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Besucht seinen Zweitwohnsitz gern: Sultan Qabus erholte sich zuletzt 2008 mit großem Gefolge in seinem Garmisch-Partenkirchner Anwesen.

Omans Regierungschef im Werdenfelser Land

Garmisch ist des Sultans liebstes Ferienziel

Garmisch-Partenkirchen - Omans Regierungschef Qabus ibn Said al-Said erholt sich in seinem Feriendomizil Garmisch-Partenkirchen - und sucht Ärzte auf.

Sultan Qabus, Herrscher über den Oman, hängt seine Besuche in Garmisch-Partenkirchen nie an die große Glocke. Doch dieses Mal hat sogar der arabische Nachrichtensender CNN den Aufenthalt des Monarchen an seinem Zweitwohnsitz am Fuß des Kramers publik gemacht. Wie der Sender in Dubai/Vereinte Arabische Emirate berichtete, setze das Staatsoberhaupt in der nächsten Zeit seine ärztlichen Konsultationen in Deutschland fort. „Das Sultans-Büro beruhigt die Bürger, seiner Majestät gehe es nach medizinischen Untersuchungen, welche er nach einem festgelegten Programm fortsetzen wird, gut.“

Weiter teilt der Sultanshof offiziell mit, der Regierungschef werde seinen Jahresurlaub in seinem Haus in der Bundesrepublik Deutschland verbringen. Und dort die Staatsgeschäfte weiterführen, um die Entwicklung des Landes voranzutreiben - „bis zu seiner Rückkehr in seine geliebte Heimat zu seinem treuen Volk“.

Lesen Sie auch:  Sultan Qabus bin Said ist tot. Er starb im Alter von 79 Jahren. Der Herrscher des Oman hinterlässt eine große Lücke. Nicht nur in seinem Land, sondern auch in Garmisch-Partenkirchen.

Den Garmisch-Partenkirchnern blieb es auch ohne die Verlautbarung des königlichen Hofes nicht verborgen, dass der prominente Gast seit Mitte August im Werdenfelser Land weilt. Zwar bekommt keiner hier den öffentlichkeitsscheuen Monarchen zu Gesicht. Aber aufmerksame Einheimische können schon an den vielen herumfahrenden Luxuslimousinen ablesen, dass dem Staatschef Minister und wichtige Mitarbeiter gefolgt sind.

Auf die Frage, wie lange sich seine Exzellenz in Garmisch-Partenkirchen aufhalten wird, antwortete eine Mitarbeiterin seiner Verwaltung: „Von uns erfahren Sie nichts.“ Auch Mitarbeiter von Hotels, in denen der Stab des Sultans gern wohnt, halten sich bedeckt. So ist Christoph Mathes, Direktor des Grand Hotels Sonnenbichl, kein Wort über Gäste aus dem Oman zu entlocken. „Ich werde nichts sagen.“ Die Nobelherberge gehört übrigens einem Firmenkonsortium, an dem auch der Sultan beteiligt sein soll.

Qabus selbst residiert in seinem Landhaus an der Maximilianshöhe. Dort hat er 1974 für elf Millionen D-Mark den Berggasthof Almhütte erworben und sich auf dem Gelände ein hermetisch abgeschlossenes Refugium eingerichtet. Sein kleines Reich ist inzwischen auf sieben Gebäude angewachsen. Erst 2008 erweiterte er die Immobilie um ein luxuriöses Gäste- und ein Ärztehaus für den eigenen Bedarf.

In Garmisch-Partenkirchen freut man sich über die königlichen Aktivitäten, würde den Gast nur zu gern auch entsprechend begrüßen. Bisher hat er allerdings öffentliche Auftritte vermieden und auf den Wunsch aus dem Rathaus, sich in das Goldene Buch einzutragen, nicht reagiert. Auch diesmal „wissen wir offiziell nichts von seinem Besuch“, sagt Rathaussprecher Florian Nöbauer. Trotzdem fühlt sich der Herrscher seiner zeitweiligen Wahlheimat, in der er beispielsweise 2008 mit einer 200 Personen umfassenden Entourage wochenlang die besten Hotels füllte, verbunden. So ließ er damals die „Royal Guard of Oman“ durch die Garmischer Fußgängerzone marschieren. Im Michael-Ende-Kurpark verblüfften die Musiker ihre Zuhörer mit bayerischen Klängen.

Der Kulturaustausch funktioniert auch anders herum. Als das Sheraton, bestes Haus in der omanischen Hauptstadt Muskat, 2003 zum sechstägigen Oktoberfest einlud, holte der Hoteldirektor, übrigens ein Garmisch-Partenkirchner, als Hauptorganisator den Linde-Wirt Toni Mangold und dazu die Lustigen Partnachtaler aus seiner alten Heimat. Vor der „Wiesn“ warben sechs Wochen lang Prospekte und Ansichtskarten aus Garmisch-Partenkirchen für des Sultans liebstes Ferienziel.

Trotz der offensichtlichen Zuneigung Qabus zum Loisachtal glaubt der Garmisch-Partenkirchner Tourismusdirektor Peter Ries nicht, dass die Besucher aus der arabischen Welt bewusst dem Sultan nacheifern. „Die Bayerische Zugspitzbahn bewirbt diesen Markt ganz intensiv. Das strahlt auf den Ort aus.“ Tatsächlich flüchten immer mehr Bewohner aus den arabischen Golfstaaten in der extrem heißen Sommerzeit ins kühlere Europa. Ries: „Die Übernachtungen aus diesem Raum sind im ersten Halbjahr 2014 im Vergleich zum Vorjahr um 25 Prozent auf 5600 angestiegen.“ Spitzenreiter ist Russland mit 25 400 Übernachtungen, wobei dieses Klientel zu 70 Prozent im Januar kommt. Amerikanische Touristen verbrachten bis Ende Juni 17 500 Nächte in Garmisch-Partenkirchner Betten. Niederländer blieben 9600, Franzosen 4700 und Italiener 4300 Nächte.

Eva Stöckerl

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