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Bearbeiten die Kandahar: Christoph Zwink (l.) und Kurt Marka aus Oberammergau.

Voller Einsatz: Kurt Marka, Christoph Zwink und weitere Ammertaler bereiten die Kandahar für die Weltcup-Rennen vor

Nach dem Weltcup ist vor dem Weltcup – zumindest auf der Kandahar. Und deshalb haben die zahlreichen Helfer allerhand zu tun, die Piste stets rechtzeitig fertig zu haben.

Nachdem die zahlreichen Helfer die Piste am Sonntag zwar bestens für den Super-G hergerichtet hatten, das Rennen dann aber angesichts des heftigen Nebels abgesagt werden musste, legten sie gleich mit der Vorbereitung auf die Damen-Rennen am kommenden Wochenende los. „Vor allem Sicherheitsnetze müssen umgebaut werden“, erklärt Kurt Marka. Wenn die Spuren des Super-G-Rennens beseitigt sind, starten der Oberammergauer und die anderen Strecker heute wieder um 8 Uhr.

Bereits seit zwei Wochen ist der 77-Jährige, der mit etlichen Ammertalern ehrenamtlich bei den Weltcup-Rennen anpackt, im Einsatz. Zunächst galt es, das Material entlang der Strecke zu verteilen, ehe die Netze aufgebaut wurden. In Markas Abschnitt, dem Schussanger, wurden beispielsweise 98 B-Zäune à 25 Meter aufgebaut. Seit circa 20 Jahren arbeitet der Oberammergauer, der früher selber Rennen gefahren ist, beim Weltcup mit – erst als Torrichter, dann als Rutscher und jetzt als Abschnittsleiter. Mittlerweile ist er der Älteste unter den Streckerern. „Ich gehör’ sozusagen zur Grufti-Truppe“, sagt er schmunzelnd. Die Arbeit an der Rennstrecke macht ihm genau wie den übrigen Ammertalern aber jedes Jahr wieder Spaß: „Es ist immer nett, wenn sich alle treffen.“

Dem kann sich Christoph Zwink nur anschließen, der heuer allerdings nicht wie sonst am Tröglhang steht, sondern nach einem krankheitsbedingten Ausfall fürs Himmelreich zuständig ist. „Ein bisschen Idealismus gehört natürlich auch dazu“, sagt der 46-Jährige, der während der zwei Weltcup-Wochen die Arbeit in seiner Zimmerei ruhen lässt. Für Marka spielt zudem eine Rolle, dass er etwas zurückgeben will: „Meine Kinder sind auch immer vom Skiverband gefördert worden“, verdeutlicht er seine Motivation. Sein Sohn, seine Tochter und der Schwiegersohn helfen übrigens an der Kandahar auch mit, weshalb seine Frau daheim in Oberammergau aufs Enkerl aufpasst. „Das macht ihr nichts aus“, betont Marka. Früher habe sie an seiner Seite selber mitgemacht.

Verzichten müssen die Ammertaler seit dem Neubau des Kandahar-Expresses auf ihre lieb gewonnene Unterkunft. Die Talstation der Kreuzjoch-Bahn diente ihnen jahrelang als Aufwärmraum und wurde sogar in Ammergauer Haus umgetauft. Ein Luxus, den sie jetzt nicht mehr nutzen können. „Bis jetzt hätten wir aber gar keine Zeit zum Unterstehen gehabt“, räumt Zwink ein. Drei Tage lang mussten die Streckerer vor allem Schnee schaufeln. Als der dann draußen war, ging’s dran, die Strecke zu ebnen, auf dass der glatte Untergrund über Nacht durchfriert.

Was Marka, Zwink und Co. für die Herren-Strecke geleistet haben, kommt zu großen Teilen den Damen zu Gute. In den kommenden Tagen arbeiten die Ammertaler wieder in ihren eingespielten Teams. „Beim Aufbau sind wir immer die gleiche Truppe, die schon aufeinander eingespielt ist“, erzählt Marka. „Da weiß jeder, wo er hinlangen muss.“ Gleiches gilt für die drei Tage nach den Rennen, an denen circa 15 Helfer im Einsatz sind, um alle Netze abzubauen und vom Berg zu transportieren. „Dafür haben vor allem Rentner Zeit“, sagt der 77-Jährige. Knapp vier Wochen hat er dann heuer an der Kandahar gearbeitet, von den Rennen bekommt er nicht viel mit. „Das Wichtigste ist, dass alles passt.“

tab

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