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Mauerfall: Diese Konstruktion am Gemeindekindergarten soll entfernt und der Fußweg auf die Südseite der Parkplätze verlegt werden.

Räte finden: Beschluss war für ein Jahr auf Probe

Pfarrstraße: Debatte flammt neu auf

Murnau - Die Diskussion um die Verkehrsführung im Ortszentrum ist noch nicht zu Ende: Mehrere Räte sind der Meinung, dass das Kommunalparlament nochmals abstimmten müsste. Denn man habe sich vor einem Jahr auf einen Testlauf verständigt.

Wer dachte, die Murnauer Pfarrstraßen-Debatte hätte sich inzwischen erledigt, irrt. CSU-Sprecherin Regina Samm vertrat im Verkehrsausschuss die Ansicht, dass das Gremium nochmals abstimmen müsse. Denn im Mai 2015 habe man gesagt, „wir machen das ein Jahr auf Probe“. Samms Fraktionskollege Andreas Müssig äußerte sich in gleichem Sinne. 

Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) widersprach. Der dem Tagblatt vorliegende Beschlussvorschlag enthält tatsächlich keinen Passus, dass das Verkehrskonzept testweise ein Jahr laufen und dann ein neuer Beschluss gefasst werden soll. Wenn die CSU eine neue Entscheidung haben wolle, solle sie einen Antrag stellen, betonte der Rathauschef. 

Alexander Weinhart (Mehr Bewegen) hat hingegen wie die beiden CSU-Vertreter in Erinnerung, dass die Kommune einen Testlauf machen wollte. Es sei immer von einem Verkehrsversuch die Rede gewesen, sagte er dem Tagblatt nach der Sitzung. So sieht es auch Thomas von der Au vom Elternbeirat der Kindertagesstätte. „Das haben damals alle so verstanden.“ 

In der Sitzung legte Ordnungsamtsleiter Florian Krammer eine Bilanz nach knapp einem Jahr Einbahnstraße vor. Demnach liegt an der Pfarrstraße die Geschwindigkeit durchschnittlich bei 28 Stundenkilometern. 1130 Fahrzeuge passieren die Stelle täglich. 2007 waren es in beiden Richtungen 5000. Weder das Ordnungsamt noch die Polizei hätten im Bereich des Kindergartens eine zusätzliche Gefährdung festgestellt, erklärte Krammer. Werktags sind dort im Schnitt 1100 Fahrzeuge unterwegs (2007: 750). Das Tempo liegt bei 30 Stundenkilometern. 

Beuting ist überzeugt: „Die Zahlen zeigen, dass sich – wenn man das Ganze betrachtet – die erhofften Effekte eingestellt haben.“ Samm meinte, dass sich das ja alles positiv anhöre. Allerdings sei eine Verlagerung des Verkehrs festzustellen. „Extrem schlimm ist es in der Soller-straße.“ Elisabeth Hoechner empfand die präsentierten Daten „sehr punktuell“ und „nicht sehr aussagekräftig“. Die SPD-Rätin wüsste gern, wie die Belastung in der Griesbräustraße, Johannisstraße und der Schwaigangerstraße ist. Samm forderte eine Liste mit den offiziellen Messergebnissen. Beuting will diese nachliefern. Anfang des Jahres schien es eigentlich so, als sei das Thema Pfarrstraße erledigt. Zumindest segneten übergeordnete Behörden die neue Verkehrsführung nach einem monatelangem Hin und Her ab. Nun ist das Thema wieder auf der Agenda. 

Neuigkeiten gibt es auch in puncto Verkehrssicherheit am Kindergarten zu vermelden. Um sie zu verbessern, beschlossen die Räte mehrere Schritte. Erstens soll der bisher an der Schlossbergstraße verlaufende Gehweg auf die Südseite der Parkplätze verlegt werden. Die vorhandene Mauer will man entfernen und ein Geländer anlegen. Zweitens ist geplant, den Schulhelferüberweg woanders zu platzieren. Derzeit endet er mitten in der Einfahrt zum Schloßhof. Er soll nun zum Haus Nummer 15 verlegt werden. Dann können die Kinder entlang dieses Gebäudes zum Feuerwehrhaus gehen. Drittens wollen die Verantwortlichen den Gehweg auf der Nordseite der Schloßbergstraße verlängern. 

Die Maßnahmen sind Ausfluß eines Runden Tischs mit Vertretern verschiedener Stellen. Das Tiefbauamt taxiert die kosten auf ungefähr 31 000 Euro. Die Arbeiten, so der Plan, sollen in den Sommerferien über die Bühne gehen. 

Roland Lory

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