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Spannend: Die Besucherin Annemarie Schwielenabacher wagt einen Blick durch das Spektiv. Daneben: Michael Schödl und Monika Klas vom LBV.

Störche auf der Murnauer Seidl-Grundschule

Die Jungvögel genau im Blick

Murnau - Spannende Einblicke in die Tierwelt: Die Murnauer Tourist-Info bietet Storchenführungen in Zusammenarbeit mit dem Landesbund für Vogelschutz an. 

Das graue Storchenbaby hält seinen zerzausten Kopf schutzsuchend unter die riesigen Fittiche des ausgewachsenen Tieres, das den nasskalten Temperaturen auf dem Dach der Murnauer Seidl-Grundschule trotzt. „Der andere Storch ist noch unterwegs, um sein Gefieder zu trocknen. Dann wechseln die Tiere ihre Position“, erklärt Michael Schödl vom Landesbund für Vogelschutz (LBV) den Gästen im Rahmen der Storchenführung. Diese bietet die örtliche Tourist-Info in Kooperation mit dem LBV heuer zum ersten Mal an. Bei dem rund einstündigen Ausflug erfahren die Besucher Wissenswertes über den Weißstorch.

Wie Schödl erläutert, gibt es derzeit etwa 450 Paare in Bayern. Die in Murnau beheimateten Tiere zählen zu den im Freistaat am südlichsten angesiedelten Exemplaren. „Dieser Standort ist eine klimatische Herausforderung, weil es ein Maximum an Niederschlägen gibt“, erörtert der Experte den staunenden Gästen, die die Tiere durch ein Spektiv aus der Nähe betrachten können. Marlene Bohn aus Bergisch-Gladbach ist entzückt von dem Anblick der drei Jungvögel, die Anfang Mai geschlüpft sind. „Da haben die Eltern aber eine Menge Arbeit, ihre Kinder durchzufüttern“, bemerkt sie. Daraufhin entgegnet Schödl, dass pro Tag rund 2000 Regenwürmer nötig wären, um alle satt zu bekommen. Zum Glück stehen auch schon kleine Frösche und Insekten auf dem Speiseplan – wenn die Tiere größer sind, kommen sogar Mäuse hinzu.

Die Aufzucht der Jungen dauert im Schnitt ebenso lange wie die Brut: vier Wochen. Wenn die Jungstörche ihre ersten Flugversuche starten, wird es Schödl zufolge „richtig spannend“. Er hofft, dass diesmal nicht die Feuerwehr ausrücken muss wie im vergangenen Jahr. Da hatte sich ein flügge gewordener Storch im Schneefang des Daches verheddert (wir berichteten). „Ich wünsche mir, dass der Nachwuchs unbeschadet durchkommt“, meint Schödl. Denn Störche brüten nur einmal pro Jahr. Glücklicherweise haben die mächtigen Tiere in der Region keine natürlichen Feinde – und wenn die Temperaturen steigen, stehen die Chancen gut. Zu warm sollte es laut Schödl allerdings auch nicht werden, da den Tieren extreme Hitze zusetze: „Da kommt es schon vor, dass der Storch auf einem Bein im Nest steht und dem Nachwuchs mit ausgebreiteten Flügeln Schatten spendet“, berichtet er. Demnach gibt es bei den Rundgängen täglich unterschiedliche Szenen aus dem Storchenalltag zu sehen.

Die nächste Führung ist am Montag, 30. Mai, um 16 Uhr. Treffpunkt ist vor dem Rathaus. Interessierte melden sich bei der Tourist-Info an unter Telefon 0 88 41/61 41 0. Die Teilnahmegebühr beträgt 6 Euro (Kinder: 5 Euro, LBV-Mitglieder: 3 Euro). Weitere Führungen sind am 6. und 13. Juni zur selben Zeit.

Constanze Wilz

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