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Körperliche Gewalt: Ein 28-jähriger Murnauer verteilte Faustschläge. 

Rüde Attacke

Disko-Gast das Nasenbein gebrochen

Murnau - Ein 28-jähriger Murnauer rastete in einem Murnauer Nachtlokal aus und attackierte zwei Ohlstädter. Nun wurde der rabiate Diskogast zu einer Geldstrafe verurteilt.

Es war gegen 4.40 Uhr in der Früh, also zu einer für Nachtschwärmer durchaus normalen Zeit. „Und alle waren happy“, wusste ein 23-jähriger weiblicher Gast eines Murnauer Lokals zu berichten. Zwei der Besucher waren allerdings weniger gut drauf, denn sie litten unter Schmerzen.

Ein 28-jähriger Murnauer hatte ihnen nämlich Faustschläge ins Gesicht verpasst. Einen davon mitten auf die Nase eines 24-jährigen Ohlstädters, sodass dieser mit einem Nasenbeinbruch im Klinikum behandelt werden musste. Das kostet den Täter jetzt eine Geldstrafe von 1800 Euro, urteilte die Garmisch-Partenkirchner Amtsrichterin Linda Behmel. 

Laut Staatsanwältin Bettina Müller ereignete sich der nächtliche Disko-Vorfall am 30. Mai des vergangenen Jahres, als noch viele Leute in der Lokalität verkehrten – darunter zwei offenbar diskussions- und streitfreudige Gruppen, zu denen auch der 28-Jährige gehörte. Als Ergebnis einer verbalen Auseinandersetzung schlug er gegen 4.40 Uhr einem 24-jährigen Ohlstädter die Faust ins Gesicht, was bei dem Opfer eine Hautrötung verbunden mit vorübergehenden Schmerzen auslöste. Kurz darauf dann die Wiederholung, diesmal gegen einen anderen 24-jährigen Ohlstädter – was die besagte Nasenbeinfraktur zur Folge hatte. Dafür hatte der Beschuldigte bereits einen Strafbefehl von 3600 Euro erhalten (90 Tagessätze à 40 Euro). Doch wegen der Höhe der Strafe hatte er Einspruch erhoben und saß bei der daraufhin fälligen Verhandlung vor Amtsrichterin Behmel. 

Den ersten Schlag räumte er ohne weitere Diskussion ein. Den zweiten stritt er jedoch kategorisch ab. Und nicht einmal das Opfer vermochte sich mehr daran zu erinnern: „Ich sah nur eine Faust auf meiner Nase und ging zu Boden. Wer es war, kann ich nicht mehr sagen, er hatte ein blaues Käppi.“ Eine solche Kopfbekleidung hatten freilich an diesem Abend auch noch andere Gäste. Richterin Behmel hatte viel Mühe, die sechs erinnerungsschwachen Zeugen zu vernehmen, zumal angesichts der teils ausländischen Herkunft der Herren auch ein Dolmetscher eingesetzt werden musste.

Schließlich gab einer der Türsteher der Disko den entscheidenden Hinweis: „Es war ein ziemliches Geschubse. Und den Schlag selbst sah ich nicht, doch außer dem Angeklagten war in diesem Moment kein anderer da, der dafür in Frage gekommen wäre.“ Das genügte: Die Staatsanwältin beantragte, wegen des niedrigen Arbeitslosengeldes des Beschuldigten die Geldstrafe auf die Hälfte von nur noch 1800 Euro (90 Tagessätze à 20 Euro) zu reduzieren. Die Richterin schloss sich ihr an: „Über den zweiten Schlag gab es zunächst noch Zweifel, doch insbesondere aufgrund der Aussage des Türstehers wurden diese nun beseitigt.

Wolfgang Kaiser

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