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Großprojekt:  Die Erweiterung des Kongresshauses wird die Gemeinde in den nächsten Jahren beschäftigen.

Haushaltsberatungen im Finanzausschuss

Streichliste für den Tourismus in der Kritik

Garmisch-Partenkirchen - Für 2017 muss die Marktgemeinde neue Kredite aufnehmen. Gespart werden soll im Gegenzug auch beim Tourismus.

Es gibt Kommunen wie Oberammergau, die manchmal erst zum Jahresende einen genehmigten Haushalt auf dem Tisch liegen haben. Und es gibt Orte, die sind weit entfernt von solchen Verhältnissen. Die Marktgemeinde kann sogar schon vor Weihnachten einen sehr weit durchgearbeiteten Haushalt 2017 vorweisen. In vielen, vielen Stunden gehen die Garmisch-Partenkirchner Lokalpolitiker seit Wochen den Etat durch. Dieser wird von Großprojekten und einer Kreditaufnahme geprägt. Derzeit stehen bis zu acht Millionen Euro im Raum.

Skistadion

Allein schon vier Millionen Euro sind für die Sanierungsmaßnahmen im Skistadion angesetzt. Eine dringend notwendige Investition, die in der Sitzung des Finanzausschusses nicht zur Diskussion stand. Anders war es mit der ebenfalls geplanten neuen Lagerhalle für 400 000 Euro. In der soll nach Worten von Bauhof-Chef Richard Kundler alles untergebracht werden, was am Stadion und Gudiberg so gebraucht wird: drei Pistenraupen, 16 Schneekanonen, die Liftsessel, Zäune und Polsterungen. Die Räte überlegten hin und her, ob die Halle wirklich nötig ist. „Wenn man seine Sachen nicht pfleglich behandelt, gehen sie irgendwann kaputt“, unterstrich Kundler. Daraufhin wollte CSU-Fraktionschefin Elisabeth Koch wissen: „Wie teuer ist denn so ein Sessel?“ Lieber kaufe man so was nach als eine Halle zu bauen. Den Preis hatte Kundler nicht parat. Er konnte über den Koch-Vorschlag aber nur mit dem Kopf schütteln. Schließlich koste schon eine Pistenraupe um die 250 000 Euro, eine Schneekanone 40 000 Euro. Diese ständig nachzukaufen, wäre schwierig.

Kongresshaus

Zweites Großprojekt für die nächsten Jahre ist die Sanierung und Erweiterung des Kongresshauses samt Tiefgarage, für das 19 Millionen Euro ausgegeben werden sollen. Erste vier Millionen Euro stehen im Entwurf des Vermögenshaushalts. Eine Zahl, die nach Worten von Bauamts-Chef Jörg Hahn aber reduziert werden kann. Es sei unrealistisch, dass die volle Summe für den ersten Bauabschnitt im Jahr 2017 schon gebraucht werde. Vielmehr sollte mit einer Million Euro für die so genannte „Baufeldfreiräumung“, also Vorbereitungsmaßnahmen für die Kongresshaus-Erweiterung, geplant werden.

GaPa-Tourismus

Das Budget von GaPa-Tourismus war zum zweiten Mal Thema im Finanzausschuss. Nachdem jeder Posten im Etat von „Amt 80“ schon bei einer Sitzung Ende November zerpflückt worden ist, war es diesmal an Direktor Peter Nagel, die geforderte Streichliste vorzustellen. Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) hatte diese gefordert, weil in ihren die Ausgaben zu hoch und die Einnahmen im Vergleich dazu zu niedrig waren.

Knapp 380 000 Euro umfasst der Einsparvorschlag Nagels – etwa beim Skibus für Jugendliche in Burgrain, der Bewachung des Kurparks oder dem Etat für spontane Anfragen – wie dem Trainingslager des Fußball-Erstligisten TSG Hoffenheim in diesem Jahr. „Das ist ehrgeizig. Aber wenn es nicht anderes geht, dann spielen wir mit“, sagte Nagel mit Blick auf das Budget. Das habe sich in den vergangenen Jahren so entwickelt, sagte er auf Tagblatt-Anfrage, „dass wir immer weniger bekommen haben, als wir benötigt haben“.

Grundsätzlich gelte für ihn und sein Team, dass stets ersucht werde, das Maximale herauszuholen. Eben mit dem Geld, was zur Verfügung gestellt wird. Nur dürfte man dann, wenn man die finanziellen Mittel begrenzt, auch keine touristischen Wunder erwarten. In diesem Jahr liegt das Budget für die Abteilung mit 57 Vollzeitstellen bei 2,7 Millionen Euro.

Einigen Gemeinderäten war das zu wenig. „Ihr macht mit großem Engagement alles, um die Kunden zufriedenzustellen“, rief Robert Allmann (SPD) anerkennend in Erinnerung. Wolfgang Bauer (CSU) forderte den Gestaltungsspielraum, den der Tourismus braucht. Und Koch sprach sogar davon, dass das Tourismus-Budget regelrecht „rasiert“ worden sei.

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