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Fünf Meter Durchmesser hat das Wasserrad am Mühlbach in Garmisch-Partenkirchen. Genehmigt ist es seit April 2016 .

Besitzer sagt: Mühle ist leiser als vorher

Streit am Mühlbach: Wasserrad ist zu laut

Er stört: Der Lärm, den die Mühle verursacht. Nun klagt ein Hauseigentümer, dass ihm die Mieter davonlaufen.  

Garmisch-Partenkirchen – Jürgen Stienecke gehört das Mietshaus an der Zugspitzstraße 16 in Garmisch-Partenkirchen seit 20 Jahren. „Es gab nie Probleme“, erzählt er. Jetzt schon. Stein des Anstoßes ist ein neues Wasserrad am Mühlbach. „Das macht permanent Lärm“, beklagt der Eigentümer. Die Mieter könnten nicht mehr mit offenem Fenster schlafen. Einige wollen laut Stienecke kündigen. „Das Haus wird bald leer sein.“ Der Eigentümer drängt auf eine Lösung des Problems.

Andreas Eißfeld kann die Aufregung dagegen nicht verstehen. Er ist Geschäftsführer und Alleingesellschafter der Eißfeld Wohn- und Gewerbebau GmbH. Dieser gehört das Mühlrad und die daran angrenzende Waffenschmiede. „Ich habe alle Genehmigungen und habe alles eingehalten. Von daher bin ich im Recht.“ Und überhaupt: Das Wasserrad sei „um einiges leiser als der Absturz“, den es an der Stelle vorher gab. Stienecke hält dagegen: „Es ist um einiges lauter.“ Eißfeld sagt, Stienecke habe dem Wasserrad zugestimmt. Dieser bestreitet das und betont, nur eine „kleine Rutsche“ akzeptiert zu haben „und nicht dieses Monsterding“. Es hat einen Durchmesser von fünf Metern und ist 1,40 Meter breit.

Eißfeld spricht lieber über die Vorzüge des Wasserrads. Er sieht darin eine „Riesenbereicherung für den Ort“ und nennt es eine „Attraktion“. Mit dem Rad wird auch Strom erzeugt. Er brauche aber „hundert Jahre, bis ich die Investition reinkriege“.

Mit dem Rad wird auch Strom erzeugt

Das Landratsamt hatte das Mühlrad im April 2016 mit einem wasserrechtlichen Bescheid genehmigt. Dabei wurde auch geprüft, welcher Lärm entstehen wird. Man legte Immissionsrichtwerte fest, die nicht überschritten werden dürfen. „Für die Anwesen südlich des Mühlbaches sind die in einem Mischgebiet geltenden Immissionsrichtwerte (tags 60 dB(A), nachts 45 dB(A)) einzuhalten“, teilt Stephan Scharf mit, Sprecher der Kreisbehörde. Anders sieht es bei den Häusern nördlich des Mühlbachs aus. Dort sind die in einem Wohngebiet geltenden Werte – tags 55 dB(A), nachts 40 dB(A) – maßgeblich. Kurzzeitige Überschreitungen sind erlaubt.

Stienecke findet das alles bodenlos. „Man darf nicht etwas genehmigen, wenn eine enorme Belästigung der Nachbarn entsteht.“ Scharf betont hingegen: „Die Nachbarn wurden am Verfahren beteiligt. Die Prognosen und der zu erwartende Lärm auf der Grundlage einer Lärmmessung an einem vergleichbaren Wasserrad wurden bei der Genehmigung berücksichtigt.“ Und was sagen die Bewohner des Mietshauses? „Am Anfang war es brutal“, erzählt einer, der namentlich nicht genannt werden will. Aber jetzt hat er sich daran gewöhnt. „Wenn ich das Radio laufen habe, höre ich es nicht.“

Im Erdgeschoss des Hauses befindet sich das Restaurant La Baita. Inhaber Giancarlo Celladin berichtet, dass das Mühlrad „schon ziemlich laut“ sei. „Es hört sich an, wie eine alte Lokomotive, aber man gewöhnt sich daran.“ Die Gäste würden nicht gestört. Denn sie sitzen auf der anderen Seite. Der Markt Garmisch-Partenkirchen war auch involviert. Allerdings erteilte die dort angesiedelte Untere Denkmalschutzbehörde lediglich für die Sanierung beziehungsweise Instandsetzung des historischen Mühlrades eine denkmalpflegerische Erlaubnis.

Roland Lory

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