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Eine Rücknahme der Bewerbung für die olmpischen Winterspiele 2018 fordern einige Besitzer von betroffenen Grundstücken in Garmisch-Partenkirchen.

Streit um Flächen für Olympia 2018: Ultimatum läuft ab

Garmisch-Partenkirchen – Die Fronten scheinen verhärteter denn je. Am Mittwoch läuft das Ultimatum ab, mit dem Ludwig O. Seitz, die offizielle Rücknahme der Olympia-Bewerbung fordert.

Seine Garmisch-Partenkirchner Mandanten, unterstreicht der Fachanwalt für Verwaltungsrecht von der Kanzlei Labbé & Partner in München, „lehnen die Bewerbung um die Winterspiele 2018 bedingungslos ab“. Während die Grundbesitzer, von denen einer für seine Fläche im Zielbereich der Kandahar-Abfahrt bereits absolutes Betretungsverbot ausgesprochen hat und somit jegliche Pistenpräparierung unterbindet, bei diesem Thema eine „nicht verhandelbare“ Position einnehmen, „wollen sie der Ski-WM 2011 nichts in den Weg legen“.

Eine Einigung, inwieweit das betroffene 4000-Quadratmeter-Areal für die Skirennen im kommenden Februar zur Verfügung steht, lässt nach wie vor auf sich warten. „In dem Vertragsentwurf, den Herr Seitz unserem Anwalt übermittelt hat, stehen völlig neue Bedingungen“, erklärt Florian Nöbauer, Sprecher des Marktes Garmisch-Partenkirchen. „Noch geht es hin und her. Wir streben eine dauerhafte Lösung an, die aber fair sein und dem Vergleich mit anderen standhalten muss.“

Ziel der Gemeinde sei es, die Papiere vor den Weihnachtsfeiertagen unterzeichnet zu haben. Genau wie die Vertreter des Rathauses zeigt sich Seitz äußerst gesprächsbereit: „Aufgrund zwischenzeitlicher Telefonate mit dem Rechtsanwalt des Marktes sind wir zuversichtlich, dass der Vertrag demnächst unter Dach und Fach gebracht wird.“ Diese Hoffnung teilt Peter Fischer, Geschäftsführer des WM-Organisationskomitees: „Für mich ist es schlimm, dass die Menschen nicht mehr miteinander reden, sondern nur noch per Anwalt miteinander kommunizieren.“ Entscheidend für ihn ist, dass die WM optimal läuft „und der Ort bis dahin nicht völlig zerstritten ist“.

Noch scheinen sich die Wogen aber nicht geglättet. Die Forderungen, die von Seiten des Grundbesitzers im Raum stehen, sind Nöbauer zufolge „nicht zusicherbar“. Dabei handele es sich nicht nur darum, eine vom Bauamt 1999 mündlich zugesicherte Baugenehmigung für einen Schafstall schriftlich zu erhalten und eine Nutzungsänderung für eine Garage zu erhalten. Ansinnen, die übrigens beide im Außenbereich liegen, „und damit nicht einfach zugesichert werden können“. Vielmehr gehe es auch um die kostenlose Überlassung von Gemeindegrund und eine Befreiung von der Anschlusspflicht an den Kanal.

„Seit acht Jahren läuft mein Mandant dem Markt – insbesondere dessen Erstem Bürgermeister – händeringend mit der Bitte hinterher, doch einen Anschlussvertrag abzuschließen“, schildert Seitz, der gestern telefonisch nicht zu erreichen war, in einem Schreiben an das Landratsamt Garmisch-Partenkirchen das Dilemma. Mit Versprechungen sei diesem in den vergangenen Jahren immer wieder die Duldung abgerungen worden. Diese Darstellung will Nöbauer nicht so stehen lassen: „2006 lag ein gültiger Vertrag vor, der dann jedoch aufgrund von Erbauseinandersetzungen ins Wackeln geraten ist und neu verhandelt werden musste.“ Nachdem die Forderungen des Grundbesitzers „immer heftiger“ geworden seien, bestehe noch keine Einigung.

Vorsorglich habe die Gemeinde daher beim Landratsamt die vorzeitige Besitzeinweisung beantragt, um so durchzusetzen, dass die Piste für den Rennsport und den touristischen Skilauf präpariert werden kann. „Wir fahren zweigleisig“, verweist Nöbauer auf mögliche Fristen.

Der Antrag der Gemeinde wird derzeit im Landratsamt geprüft: „Nach einer mündlichen Verhandlung mit den Beteiligten entscheiden wir darüber, soweit es vorher keine gütliche Einigung gibt“, erklärt Sprecher Wolfgang Rotzsche. Genau darauf wolle sein Haus hinwirken.

Tanja Brinkmann

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