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Rotwild im Wald: Um Hirsche geht es auch bei dem vorliegenden Rechtsstreit.

Termin des Verwaltungsgerichts in Eschenlohe 

Streit um Abschussplan

Eschenlohe - Der Eschenloher Waldbesitzer Dr. Hubertus Rechberg will weniger Wild erlegen als von der Jagdbehörde gefordert. Daher hat er rechtliche Schritte eingeleitet. Ein Dorn im Auge ist ihm dabei das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.

Dr. Hubertus Rechberg ist ein streitbarer Mensch. Dies wurde etwa in seiner Zeit als Vorsitzender des Kreisjagdverbands deutlich. Nun ist der Eschenloher Waldbesitzer vor Gericht gezogen. Dabei geht‘s um den Abschussplan für Rotwild und die Gams.

Es weht ein eisiger Wind, als sich eine Gruppe von Menschen vor dem Eschenloher Brückenwirt trifft. Die 7. Kammer des Verwaltungsgerichts München ist zu einem Augenschein angerückt. Vertreter der Unteren Jagdbehörde sind da, Mitarbeiter des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) sowie Rechberg mit Anwälten. Dann macht sich der Tross auf den Weg ins Gebirge. Am Osterfeuerkopf, Hirschberg und Sattmannsberg steuert die Gruppe verschiedene Punkte an. Und zwar solche, die bei der Erstellung des Verbissgutachtens aufgenommen wurden. Es wird ein Protokoll angefertigt, und es werden Fotos gemacht. Der Augenschein dauert lang. Von 10 Uhr bis fast zum Einbruch der Dunkelheit sind die Teilnehmer unterwegs.

Rechberg wehrt sich gegen den Abschussplan für das Jagdjahr 2015/2016 und klagt gegen den Freistaat Bayern. 39 Stück Rotwild soll er schießen. Er sagt: „29 sind genug.“ Bei der Gams lautet die Vorgabe 9 Tiere, davon waren 4 bis September zu erlegen. Auch dagegen sträubt er sich. Bei der Gams geht es ihm aber weniger um die Zahl, sondern um den Zeitraum, in dem sie geschossen werden soll. „Das muss man in der kalten Jahreszeit machen, sonst sind die Tiere nicht verwertbar.“ Wobei Rechberg auch der Meinung ist, dass zu viele Gamsen zur Strecke gebracht werden müssen. „Was soll der Adler fressen“, fragt er sich. Wenn zu wenige Gamsen vorhanden seien, nehme sich der Raubvogel eben Auerwild und Birkhühner.

Bis dato seien in seinem Eigenjagdrevier 17 Stück Rotwild, vier Rehe und drei Gamsen erlegt worden, sagt Rechberg. Es ist allerdings noch Zeit: Das Jagdjahr geht bis Ende Januar.

Was Rechberg nach wie vor gar nicht passt, ist die Forstpolitik, die dem Laubholz Priorität einräumt. Für ihn als Waldbesitzer bedeute dies einen „Ertragsverlust“. Nur mit der Fichte sei Geld zu verdienen. Ins Visier nimmt Rechberg das AELF. „Die schicken die Waldbauern am Berg in die Subventionsabhängigkeit.“ Die Behörde versuche, die Herrschaft über die privaten Waldbesitzer zu bekommen. AELF-Leiter Markus Schmorell will dazu keinen Kommentar abgeben.

Es ist allerdings kein Geheimnis: Bei den Bayerischen Staatsforsten setzt man auf Umstrukturierung. „Klimaempfindliche Nadelwälder werden in widerstandsfähige Mischwälder umgebaut“, heißt es dazu auf der Homepage der Staatsforsten. Diese sollen, so das Ziel, stabil und strukturreich werden und zu mindestens 30 Prozent aus Laubbäumen beziehungsweise Tanne bestehen.

Die eigentliche Verhandlung in Sachen Rechberg gegen Freistaat Bayern steht noch aus. Als Termin wurde Mittwoch, 7. Dezember, festgesetzt (13 Uhr). Er geht am Verwaltungsgericht München (Bayerstraße 30) in Saal 4 über die Bühne.

Roland Lory

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