nach dem deutschstämmigen Helden der amerikanischen Unabhängigkeitsbewegung, Freiherr Friedrich Wilhelm von Steuben, benannt.

Bei ihrem Aufenthalt 1991 hatten Helga Schraml und Herbert Veit einen Film von dem Ereignis gedreht, den sie bei der Versammlung im Schützenhaus der Königlich-Privilegierten Feuerschützengesellschaft vorführten. Neben einer Rundreise zu den Niagara-Fällen und zum Regierungssitz in Washington waren der Festgottesdienst in der St. Patrick’s Cathedral samt Auftritt des Jugend- und Blasorchesters mit Willi Höcherl und Teile der farbenfrohen Parade zu sehen, die den Charakter eines großen Trachtenumzugs hat.

Hauptmann Georg Mair war damals auch dabei: „Es war für die ganze Gruppe ein Wahnsinns-Erlebnis“, schwärmt der ranghöchste Murnauer Gebirgsschütze gegenüber dem Tagblatt. „Ich würde gerne wieder in einer ähnlich großen Gruppe nach New York reisen.“ Allerdings wünscht er sich mehr Kontakte zur amerikanischen Bevölkerung als bei der Tour vor 25 Jahren: „Das sollten wir vertiefen.“

Rainer Kühn, Schatzmeister der Schützen, kann sich ebenfalls noch gut an die Parade erinnern: „Das war meine erste Amerika-Reise und für mich sehr beeindruckend. Auch die Rundreise war sehr schön. Wenn man bei der Parade mitmarschiert, sieht man allerdings selbst davon nicht sehr viel.“ Die anderen Gruppen seien „längst nicht so schön marschiert wie wir Murnauer“, sagt der 78-Jährige lachend. Auf die Reise freut sich Schriftführer Matthias Häringer (23), der den Film aufmerksam verfolgte, schon heute: „Die Teilnehmer der Parade kommen aus allen Teilen der Welt, das ist schon toll, so etwas zu sehen.“

Weitere Themen bei der Versammlung der Gebirgsschützen, die derzeit 152 Mitglieder zählen, waren der verregnete Patronatstag in Bad Tölz, das Bataillonsfest in Seefeld, das sehr gut besuchte Adventssingen in St. Nikolaus und der Vereinsstadel in Achrain, der voraussichtlich an den Hechendorfer Bahnhof umziehen muss. Laut Mair werden die Bataillonsfeste künftig in den ungeraden Jahren gefeiert: „Das nächste findet also nicht 2018, sondern bereits 2017 in Oberammergau statt.“ Für 2019 gebe es noch keinen Bewerber: „Wir könnten es in Murnau ausrichten“, schlug er vor, „und es mit dem Volksfest im Juli verbinden. Das wäre wegen des Bierzeltes vorteilhaft.“

Heino Herpen

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