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Das Streitobjekt: Die Curlinghalle im Olympia-Eissportzentrum.

Olympia-Eissportzentrum

Curling-Halle: Nun geht’s wohl vor Gericht

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Der SC Riessersee und die Gemeindewerke in Garmisch-Partenkirchen können sich nicht über Nutzung der Halle III einigen. Nun schalten die Curler einen Anwalt ein.

Garmisch-Partenkirchen – Die Curler in Garmisch-Partenkirchen kämpfen um ihr Eis. Und nun ist ihnen dafür jedes Mittel recht. Sie haben einen Anwalt eingeschaltet, der Druck ausüben soll und die Interessen der Sportler unterstützt. „Ich bin es leid“, sagt Rainer Schöpp, der Abteilungsleiter beim SC Riessersee. „Mit diesen Herren kannst du sprechen und am nächsten Tag ist alles anders.“ Frust spricht aus ihm. Er spielt auf die Chefs der Gemeindewerke an: Direktor Wotan Lichtmeß und Kaufmännischer Leiter Jürgen Winter.

Nach vielen Gesprächen, Treffen, Disputen, Schreiben bleibt als Fakt: Es gibt immer noch kein Eis in der Halle III des Olympia-Eissportzentrums, die für den Curlingsport gedacht ist. Warum? Daran scheiden sich die Geister. Schöpp betont, weiterhin kein vernünftiges Angebot von Seiten der Werke-Führung erhalten zu haben. Die Gegenseite streitet dies vehement ab.

Nach außen sichtbarer vorläufiger Höhepunkt der Streitereien ist die Verlegung der Bayerischen Meisterschaft der Curler nach Füssen. Und noch ein Turnier droht der SCR zu verlieren: „Ende Februar sollten wir noch die Deutsche Mixed-Meisterschaft austragen.“ Ob es bis dahin Eis geben wird? Mehr als fraglich.

Der SCR hat nun einen Anwalt beauftragt, um den eigenen Forderungen mehr Nachdruck zu verleihen. Vor gut einer Woche ging ein Schreiben an die Gemeindewerke mit einer Frist, bis 23. November – vergangenen Donnerstag – das Eis zu bereiten. Geschehen ist nichts. Winter weiß nicht, auf welcher Grundlage die Argumentation aufbaut. „Mir ist das unbegreiflich, was dahinter steckt“, sagt er. Schöpp spricht von einer Nutzungsvereinbarung, die vor einigen Jahren im Zuge der Absicherung einer Förderung durch die Sportverbände getroffen worden wäre. „Darin ist die Rede vom Ende der Nutzung zum 31. Dezember 2019“, konkretisiert Schöpp. Eine Darstellung, der Winter sofort widerspricht: „Das ist ein Datum, das aufgenommen werden sollte. Allerdings kannte Herr Lichtmeß dieses nicht, und bat den Verband, den Nachweis dafür zu erbringen.“ Das sei nie geschehen. „Die Vereinbarung, die wir haben, geht bis 21. Dezember 2014, und bis dahin sind auch die Zuschüsse geflossen.“ Durch diesen Vertrag erhielten die Gemeindewerke einen jährlichen Zuschuss für den Betrieb der Halle von 20 000 Euro aus Bundesmitteln.

Ein weiteres maßgebliches Dokument ist der so genannte Zuwendungsbescheid aus dem Jahr 1989, in dem die Förderung des Bundes an den Markt fesgelegt ist. Darin ist die Rede, dass die Sportstätten ab deren Eröffnung „mindestens 25 Jahre entsprechend dem Zuwendungszweck zu verwenden sind“. Auch darauf pocht Schöpp. Allerdings ist der Zeitpunkt der Eröffnung strittig. Der Curler betont, der SCR sei erstmals im Januar 1994 in die Halle gegangen. Die Gemeindewerke sprechen vom August 1993, da allerdings von einem Probebetrieb. Schöpp: „Selbst bei August 1993 wäre der Curlingbetrieb mindestens bis 2018 zu gewährleisten.“

Doch noch gibt es kein Eis. Weil der SCR nicht auf die Angebote der Werke eingeht – betont Winter. Schöpp hält dagegen, dass der Verein bereit gewesen wäre, 20 000 Euro zu zahlen, dazu aber Einnahmen aus eigenen Veranstaltungen in der Halle gebraucht hätte. Auf diesen Deal ließen sich die Gemeindewerke nicht ein. So wurde hin- und herverhandelt. Auf ein letztes Angebot von Winters Seite, 18 000 Euro zu zahlen, die Anlage aber selbst nicht vermieten zu dürfen, gingen die Curler nicht mehr ein. „Ich habe das mit Herrn Falk so besprochen, bekam aber keine Antwort mehr“, sagt Winter. Das dementiert Christoph Falk, der Vorsitzende des Hauptvereins nicht. „Ich musste es erst mit meinen Leuten besprechen.“ Die Reaktionen waren klar: „Substanziell gab es keine Verbesserungen für uns, kein Entgegenkommen“, betont er. „Es wurde nur um einige Nutzungstage herunter gerechnet, zudem können wir keine Fremdeinnahmen generieren.“ Er schreckt nun auch von rechtlichen Schritten nicht mehr zurück.

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